Schul-Amok als memetisches Phänomen

Es gibt Ereignisse, da verbietet sich (zumindest öffentlich) chefarztfraulicher Zynismus, doch der Amok-Ursachenforschungsfallout nervt. Die Warum-Frage ist nämlich erschreckend leicht zu beantworten:

Der Memplex Schule-Amok entstand nach dem Columbine-Massaker. Mittlerweile gehört er zum festen Gedanken-Inventar jedes Schülers. Je mehr Leute das Muster im Kopf haben, umso wahrscheinlicher wird es, dass die Idee einen psychisch labilen Wirt infiziert, der Motiv, Mittel und Gelegenheit zu ihrer Realisation hat. In der Folge kommt es zu hoch- emotionalisierter Berichterstattung. Die Reproduktionsrate des Memplex steigt exponential und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer Nachahmungstat.

Wer also fragt, warum Massenmord an Schulkameraden zur eigenen Schulzeit unüblich war, der kriegt eine banale Antwort: Es gab die Idee noch nicht. So einfach ist das. Alles andere ist Geschwätz und damit das Problem.

24 Gedanken zu „Schul-Amok als memetisches Phänomen

  1. colawarkid

    Ich bin auch kein Fan der Scientologen, aber ich kann anhand einer url wie cchr.ch nicht auf einen Zusammenhang schliessen – wie gesagt es war ein Seiteneinstieg über Google und die entsprechende Seite enthält weder verdächtigen Text noch Bild – eben nur die Videos. Absurd jede URL per Who-Is zu checken. Wenn es danach gehen würde käme mir EsoWatch erst recht verdächtig vor. Aber machen wir dem Geplänkel ein Ende … macht uns ja auch nicht besser als die über die wir uns aufregen. Ich bin gerade auf einen Beitrag gestossen der dir vllt. auch zusagt: http://www.hanno.de/blog/2009/guten-abend-meine-damen-und-herren-sie-sehen-die-abendnachrichten/ – Das sind gute abschliessende Worte.

  2. Achter

    @colawarkid: aus bestimmten Gründen sind die Dosendrücker (=Sientologen) ein rotes Tuch für mich. Diese versteckte Art, Leute auf sich aufmerksam zu machen (der auch Sie auf den Leim gegangen sind) ist Teil ihrer Masche und ich werde sauer, wenn die diesbezüglich mal wieder punkten.
    Was mich auch gestört hat ist Ihre Aussage „da kontrolliere ich noch lange nicht wer sich hinter dem Betreiber verbirgt“. Na dann.
    Es bleibt Ihnen unbenommen meine Antwort als „Getrolle“ zu bewerten, an schlimmeren Tagen hätte ich vielleicht noch ganz anders reagiert.
    Und jetzt entärgern Sie sich wieder, ich habe Ihr letztes Posting zur Kenntnis genommen und werde beim nächsten Mal anders schreiben.

    Achter

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