Was genau hat die KfW-Bank von Lehman Brothers gekauft?

… wofür wurde die Kohle überwiesen? fragt nicht nur Florian Turm.

Obwohl die chefarztfrauliche:beobachter-Redaktion per Definition nicht nur alles weiß, sondern das auch noch besser, bleibt die Frage doch irgendwie unbeantwortet. Quasi im Nebensatz erwähnen die sogenannten Qualitätsmedien ein ominöses Devisen-Swap-Geschäft. Ach so, na dann – weiß doch jeder.

Solche Geschäfte definiert aktiencheck.de so: Kauft man Devisen am Kassamarkt und verkauft sie gleichzeitig am Terminmarkt, bzw. kauft am Terminmarkt und verkauft zum gleichen Zeitpunkt am Kassamarkt, so spricht man von einem Devisen-Swap-Geschäft. Jetz kapiert?

Der Gewinn soll dabei durch die Preis-Differenz an verschiedenen Märkten erzielt werden. Ein etwaiger Verlust auch. Also ein eigentlich  Arbitrage-Geschäft? Nö, uneigentlich ein „geswaptes“ Arbitrage-Geschäft.

Das wäre dann der Austausch von Forderungen oder Verbindlichkeiten in gleicher oder fremder Währung aus oben genannten Arbitrage-Geschäften. Soweit die Theorie.

Was für eine Forderung die KfW-Bank nun konkret in der heillosen Praxis gegen Lehman Brothers hat, bleibt trotzdem unklar. Weder die Art des Tausch/Kaufgegenstands, etwa Terminkontrakte für Irgendwas oder verbriefte Forderungen über Sonstwas oder, oder, oder – noch das konkrete Devisen-Underlay sind für mich eruierbar. Sorry!

Ich hab‘ die Frage an WEISSGARNIX gemailt. Warten.

3 Gedanken zu „Was genau hat die KfW-Bank von Lehman Brothers gekauft?

  1. Alexander Otto Beitragsautor

    Die Erklärung, warum sich gerade öffentliche Banken wie die KfW/IKB, Sachsen LB, Bayern LB oder die West LB derart drastisch verspekuliert haben:

    Durch die Staatshaftung konnten die öffentlichen Banken billigere Kredite als ihre private Konkurrenz anbieten. Ihr Auftrag war die günstige Finanzierung kleiner Unternehmen, des Wohnungsbaus, des Umweltschutzes etc.

    Damit war Schluss, als die Brüsseler EU-Bürokratie auf Betreiben der privaten Banken im Juli 2005 diesen Wettbewerbsvorteil abschaffte/verbot.

    Um ihre günstigen Konditionen beibehalten zu können, mussten die öffentlich-rechtlichen Banken irgendwoher zusätzliches Geld beschaffen. Sie versuchten das, für ihren öffentlichen Auftrag notwendige Geld, mittels ausgelagerter Investmentgesellschaften durch riskante Wertpapiergeschäfte zu verdienen. Das gelang ihnen über etwa 2 Jahre sogar ganz ordentlich. Quasi ein Recycling von Finanzblasen-Geld für die Realökonomie.

    Ausgerechnet diese durch die „Deregulierung“ des europäischen Bankensystems erzwungenen Risiko-Geschäfte werden von neoliberalen Doktrinären genutzt, um den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Bankensystems vollends in Frage zu stellen.

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