Eucharistische Anosognosis

FRANKFURT Therapeutenkreise sind schockiert. Ausgerechnet an Matthias Matussek, dem Hoffnungsträger des neuen digital-katholischen Deutschtums, zeigen sich die schweren neuropsychologischen Konsequenzen jesuitischer Knabenzucht.

Auf seine traumatischen Erfahrungen im Aloisiuskolleg zu Bad Godesberg angesprochen, reagiert der Publizist und Video-Blogger mit Konfabulationen, Entschuldigungen und Rationalisierungen:
«Meine Erinnerungen an die Internatszeit sind schön und ungetrübt wie diejenigen, die vor ein paar Wochen der Anwalt und Schriftsteller Ferdinand von Schirach für den SPIEGEL notiert hat. Er war in St. Blasien.»
Dieses Nichterkennenkönnen ist charakteristisch für das Vollbild der Eucharistischen Anosognosie* und seine Vehemenz ist mehr als nur ein Indiz für Dauer und Schwere des erlittenen Missbrauchs. Offensichtlich hat das harte Regiment der Patres in der nicht- sprachdominanten Hirnhälfte des jungen Matthias schwerste cebrale Läsionen hinterlassen (typischerweise im Lobulus parietalis inferior).

Derartige hirnorganische Veränderungen sind irreversibel. Patient, Angehörige und Umwelt werden lernen müssen, mit dem Stigma zu leben.

*Das Sakrament der Eucharistie zählt zu den Einführungssakramenten und als Anosognosie wird das krankhafte Nichterkennen solcher physischer Traumata bezeichnet.

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