Schwarze Sommerlöcher

Ein simuliertes Schwarzes Loch von 10 Sonnenmassen vor Milchstraßenhintergrund aus 600km Abstand gesehen (horizontaler Öffnungswinkel der Kamera: 90°)Etwa 50 Monate würde es dauern, dann hätte uns das schwarze Loch vollständig verdrückt. Eins kann frau von den Apokalyptikern wahrlich nicht behaupten: das sie nicht auf der Höhe ihrer Zeit wären.

Weltweiter thermonuklearer Krieg, Kometeneinschläge und Vogelgrippe-Pandemien bleiben trotzdem beharrlich aus. Die Angstlust lässt spürbar nach. Es müsste also dringend mal was Neues her – dachte sich auch Otto Rössler.

Der habilitierte Biochemiker und Chaosforscher bemüht das CERN für sein Weltuntergangs- szenario. Der Postulator des Rössler-Attraktors [?] und Begründer der Endophysik hält weder den Higgs-Mechanismus noch das Hawking’sche Zerstrahlungstheorem für geeignet, die Entstehung stabiler schwarzer Löcher am Large Hadron Collider (LHC) in Genf völlig auszuschließen (Rössler im golem-Interview aus dem Februar 2008: Chaos, Verschwörung, schwarze Löcher).

Als praktizierende Antiphysikerin ermangelt es mir selbstverständlich an jeglicher Kompetenz, die rösslerschen Ausführungen angemessen zu beurteilen. Die Fachwelt scheint aber nicht ganz so beeindruckt wie die Boulevard-Medien.  Mein Schrecken hält sich daher in Grenzen.  Immerhin, am 4. Juli darf Rössler seine Befürchtungen am CERN vortragen. Die relevanten Exprimente beginnen dann im Oktober. 

Womöglich ist SETI deshalb erfolglos, weil das eben der universale Gang der Dinge ist: Zivilisationen entwickeln sich grundsätzlich nur soweit, bis sie anfangen, Teilchen zu beschleunigen? Oder die Welt ist eh nur ein Computersimulacrum und wir manipulieren ahnungslos an dessen Quellcode?

Vielleicht trifft mich morgen aber auch bloß der Blitz beim Scheißen. Das wäre dann definitiv das Weltenende, da bin ich ganz solipsistisch.

[Bildnachweis: Wikipedia; © Ute Kraus, Physikdidaktik-AG , Theoretische Astrophysik Tübingen; CC Attribution ShareAlike 2.0 ]

4 Gedanken zu „Schwarze Sommerlöcher

  1. scientist

    CERN macht mir persönlich doch schon nen wenig Angst. Niemand weiß, was wirklich passiert. Alle sprechen in Wahrscheinlichkeiten. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, dass etwas „Unschönes“ passiert gegen 0,00999 tendiert, sollte man die Finger von solch einem folgeschweren Versuch lassen. Der Versuch wird ja irgendwie millionenfach wiederholt…

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