Bankenkrise vs. Nahrungsmittelkrise

Seit Ende 2007 stieg die Zahl der vom Hunger bedrohten Menschen von 880 Millionen auf über eine Milliarde weltweit. Allein im laufenden Jahr benötigt das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen daher zusätzlich 1,4 Milliarden US-Dollar – eigentlich ein Pappenstiel.

Bemerkenswert, wie kleinkariert  solche globalen Nothilfen im Vergleich zur Bankenkrise ausfallen. Die Notenbanken reagieren mit beispiellosen Stützungskäufen und pumpen Milliarden in die Märkte, dazu senken sie die ohnehin schon niedrigen Zinsen weiter. Aber damit nicht genug, BürgerIn spendiert auch direkte Geschenke an die armen Finanzinstitute: Alleine die deutsche IKB verschlang bisher drei staatliche Rettungspakete im Gesamtwert von rund 8,5 Milliarden Euro – alles diskussionslos und völlig unbürokratisch.

Offensichtlich ist Katastrophenrefinanzierung keine Frage der verfügbaren Budgets – es ist eine Frage des Wollens. Die zu erwartenden Hungerrevolten infolge der weltweit steigenden Lebensmittelpreise scheinen aber nur beschränkt zur richtigen Willensbildung beizutragen. Vielleicht liegt es an den falsch gewählten Adressaten der Proteste.

Den Hungernden wären Ausschreitungen gegen international aufgestellte Finanzinstitute dringend zu empfehlen. Sollten nämlich der Finanzwirtschaft ernsthafte Schäden aus der Nahrungsmittelkrise drohen, dann wird die schon auf wirksame Abhilfen drängen – selbstverständlich nicht auf eigene Rechnung. Wäre aber egal, Hauptsache satt.

[Bildnachweis: © eigene Montage; CC License Deed 2.0]

Ein Gedanke zu „Bankenkrise vs. Nahrungsmittelkrise

  1. Chrisitan

    salve
    den Hungernden fehlt die Energie dazu, noch Proteste zu organisieren und uns fehlt das Rückgrad. Somit kommen wir beide nicht vorwärts. Obwohl andere ohne Rückgrad vermutlich sehr gut davon Leben können.

    Christian

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