Angsthasen in Kansas-City
Wie eine Hasenkolonie Junge wirft, produziert die Beforschung der Multiplen Sklerose unentwegt neue Erkenntnisse zu allem und jedem. Damit befüllen dann die Interferon-Dealer ihre Netzseiten. Der Nutzwert für die Kranken bleibt indes begrenzt, so auch in Missouri, USA:
Dort hat ein Forscherteam an der Universität Kansas-City ganz Unglaubliches festgestellt und den spektakulären Befund sogleich in einer Studie dokumentiert. Diese groß angelegte Untersuchung an 50 MS-Opfern [1] legt nahe, nein sie beweist, dass erhöhte Ängstlichkeit bei MS-Patienten mit Fatigue, Schlafstörungen, Schmerzen und dem Behinderungsstatus in Zusammenhang steht.
Damit Klugscheißer – wie ich – nicht einfach herkommen und behaupten, o.g. könne auch ein Trugschluss sein, denn erst mal sei mit dieser Analyse ja nur die krankhafte Ängstlichkeit der Missourianer bewiesen, haben Bruce JM, Arnett P. und Kollegen eine 45-köpfige Kontrollgruppe mituntersucht. Die Probanden haben keine MS, sind aus der Gegend und erwiesen sich als weniger geängstigt. Die Ängstlichkeit scheint tatsächlich nicht landsmannschaftlichen Ursprungs zu sein.
Wow, wer hätte das nu’ gedacht: Leute die in Kansas-City einem völlig unberechenbaren Krankheits- und damit Lebensverlauf ausgeliefert sind, neigen, ihre Zukunft betreffend, zu schlimmen Befürchtungen (Euphemismus für Lebensangst). Ach so …
[1: Aus dem Abstract zur Studie geht leider nicht hervor, ob es sich bei den Studien- teilnehmern um Menschen, Labormäuse oder eben Hasen handelte.]
Alexander Otto
… zurück in die myelounge »