Arbeit als eugenischer Optimierungsprozess

Das aus der Materialwissenschaft bekannte Stress-Phänomen wirkt auch auf das Humankapital: Die Anzahl der psychischen Erkrankungen ist unter den 9,7 Millionen aktivierten AOK-Nützlingen im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert angestiegen.
Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts entstand durch psychische Defekte bereits im Jahr 2006 ein Schaden von 26,7 Milliarden Euro. Aber keine Sorge, es handelt sich lediglich um die Anlaufkosten der gelenkten Artverbesserung.

DIE KOSTEN: Soweit sie nicht bereits durch Produktivitätsaufwuchs kompensiert wurden, sind oben genannte Aufwendungen als hochrentable Zukunftsinvestition in den Standort Deutschland zu verbuchen – und für die Vermeidung der euphemistisch als ‚Frührentner’ bezeichneten Sozialschlacken weist uns Asien den Lösungsweg (siehe Karoshi & Foxconn).

DAS VERFAHREN: Hochverdichtete Arbeitsprozesse unter permanenten Versagens- und Abstiegsängsten erhöhen den Selektionsdruck soweit, dass nur noch die fittesten Nützlinge Nachwuchs zeugen und aufziehen können. In der Konsequenz gelingt es, die genetische Qualität/Qualifikation der Nützlingspopulation bereits in der nächsten Generation entscheidend zu verbessern.

DIE VISION: Der demographische Wandel erfordert physiologisch- und psychisch gehärtete Bestarbeiter. Gerade die Generationengerechtigkeit gebietet es daher, die Qualität des Genpools auch in Zukunft kontinuierlich weiter zu entwickeln.

WELTANSCHAULICHER EXKURS: Die thymotische Umwälzung des bioethischen Diskurses ist so obsolet wie seine Apologeten. Der Bestmensch avanciert alleine durch normative Faktizität wieder zum engagiertesten Fressfeind des Gutmenschen – eben auch in der Philosophie und anderen parasitären Geisteswissenschaften. Quality Matters.

Tags: Emotionsarbeit, Ethik, Eugenik, Evolution

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3 Reaktionen zu “Arbeit als eugenischer Optimierungsprozess”

  1. Kassandra

    Chapeau!

    ‘Sozialschlacken’: köstlich, genial.

    PS: Wie es wohl bei den Krankenkassen selber aussieht?!

    PPS: Wann haben denn die fittesten Nützlinge/ Leistungsträger überhaupt die Zeit, Nachwuchs zu zeugen?, bei all den vielen freiwillig geleisteten und oft unbezahlten Überstunden, dem zermürbenden Weitpendeln, usw.?
    Vielleicht hat deshalb die Replantationsindustrie so enorm zugenommen?!

  2. Chefarztfrau

    Na claro,

    Leistungsträgers haben es nicht leicht, aber das ist ja die Crux bei der Selektion. So gegen 23:00 Uhr, nach Gratisüberstunden und Workout, wird noch ein Kapitel aus dem neuen Brigitte-Cunilingus-Joga nachgeturnt und dann, dann gibt’s im Erfolgsfall für Papa noch die 5-Minutenterrine. Plopp und Ruhe im Karton.

  3. Dirgis

    Von mir auch: Doppel-Chapeau mit Verneigung !

    Leistungsträgers hoch drei haben den Crash-Test bald bestanden:

    Sie (und Ray Kurzweill et al vom MIT) vereinigen dann endlich ihren Geist mit dem kalten und unempfindlichen des Weltalls…

    Horrido.

    Wahnsinn fällt erst dann nicht mehr ins Gewicht, wenn er überall ist. Und das ist er.

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