Willkommen zurück, zurück im dunklen Zeitalter
Uaahhh! Gerade bei den SienceBlogs entdeckt (der Sargnagelschmied hat’s auch schon). Die Magdeburgisierung der Aufklärung geht voran: Sachsen-Anhalt investiert 2,6 Millionen Euro in Homöopathie – und schafft Homöopathie-Master. (Antimaterie-Globuli hier bestellen)
[Eine eindrückliche Dokumentation, wie sich bizarrste Formen defizienter Intelligenz aus der beschworenen Mitte bis in die verantwortlichen Positionen der Gesellschaft vorerodieren - wenn wirklich jeder Dreck widerspruchslos toleriert wird. Wen wundern da noch Wahlergebnisse?]
Tags: Antidementiva, Homöopathie, KulturpessimismusSozialisieren: twitter, facebook usw. RSS-Feed: Kommentare verfolgen
Am 15. Oktober 2009 um 08:34 Uhr
Komisch – wenns ums Geld geht nehmen die Homöopsychopathen es doch lieber unverdünnt.
Am 15. Oktober 2009 um 09:43 Uhr
Ist eigentlich alles, was Ihr nicht versteht Scharlatanerie? Dann ist ja alles noch wie früher! “Willkommen zurück, zurück im dunklen Zeitalter ”
P.S.: Die Erde ist eine Scheibe!!
Am 15. Oktober 2009 um 13:01 Uhr
Unbequeme Wahrheiten – überall -”Ist eigentlich alles, was Ihr nicht verstehen wollt, Scharlatanerie? Dann ist ja alles noch wie früher! ”
Ja Jürgen hier werden anscheinend angestammt Pfründe der menschenfreundlichen Pharmagangster bedroht. Schüßlersalze sind also nur etwas für “Homöopsychopathen” und können nicht funktionieren, alles psychologisch bedingt (J) alles Einbildung, wenn es funktioniert dann nur als unerklärliche Spontanheilung.
Ja so ist daß, und Medizin und Psychologie sind keine anerkannten Wissenschaften, wie etwas Mathematik, Physik oder Chemie. Sie erfüllen den Anforderungstandart einer Wissenschaft einfach nicht. Abläufe unter den gleichen Bedingung wiederholt, führen immer zum gleichen Ergebnis. Punkt!!
Die Entstehung der Psychologie. Damals im letzten Jahrhundert, als der koschere Herr S. Freud mit seiner Verdummungslehre um sich warf, ergab es sich, daß dieser Herr Freund auch im Intimkreis, des unmittelbar zu vor von den Strippenziehern, empor gejubelten Herr Einstein, verkehrte. Der Herr Einstein hatte nämlichen einen blöden Sohn, an diesem Kind kurierte der Herr Freud, nun eifrig herum. Der Sprößling war zwar nach der Behandlung immer noch blöd, allerdings war Herr Freud im Kometenstreif, des Herrn Einsteins berühmt geworden. Übrigens, war der Meister Einstein, bisher der einzige Nobelpreisträger, im Bereich Naturwissenschaften, welcher seine Theorien nicht mit einer Fußnote erklärte bzw. erklären mußte, was allgemein und Wissenschaftlern, Usus und letztendlich Bedingung von allgemeiner wissenschaftlicher Anerkennung ist. Wahrscheinlich hat der Experte Einstein die zusammen gemopsten Erkenntnisse seiner Kollegen, welchen er als seine Theorie verkaufte selbst nicht verstanden. Soviel zu alchemistischen Psychologie und deren koscheren Adepten und gläubigen Anhängern.
Am 15. Oktober 2009 um 13:34 Uhr
@Jedermann, bist wohl Antisemit? Ein genital und finanziell Zukurzgekommener? Tragisch.
