Wolfgang Franz: Den Druck allmählich steigern

Damit sich Langzeitfaulenzer samt Brut über die Festtage nicht zu behaglich vor ihren Plasmabildschirmen einkuscheln, sorgt der Sachverständigenratspräsident noch mal für richtig Durchzug in den überheizten Prekariatsquartieren.

Um 30 Prozent muss der Hartz-IV-Regelsatz gesenkt werden, befindet der Rat der Wirtschaftsweisen. Zum Ausgleich dafür sinken die Hinzuverdienstgrenzen. Schließlich ist im Zuge des permanenten Krisewachstums mit einem explodierenden Jobangebot im Niedriglohnsektor zu rechnen.

Spätestens wenn, wie dringend angeraten, der Mindestlohn für Post-Zusteller revidiert wird, kommt es zu massivem Arbeitskräftemangel und das Produktivitätswachstum gerät in ernsthafte Gefahr.

Für die gesellschaftliche Akzeptanz beider Maßnahmen (Hartz-VI-Senkung & Lohn- entriegelung) werden die Medien des Springer-Konzerns, der WAZ-Verlagsgruppe und des Holtzbrinck-Verlags im neuen Jahr in einer konzertierten Kampagne sorgen.

Die Unternehmen waren Anteilseigner der im Januar 2008 verflüssigten PIN-Group und haben somit ausgiebigen Revanche-Bedarf am Sozialstaatsrest.

[Es geht also tatsächlich los, der Einstieg in die Zwangsarbeitsgesellschaft wird vorbereitet.]

 

26 Gedanken zu „Wolfgang Franz: Den Druck allmählich steigern

  1. Un-verständnis

    30 km, das sind 60 am Tag, 300 km die Woche, also mindestens 1200 km im Monat.
    Nehmen wir mal großzügig an, der Wagen braucht 6 l, Erwerbslose können sich gar keinen oder nur ein Auto, das nicht mehr auf den neusten technischen Stand ist leisten. Das macht 72 l, also mindestens 100,- € Spritkosten im Monat ohne Verschleiß, es kommen also noch weitere Kosten hinzu.
    Kein Mensch mit wirtschaftlichem Verstand, würde sich auf diesen Job einlassen. Schließlich bedeuten 30 km Fahrt auch Fahrzeit. Dann wären da auch noch Kosten für Parkplatz etc.
    Deine Argumente „Miss-Verständnis“ sind Blähungen aus einem vollen Bürgerbauch, mehr nicht und genauso flüchtig, bei näherer Betrachtung.

  2. Miss-verständnis

    Du kannst das gerne „alte Leier“ nennen, mässiges Argument
    Ich empfehle dir aber bevor Du die doch recht abgedroschenen Bildschlagzeilen ständig wiederholst, einfach mal Deutschland zu verlassen
    Es muss nicht Rumänien sein, so weit musst Du nicht fahren um zu sehen, was Armut ist.
    Witzig ist, das du dich, wenn es dann passt, auf einmal auf EU Definitionen berufst, ich dachte, das sei alles manipuliert?

    Wenn Seraphine als einzige Sorge hat, für einen 400 Euro Job 30 km mit dem eigenen Auto zu fahren und Sprit zu verballern, kann ich den Ansatz von Franz sehr gut verstehen.
    Die Sorge hat auch die Kassiererin bei Lidl mit den zwei Kindern, wo ihr einkauft
    Nur hat die genug Stolz, sich selbst zu finanzieren und sich nicht auf einen Staat zu verlassen was ja zugegebenermassen auch sehr viel leichter ist.
    Das wird in 10 Jahren nicht mehr möglich sein, die Dummen sind die, die keine Luxusgedanken wie Seraphine haben
    Ihr habt das Solidarsystem einfach nicht verstanden

    Die Sauerei von einigen Banken zu vergleichen mit Seraphine, nach dem Motto, wenn die es machen darf ich es auch, unterstreicht mein Eindruck, das Du mit „alter Leier“ wohl das meinst, was Du selbst schreibst.
    Das ist zu billig, sorry

    Eigene Argumente ständig mit Politikern, die doch alle irgendwie gesteuert sind wie hier viele schreiben, ist auch eher schwach.
    Wie es eben passt

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