Unverantwortlich: Billig-Discounter verknappen Spenderorgane

Schwedische Lidel-Mitarbeiter vergiften Lebensmittel, um Leute vom Containern abzuhalten. Wenn das hierzulande Schule macht, kollabiert der Organ-Markt mit unabsehbaren Konsequenzen für die Volksgesundheit.

Gerade erst (2007) hatte uns der brillante Professor Peter Oberender den Ausweg aus der Frischfleischkrise gewiesen – die Organspendepflicht für ALGII-Empfänger. Eine derart hoch- integrative Sozialteilhabe wäre zur klassischen Win-win-Situation für Spender, Empfänger und Sozialkassen geworden. Doch durch das unverantwortliche Entsorgungsgebaren skandinavischer Supermärkte gerät das Konzept nun ohne Not in Gefahr.

Zu den artspezifischen Verhaltensweisen der Spender-Population gehört nun einmal die Nahrungssuche in Müllcontainern – wo sonst. Es erscheint wenig sinnvoll, unsere Organwirte mit Putzmitteln zu kontaminieren. Oder würdet ihr für eine Domestos-Niere Spitzenpreise bieten wollen?

In der Folge geraten die Kurse an der Eurotransplant unter Druck und damit auch die Sozialsysteme. Todesfälle und womöglich sogar Steuererhöhnungen drohen. Was also tun? Ein Müllvergiftungsverbot ist keine marktkonforme Option. Wir haben schließlich nicht 30 Jahre lang die Märkte befreit, um jetzt ausgerechnet den Super-Märkten in der Mülltonne rumzuregulieren. No way, das geht mal gar nicht!

Eine ökologisch einwandfrei gefütterte Alternative muss her – ohne dabei auf den ordnungspolitischen Holzweg zu geraten. Akademiker sind in aller Regel gesund ernährt. Als Mega-Leistungsträger sollten wir sie aber möglichst unbeschnitten produzieren lassen.

Aber zum Glück existiert eine Schnittmenge aus Minderproduktivität und Akademikertum. In weiser Vorausahnung der eigenen Überflüssigkeit warteten einige kluge Frauen und Männer den jetzt erbrachten Beweis derselben nicht ab. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen ist, trugen sie sich bereits im Jahr 2005 freiwillig in eine spezielle Spenderkartei ein. Einzig Herr Oberender mag noch nicht.

Übrigens ist Peter Oberender Mitglied des Wissenschaftsrates, in dessen Arbeitsgruppe „Public Private Partnership in der Hochschulmedizin“ er immer noch Vorsitzender ist. Daneben ist er Mitglied der Bayerischen Bioethik-Kommission (!). Auch ist Oberender Mitglied des erweiterten Vorstandes des Vereins für Socialpolitik (passenderweise mit atavistischem „c“ geschrieben). Über Herrn Oberenders Spendereignung besteht somit kein Zweifel – Hirngewebe exklusive.

[Bildnachweis: Screenshot Spielplan Hamburger Schauspielhaus]

2 Gedanken zu „Unverantwortlich: Billig-Discounter verknappen Spenderorgane

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