PML-Fallmeldungen (chronologisch)

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Tysabri: acht bestätigte Todesfälle durch PML

28. Januar 2010 Seit Juni letzten Jahres gab es von Biogen Idec keine offiziellen Informationen mehr über pml-verursachte Todesfälle.
Im November 2009 führte Luke Timmerman für xconomy-boston ein Interview mit Biogen Idecs Senior Vice President Al Sandrock. Es wurde von fünf Todesfällen nach der Wiederzulassung von Tysabri gesprochen. Die Überlebensrate der Erkrankten lag damit bei etwa bei 80 Prozent.
Laut Boston Business Journal vom 20. Januar 2010 gibt es nun acht Todesfälle.

An dieser Stelle möchte ich mein tiefes Mitgefühl für die Angehörigen und Freunde der Verstorbenen ausdrücken.

Alexander Otto
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Tysabri-Nebenwirkung-PML: Sind europäische Neurologen mitverantwortlich, namentlich die Deutschen?

28. Oktober 2009 – Eine böse Frage, doch irgendwie naheliegend. Die meisten der 24 bestätigten PML-Fälle traten in Europa auf, insbesondere in Deutschland. Könnte es einen Zusammenhang zwischen der scheinbar höheren PML-Prävalenz in Deutschland und mangelnder ärztlicher Kompetenz geben?

Wird die Überwachung der Patienten hierzulande gar zu lax gehandhabt, möglicherweise unverantwortlich und unprofessionell?

Besonders unzureichender zeitlicher Sicherheitsabstand zu immunsuppressiven Therapien wie Mitoxantron und Azathioprin, aber auch zu den immunmodulierenden Interferon- Präparaten, könnte die beklagenswerte PML-Anfälligkeit unserer Landsleute erklären (gewiss überzeugender als irgendeine genetische Prädisposition).

Biogen Idec versucht deshalb schon seit mindestens zwölf Monaten, die Zusammenarbeit zwischen amerikanischen und deutschen/europäischen Behandlungszentren zu in- tensivieren.

Tysabri sollte nur in einer strukturierten Umgebung verordnet und verabreicht werden. Für selbstherrliche Heilversuche ist das Gefahrenpotential der monoklonalen Antikörper ganz offensichtlich zu groß.

Geradezu gotteslästerlich für den freien deutschen Facharzt. David Phillips; via bnet.com …»
(Der Artikel ist auch in Google-Übersetzung leidlich verständlich.)

Alexander Otto
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Tysabri – der 24. PML-Fall

LONDON, 27. Oktober 2009 – Die European Medicines Agency meldet einen weiteren PML-Fall. Damit sind es jetzt weltweit insgesamt 24 Erkrankungen. Quelle: MedNous

Liste der PML-Erkrankungen unter Tysabri (Stand: August 2009)

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24 Monate Tysabri, wie geht es weiter? (Teil 2 – Rebound)

28. September 2009 – Tys lebenslänglich? Die Therapie könnte kürzer ausfallen als gedacht. Das kontinuierlich ansteigende PML-Risiko (unvorhersehbar!) bereitet mittlerweile selbst Hardcore-Neurologen Adhärenz-Probleme.

Böse Anglismen wie «Drug-Hollidays» und «Drug-Switch» machen die Runde. Doch Patient und Arzt fürchten auch den grauslichen Rebound-Effekt. Während einer Arbeitstagung des Ärztlichen Beirats der DMSG wurde zu dem unheimlichen Phänomen festgestellt, Zitat:

«Nach Absetzen von Natalizumab kommt es zur allmählichen Rückkehr der Krankheitsaktivität, generell gibt es keine Hinweise auf ein echtes Reboundphänomen bei längerer Natalizumab- Therapie (> 6 Monate).
Die Schubrate übersteigt dabei nicht die Schubrate der Placebogruppe während der Studien- phase.
Die Anzahl kontrastmittelaufnehmender Läsionen übersteigt nicht die MRT-Aktivität vor Therapie- Beginn.»

Oder einfach gesagt: Die untysabrierte Multiple Sklerose kehrt zu ihrer normalen Aktivität zurück. Mann, wer hätte das gedacht? Umso erstaunlicher ist das Fazit der Experten:

«Aus Sicht der Arbeitsgruppe besteht damit der Konsens, dass die Strategie der «Drug Holidays» unter laufender Natalizumab-Therapie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht empfehlenswert ist.»

Ja, die Schlussfolgerung drängt sich auf. Die Argumentation ist zwingend.

