Kanzlerkandidat per Presse-Akklamation

[Bildnachweis: Armin Kübelbeck; Lizenz CC ShareAlike 3.0 Unported]

Am Samstag hatte die Deutsche-Presse-Agentur endlich den SPD-Kanzler- kandidaten gekürt. In den Tagen zuvor rotierte das selbstreferenzielle Leitmedien-Karrussel um die K-Frage. Es war viel von Informationen aus gut informierten Kreisen zu lesen. Eine überprüfbare Quelle gab es nicht.

Heute Mittag vollstreckte die SPD-Führung den dpa-Beschluss willig. Herr Steinmeier ist SPD-Kanzlerkandidat 2009. Damit gehen die Sozialdemokraten mit einem Mann an den Start, der die personifizierte Entfremdung zur klassischen SPD-Klientel darstellt. Oskar und Angie sagen Danke.

Nachtrag: Müntefering will für Steinmeier den Parteivorstand machen. Bis zum Sonderparteitag erledigt der Frank-Walter das aber erst mal kommissarisch selber. Alles wird gut, bloß nicht für die SPD.

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2 Gedanken zu „Kanzlerkandidat per Presse-Akklamation

  1. Alexander Otto Beitragsautor

    @Welehamm
    Die unverbesserliche Rechthaberei dieser Herren kotzt mich an. Bis 2004 hielt ich die Agenda 2010 für eine schmerzhafte aber notwendige Initiative. Ich habe mich geirrt. Die erhofften positiven Effekte haben sich in ihr Gegenteil verkehrt:

    – Die Aufstockerleistungen setzten eine Lohnsenkungsspirale in Gang, die uns mittlerweile einen Niedrigstlohnsektor von us-amerikanischen Ausmaßen beschert hat.

    – Der Lohn-/Gehaltsdruck pflanzt sich bis ins mittleren Einkommens-Segment fort.

    – Die Hartz IV und Grundsicherungsregelsätze wurden nie dem gestiegenen Preisniveau angepasst.

    – Dementsprechend schlecht ist die Binnenkonjunktur – außer Aldi und Co steht der Einzelhandel mit dem Rücken zur Wand.

    – Fördemaßnahmen für Langzeitarbeitslose wurden durch Repression ersetzt.

    – Gleichzeitig wird die „Angebotsseite“ reich mit Steuergeschenken und Deregulierung beschenkt.

    Die Aufzählung ließe sich noch lange fortsetzen. Fest steht: für 80 – 90 Prozent der Deutschen hat die Agenda keine ökonomischen Verbesserungen gebracht. Dafür steht die Sozialdemokratie vor dem Aus. Es interessiert die Partei-Spitze nicht.

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