Am 15. Oktober 2009 um 13:44 Uhr
@ Jürgen
ich kämpfe immer noch mit einer massiven Erstverschlechterung. Aber ernsthaft, ihr Höhoms betreibt eine besonders peinliche Form der Kontingenzbewältigung. Das scheint aus humoristischer Perspektive ja ganz betörend, aber Unfugdenke übt halt ungemein. Wer erst mal Hahnemanns skurrile Denkfiguren akzeptiert hat, der schafft es auch bei Bedarf an vierzig posthume Deflorantinnen zu glauben. Oder wie der feine Herr Jedermann, an schädelmesserische Volkskunde.
Schon mal auf die Idee gekommen, dass die Emanzipation von Magischem Denken und Religion zu mehr persönlicher und gesellschaftlicher Freiheit führen könnte?
Okay, selbst KulturEvolution ist ein langwieriger Prozess.
Am 15. Oktober 2009 um 14:00 Uhr
Was bitte ist an Hahnemanns Denkfiguren skurril?
Und v.a., was hat das mit magischem Denken oder gar Religion zu tun??
Hahnemann ging in erster Linie phänomenologisch vor. Und eben nicht kausalistisch. Deshalb mag man ihn heutzutage so ungern verstehen, da nur noch exaktester Kausalismus zählt.
Trotzdem ist Hahnemann mit seinem Vorgehen in Bereiche vorgestossen, die man heute gerade erst anfängt zu verstehen. Wenn man sie denn verstehen will.
Hahnemanns Erklärungen klingen heutzutage putzig. Das gebe ich zu. Ihm ging es aber gar nicht um Erklären. Er hat sich einfach an den Resultaten orientiert.
Außerdem wird ja niemand gezwungen, Homöopathie zu benutzen. Das sieht -zumindest indirekt- bei der Allopathie ganz anders aus.
Meine Empfehlung: geht zur Schweinegrippe-Impfung, da sind zumindest die Nebenwirkungen gesichert!
Am 15. Oktober 2009 um 14:58 Uhr
Schön, wenn man ein Archiv hat. Derartige Gefechte sind mir schließlich nicht neu. Also los:
Es war einmal vor etwa anderthalb Jahrhunderten ein homöopathischer Arzt namens Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898 ). Der entwickelte eine Therapie, bei der Krankheiten mit homöopathisch aufbereiteten Mineralsalzen behandelt werden.
Und was heißt “homöopathisch aufbereitetet”?
Homöopathisch aufbereitet, oder “potenziert”, bedeutet, dass Arzneistoffe nach einem bestimmten Ritual verdünnt und verrieben oder verschüttelt werden. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, glaubte, dass durch Verdünnen plus Verschütteln oder Verreiben die Arzneistoffe in ihrer Wirkung verstärkt würden. Je stärker die Verdünnung, desto stärker die Wirkung. (Ob James Bond deshalb beim Wodka-Martini Wert legte auf “Shaken, not stirred” -”Geschüttelt, nicht gerührt”? nein, nein, ich bin ganz artig!)
