Chefarztfrauliche Astralökonomie

Deutschlands Exportüberschüsse werden durch die Defizite dekadenter Nationen ermöglicht. Die Euro-Zone muss uns also nur kopieren. Und dann?

Sollten etwa die Schweinsländer ihre Leistungsbilanzen ausgleichen, um dann wie von uns gefordert, ihre Haushaltsdefizite zu senken, könnte das nur auf Kosten der deutschen Überschüsse geschehen (grotesk und prohibitiv!) – es sei denn, das Leistungsbilanzdefizit der gesamten Union ließe sich zu Lasten der Restwelt konsolidieren.

Eine leichte Übung, denn um das gesamteuropäische Haushaltsdefizit von derzeit sieben auf die magischen drei Maastricht-Prozente zu senken, müssten die Europäer ihre Exporte bloß um etwa 600 Milliarden US-Dollar steigern – also um kaum ein schäbiges Prozent des planetaren Bruttoinnenweltproduktes.

Global eher randständige Volkswirtschaften, wie etwa die Großbritanniens oder der Vereinigten Staaten, bliebe dann allerdings nicht viel mehr ökonomischer Expansionsraum als der Weltenraum.

Diese Beschränktheit ist dem angelsächsischen Prekariat aber durchaus bewusst: Im April eröffnet die britische Weltraumagentur und US-Raumfahrtunternehmen betreiben die Reanimation eines alten Raketen-Programms. Die Welt ist nicht genug.

2 Gedanken zu „Chefarztfrauliche Astralökonomie

  1. ppp

    Alternativ könnte man/frau sich auch ins Erdinnere bohren oder ein Dimensionstor (zur Hölle oder zum Himmel beispielsweise) öffnen.

  2. Chefarztfrau Artikelautor

    Ja, wir sollten katholische Seelen exportieren – als spirituelle Grillanzünder.

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