Almosen statt Steuern – Spenden nach Gutsherrenart sollten endlich den Sozialstaat ersetzen!

Derzeit wird viel über Stiftungen sinniert, vornehmlich von uns Bestverdienern. Wir würden gerne komplett selbst entscheiden, wem wir unseren Solidarbeitrag zukommen lassen.

Foto:PixelQuelle.de/H.H.RammFür Steuerehrlichkeit gibt es keine Dankbarkeit und erst recht keine schicken Charity-Galas. Deshalb ist Steuernzahlen auch so spaßfrei, viel schöner wäre es doch, wenn wir den Solidarbeitrag direkt selbst an die persönlich bevorzugten Lieblingsempfänger geben könnten. Das Auge spendet schließlich mit.

Je nach Geschmack, strahlen uns dann glückliche Kinderaugen an oder HIV-positive Künstler verewigen ihre Gönner in Popart-Grafiken a la Andy Warhol. Damit dankbare Gemeinden ihre schönsten Parkbänke nach mir benennen dürfen, müssen sie lediglich die Gewerbesteuer abschaffen. Aus dem unversteuerten Millionenerbe kaufe ich mir selbstlos eine neue Uhr bei Frau Ohoven, denn vom Kaufpreis (51.000 Euro) geht garantiert ein Cent an die Regenwald-Stiftung oder so. Statt eine Reichensteuer abzuführen, werde ich lieber quartalsweise für Frau Merkel ein geschmackvolles Kostüm aus dem Sammelcontainer suchen. Das wird nicht nur unser gequältes Auge erfreuen, sondern schützt auch die Arbeitsplätze in den Nähereien West-Afrikas vor Billigimporten und die Kanzlerfrau vor der sozialen Kälte.

Um schließlich das politische Klima nachhaltig im Land zu verbessern, schenke ich extrafreiwillig sogar meine Bonus-Meilen Oskar Lafontaine. Vielleicht klappt es ja so doch noch mit der Bildungsreise nach Teheran, aber den Herrn Voigt muss er mitnehmen. Über die Rückflugtickets unterhalten wir uns später.

Also Schluss mit den egalitären Spinnereien des 20. Jahrhunderts und zurück zum Feudalismus oder glauben sie ernsthaft, der Pöbel hätte der Welt Versailles gebaut oder Mozart bezuschusst? Na also, hier muss es hingehen Deutschland!

[Bildnachweis: www.pixelio.de; © H.H. Rammo; Lizenzvertrag redaktionell]

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