In Hahnemanns homöopathischem Grundlagenwerk “Organon der Heilkunst” kann man nachlesen, wie er zu dieser Auffassung gelangte:
Zitat:
„Nur erst wenn wir diesen Stahl-Stab dynamisiren, ihn mit einer stumpfen Feile stark nach Einer Richtung hin reiben, wird er zum wahren, thätigen, kräftigen Magnete, kann Eisen und Stahl an sich ziehen und selbst einem andern Stahl-Stabe, durch bloße Berührung, ja selbst sogar in einiger Entfernung gehalten, magnetische Kraft mittheilen, in desto höherem Grade, je mehr man ihn so gerieben hatte; und ebenso entwickelt Reiben der Arznei-Substanz und Schütteln ihrer Auflösung (Dynamisation, Potenzirung) die medicinischen, in ihr verborgen liegenden Kräfte und enthüllt sie mehr und mehr, oder vergeistiget vielmehr die Materie selbst, wenn man so sagen darf.“
(“Organon” § 269 ff. – das Werk ist 1810 erschienen und kann problemlos zitiert werden)
Hahnemann glaubte also, ein Verfahren wie bei der Magnetisierung des Eisens auch bei Arzneistoffen anwenden zu können zu können. Man muss die Entstehung der Homöopathie in ihrem kulturhistorischen Zusammenhang sehen. Phänomene wie Elektrizität und Magnetismus faszinierten seit William Gilbert auch naturwissenschaftliche Laien; Hahnemann war ein Zeitgenosse von Galvani, Volta, Ohm (die Namen kennen wir aus dem Physikunterricht) und Franz Anton Mesmer, und glaubte, durch Verschütteln oder Verreiben von Arzneistoffen in ihnen einen der Magnetisierung vergleichbaren Effekt zu erzielen, eine Art „Aufladung“ mit „verborgenen Kräften“, während zugleich durch die homöopathische Verdünnung die schnöde Materie „vergeistigt“ werde.
Von Atomen, Ionen oder Elektromagnetismus wusste man zu seiner Zeit noch nicht viel; so konnte Hahnemann es wohl kaum besser wissen. Schon seinen Chinarinden-Selbstversuch, eine der Grundlagen seiner Lehre, hatte er bekanntlich fehlinterpretiert.
Wilhelm Heinrich Schüßler war Homöopath. In seinem Therapiesystem finden anorganische Mineralstoffe (“Salze”) in den sogenannten “Potenzen” D 6 und D 12 Verwendung. D 6 bedeutet eine Verdünnung von 1 : 1.000.000, D 12 bedeutet eine Verdünnung von 1 : 1.000.000.000.000. Das heißt, die angegebenen Mineralstoffe sind in den Pastillen objektiv nicht mehr enthalten, und können damit auch nicht zugeführt werden, z.B. bei einem Mineralstoffmangel. Schüssler-”Salze” bestehen zu 99,9 % aus Milchzucker. Die Mineralsalze sind darin nur in “vergeistigter” Form enthalten. (Ich würde deshalb eher von “Schüssler-Milchzuckerpastillen” reden als von Schüssler-”Salzen” – denn Salze sind da nun mal nicht drin.)
Zitat:
“Es darf dabei nicht vergessen werden, dass die Tabletten keinerlei wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung haben, deshalb sollte bei schwerwiegenden akuten oder chronischen Beschwerden auch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Durch Schüssler-Salze können jenseits der schwermetallhaltigen und der halogenidhaltigen Mittel keine bedeutsamen Mengen der zuzuführenden Stoffe aufgenommen werden, da die Schüssler-Salze fast nur Zucker enthalten.”
(Wikipedia: Schüssler-Salze)
Das ist aber noch nicht die ganze Therapie. Schüssler-Salze sollten strenggenommen vom Heilpraktiker mittels “Antlitzanalyse” ausgewählt werden, d.h. der Heilpraktiker beurteilt z.B. nach der Farbe der Ringe unter den Augen, welche Milchzuckerpastiillen eingenommen werden müssen. Nicht gerade eine taugliche Diagnosemethode, so wenig wie die „Irisdiagnostik“ – aber sie stammt, wie die ganze Homöopathie, aus einer Epoche, als man noch so gut wie gar nichts von Krankheitserregern wusste, geschweige denn von Elektronenmikroskopen oder Laboranalysemethoden wie z.B. Elektrophorese. Es dauerte noch hundert Jahre, bis Karl Landsteiner die Blutgruppen entdeckte …
Allerdings legte Wilhelm Heinrich Schüßler großen Wert auf die Feststellung, dass sein von ihm “Biochemie” genanntes Therapiesystem (das nichts mit der naturwissenschaftlichen Disziplin Biochemie zu tun hat!) nicht identisch sei mit der Homöopathie, da nicht “Ähnliches durch Ähnliches geheilt” werde.