Übrigens: Die Autoren erhielten Vortrags- und Consultinghonorare sowie Forschungs- unterstützungen von Bayer Schering, Biogen Idec, Merck Serono, Novartis, Sanofi-Aventis und TEVA Pharma. Ehrlich. (DMSG & Thieme-Connect)

Alexander Otto
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PML-Bluttest: «Bioenergetisches Monitoring» von Immunzellen – doch kein Bullshit?

Um pml-gefährdete Tysabri-Patienten rechtzeitig zu identifizieren, wird seit Anfang 2008 am St. Josefs Hospital der Ruhr Universität Bochum an innovativen Verfahren gearbeitet. Ein Ansatz ist weniger esoterisch, als seine Bezeichnung «Bioenergetisches Monitoring» mich zunächst fürchten ließ. (Bild: Lymphozyte – Dr. Triche National Cancer Institute; Wikipedia)

Mitochondrien fungieren als biologische Kraftwerke, indem sie den Zellen das energiereiche Molekül Adenosintriphosphat (ATP/Wikipedia) liefern. Die Syntheserate solcher ATP-Moleküle könnte Aussagen über die «Fitness» der untersuchten Zellen zulassen.
Die Firma Cylex Inc. hat ein Verfahren (ImmunKnow®) entwickelt, um die intrazelluläre ATP-Synthese von CD4-Immunzellen zu bestimmen (Ich vermute, ein derartiges Verfahren wird in Bochum erprobt):
Dazu wird zunächst Vollblut für 15-18 Stunden mit Phytohämagglutinin behandelt. Das pflanzliche Eiweiß verklumpt die roten Blutkörperchen und regt die Zellkultur zur Teilung an. Dabei steigt die ATP-Produktion innerhalb der Zellen. Als nächstes werden die CD4-Zellen durch magnetische Trennung aus dem Blut isoliert und aufgelöst (lysiert). Das bei der Lyse freigesetzte intrazelluläre ATP wird dann durch ein Lumineszenzverfahren sichtbar gemacht und kann mengenmäßig bestimmt werden.
Die so ermittelte ATP-Menge soll eine Aussage über die Lymphozyten-Aktivität und damit den Immunstatus ermöglichen. Leider ist der klinische Wert von Surrogatmarkern wie dem ATP-Assay noch nicht genügend geklärt. Erst müssen genügend Patientendaten über den ATP-Status vor und unter Immuntherapie gesammelt werden (Thieme-Connect).

Anmerkung: Welche Aussagekraft hat das ATP-Potential von Leukozyten, die wir mit Tysabri vom ZNS fernhalten, für den Immunstatus jenseits der Bluthirnschranke? Oder lässt das Verfahren mittelbar auch Rückschlüsse auf die Abwehrbereitschaft der Mikrogila zu?

Alexander Otto
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Tags: PML, PML-Bluttest, Ralf Gold, Tysabri (Natalizumab)

24 Monate Tysabri, wie geht es weiter? (Teil 1 – Gold)

24. September 2009 – Nun hat es sich bis in die Bel étage der deutschen Neurologie rumgesprochen: Etwa nach 24 Tys-Therapie-Monaten steigt das PML-Risiko hierzulande auf geschätzte 1:900. Ein dem Risiko angemessenes Prozedere ist also gefragt.

Professor Dr. Ralf Gold von der Ruhr Universität Bochum gibt via Amsel Expertenrat. Selbstverständlich nicht ohne uns ein neues Expertenrätsel aufzugeben:

1. Therapie-Pause oder Ausstieg mit Switch auf eine andere, ungefährliche Therapie wie Beta-Interferon® (Interferon IFNß) oder Copaxone® (Glatiramerazetat) für mindestens 1 Jahr.

2. Ein bioenergetisches Monitoring [???] – woran die Bochumer seit Anfang 2008 arbeiten – um die potentiellen Risikoträger zu identifizieren, deren Immunzellen unter Tysabri «energetisch in die Knie gehen».

Was Herr Gold – was zur Hölle – ist ein bioenergetisches Monitoring der Immunzellen? Das hört sich aber sehr karma-medizinisch an Ich bitte um Aufklärung.
[UPDATE: Ich habe mich doch lieber selbst aufgeklärt.]

Alexander Otto
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To whom it may concern: Tysabri – zwei weitere PML-Fälle

WASHINGTON Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA bestätigt zwei weitere PML-Erkrankungen in Europa und den USA. … weiter »

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