Franz-I
Dann klappt’s auch mit der Vollbeschäftigung: «Wer auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Stelle findet, soll bei Kommunen oder Wohlfahrtsverbänden angestellt werden, um damit seine Bezüge aufzubessern, und eine Arbeitsgelegenheit erhalten, bei der er bis zur Höhe des ungekürzten Regelsatzes hinzuverdienen kann.» 1-Euro-Jobber gelten im Sinne des SGB-III nicht als arbeitslos. Sie werden nicht in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesen. Wir kommen der Sache jetzt allmählich näher.
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Am 5. Januar 2010 um 12:53 Uhr
Bei der Kommune anstellen halte ich für vernünftig. Aber zu einem ebenso vernünftigen Stundenlohn und natürlich nicht für einen Euro.
Bei Lichte und mit Vestand betrachtet, würde ein Stundenlohn von 10,50 die Gemeinschaft der Sozialversicherten erstens nicht mehr belasten und zweitens unter Berücksichtigung der Versorgung eine erhebliche Verbesserung für beide Seiten bedeuten.
Und ganz nebenbei wäre den wirklich “Unsozialen” ein nicht zu unterschätzendes Argument in der Volksverdummung genommen.
Am 5. Januar 2010 um 18:01 Uhr
@Peter Weigelt
An sich ‘ne gute Idee aber die 10,50 € wären natürlich existenzgefährdend für unser letztes Jobwunder weil dann die Callcenteragents plötzlich alle in den Park wollen und Blätter zusammenfegen;-)
Am 6. Januar 2010 um 09:58 Uhr
@willi
Stimmt! Wo kämen wir hin, sinnvolle Tätigkeiten angemessen zu bezahlen.
Hinterher kommt es noch so weit, dass Krankenschwestern besser verdienen als Börsenanalysten.
Am 7. Januar 2010 um 09:22 Uhr
Ihr vergesst bei euren Überlegungen leider immer, das ein HartzIV Bezug nicht nur aus dem Regelsatz ca. 350 Euro besteht.
Wenn man nun jemanden 10,50 Euro in der Stunde zahlt, käme er ohne ohne Arbeit, alleine mit staatlichen Hilfen, fast gleich gut weg.
Genau das ist auch das Problem was “Franz” etwas ungeschickt angesprochen hat, aber er hat nicht unrecht
HartzIV besteht aus Regelsatz, Miete, Krankenversicherung, Heizkostenzuschuss, Vergünstigungen, Mehrbedarf bei chronischen Krankheiten usw.
Die Diskussion hier erscheint flach wenn man immer nur schreibt, HartzIV reicht nicht.
Fragt die Kassiererin bei Lidl und Media Markt, wo ihr billig einkauft weswegen die Löhne übelst sind, ob die klarkommt mit ihrem Lohn.
Kaum, das sind aber die Leute, die ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdienen als HartzIV Empfänger, die im Verhältnis sogar gut abgesichert sind
Am 7. Januar 2010 um 17:32 Uhr
@Missverständnis
Nomen est omen. Das Hartz IV mehr ist als der Regelsatz ist schon klar. Das ist auch gar nicht der Punkt. Der Punkt ist doch eher der, das wir es zulassen, dass Leute, die Fulltime arbeiten weniger “netto” haben können als die Leute, die wir mit Sozialleistungen vor dem Verhungern bewahren -denn viel mehr ist mit HartzIV nicht drin.
Leute wie Franz spielen doch nur die armen Schweine gegen die ganz armen Schweine aus und er und seine neoliberalen Freunde lachen sich ins Fäustchen.
Am 7. Januar 2010 um 22:33 Uhr
Nein, Leute wie Franz formulieren einen nicht dummen Gedanken, Selbstverantwortung, nur ziemlich platt und natürgemäss springen alle auf den Zug, siehe Alex
Damit hat die Politik das erreicht, was sie will.
Ihr redet von Ungerechtigkeiten, 1 Euro Jobs, ohne die Hintergründe zu kennen
Das Problem ist für die 1 Euro Jobber nicht die 1 Euro Entlohnung, oder die Anstellung in Kommunen
Sie würden bei 40 Stunden mehr verdienen mit der staatlichen Hilfe als die/der normale Angestellte die/der auch 40 Stunden arbeitet, meist aber ohne Absicherung
Solange nicht bei allen, also auch bei uns, ein Umdenken passiert, wird dieses System funktionieren.
Erst recht, wenn ein Politiker einen Brocken hinwirft wie Franz und alle aufschreien.
War doch nicht dumm von Franz, das eigentliche Thema “Wachtumsbeschleunigung” per Gesetz ist vom tisch
Erst, wenn auch wir verstehen und nicht nur der “Staat” das es nicht nur mehr Wachstum geben kann, das ist längst ausgereizt, dann werden sich Dinge ändern und gerechter werden.
Am 8. Januar 2010 um 11:55 Uhr
Wohlfahrtsverbände und Co. leben dann noch besser von auf Dauer ausgezehrten Mangelernährten, die staatlichen Subventionen bleiben den Verbänden und Co. gesichert, werden womöglich sogar noch erhöht, weil sie jetzt ja noch wohltätiger werden.
Und durch Lohndumping erodierende Steuer- und Beitragseinnahmen sichern den Wohlfahrtsverbänden dann auch langfristig den billigen Arbeitskräfte-Pool, nein denen ihn sogar noch aus.
Und den Pool der Tafel-Kunden ebenfalls.
Wohlfahrtsverbände und Co. werden mit dieser christlichen oder zumindest überkonfessionellen Nächstenliebe dann zu den dann allergrößten Arbeitgebern im Land mutieren, groß sind sie ja bereits.
Wie lange (durchaus gut qualfizierte, auch akadmisch gebildete) Mangelernährte und sich gleichzeitig auch auf ordentliche Stellen Weiterbewerbende und Hoffende das wohl körperlich, geistig und seelisch durchhalten? Nun, das Ergebnis kommt dann dem Gesundheitswesen zugute. Auch dort wollen Erwerbsarbeitsplätze gesichert werden. Und in der Justiz, den Bestattungsunternehmen … .
Wir halten das Bruttosozialprodukt!
Am 8. Januar 2010 um 12:17 Uhr
Eine ältere Bekannte (Anfang Achtzig) erzählte mir vor Kurzem, dass das früher, als es bei uns ganz, ganz viele Erwerbsarbeitslose gegeben hat, auch so gemacht worden sei. Man habe das Vorgehen damals ‘Arbeitslager’ genannt; erst später habe man/ sie erfahren, was für Lager und Unternehmen das gewesen sind.
Sie sagte mir, dass das nach ihrer Meinung/ Erfahrung heute der gleiche Mechanismus sei wie damals. Der einzige Unterschied heute sei, dass es eine minimalste Bezahlung gäbe (Regelsatz, Unterkunft (gab es damals auch) und Heizung, Mehraufwände für schwere! chronische Erkrankungen z. B. bei Krebs ab einem BMI unter! 18,5 und eben dann der weiterhin minimale Zuverdienst) – so dass das KZ heute IN den Menschen hineinverlegt würde und das Ausland und die Presse wieder nicht aufschreien bräuchten und würden.
@ Kassandra:
Das nennt man dann wohl ‘ethnische Säuberung’, oder? Unter dem Siegel des Wohlmeinenden.
Die Aufgabe, die sich uns allen heute stellt: Ohne Krieg und ohne sog. Finanzkrisen eine Welt wachsen zu lassen, in der ein jede/r ein menschenwürdiges Dasein findet und eine/n wirklich sinnvollen Beruf(ung) ausübt.