Milchzuckerpillen mit „vergeistigten“ Salzen darin können die Aufnahme von realen Mineralstoffen aus der Nahrung nicht ersetzen. Darum forderte schon Schüssler zusätzlich zu seinen Pastillen eine geeignete Ernährung. Schon mit gutem Mineralwasser führt man dem Körper mehr Mineralstoffe zu als mit Schüsslers Pastillen. Die Nummern spielen wohl nur für die Kasse des Apothekers eine Rolle, ist doch in allen diesen Pillchen dasselbe drin, nämlich Milchzucker.
Wenn jemand trotzdem eine Wirkung verspürt, sei sie ihm vergönnt, doch kann es sich dabei nur um einen Placeboeffekt handeln. Auch ein Placeboeffekt ist unbestreitbar ein Effekt! Ich würde aber eher annehmen, dass die Frau die 48 Kilo durch die Ernahrungsumstellung abgenommen hat. Vielleicht halfen die Schüssler-Zuckertabletten ihrer Psyche, so dass sie leichter bei ihrer Diät bleiben konnte. Glaube kann Berge versetzen, auch Fettberge, keine Frage.
Solche Antiquaria heute noch für bare Münze zu nehmen, Sorry Mann …
Am 15. Oktober 2009 um 15:39 Uhr
Schön zusammenkopiert. Aber nicht wirklich hilfreich!
Wenn man die Wirkung der Homöopathie wirklich besser verstehen möchte, muss man eher in Richtung “Wasser als Informationsträger” etc. forschen.
Am 15. Oktober 2009 um 15:49 Uhr
Ja Kerl,
aber zusammenkopiert aus eigenem Material. Also shut up.
“Wasser als Informationsträger” – das hatte der H-Mann wohl damals schon im Sinn … irgendwie.
Ich beende das Gepräch hier.
Am 17. Oktober 2009 um 16:14 Uhr
Zitat: “Schon mal auf die Idee gekommen, dass die Emanzipation von Magischem Denken und Religion zu mehr persönlicher und gesellschaftlicher Freiheit führen könnte?”
Tja, Alexander, das ist das Problem. Genau das.
Das wollen die doch gar nicht!
Und Du zeigst Denen auch noch den Weg, wie das funktioniert. Da rennst Du doch offenste Scheunentore ein!
Emanzipation! Pah! Freiheit! Puh!
Das ertragen die doch gar nicht.
Das hieße doch auch, die Verantwortung für das Gedachte und Gesagte übernehmen. Selber! Statt antikem vorgekautem Voll-gaga-Stuß wiederzugeben.
Nein Alexander! Da gehst Du von völlig falschen Voraussetzungen über die menschliche Natur aus. Du bedrohst die Menschen geradezu (mit Freiheit und sonem Zeugs). So werden Dich die Menschen nie lieben.
Merke: Wenn Du Liebe und Bewunderung willst, dann hilf mit, Deine Mitmenschen zu verblöden. Erfinde Oberstuß und vor allem: Finde ab sofort alles Super was kognitiv nach Verwesung stinkt!
Jetzt merke ich grade: Ich täusche mich in Dir!
Du willst Die Mitmenscheit gar nicht beglücken!
Du drohst mit voller Absicht mit Emanzipation, auf dass sie Dich nicht leiden können!
So ist das!
Am 17. Oktober 2009 um 16:24 Uhr
Tja,
hab’ zu viel im Zarathustra geschmökert. Wenn ich pinkle, regnet es jetzt bei den armen Seelen ín den Opferstock. Auch doof …
Am 2. Januar 2010 um 14:06 Uhr
[...] heute Rainer Müller in der faz. Ich habe diesen Texte jetzt zweimal gelesen und verbleibe trotzdem gänzlich ratlos. Allein das Aussterben der Sachsen-Anhaltiner erscheint nun erklärlich, sind doch ejakulatorische [...]