Archiv der Kategorie: para:medizin

#Gesundheitsreformation: Marktkonforme Win-Win-Situation

BERLIN +++ Der geschäftsführende Vorstand des AOK-Bundesverbandes, Uwe Deh wagte es jüngst, die Forderung der Union nach einer Absenkung des Apothekenabschlages und eine ‚Reform’ des AMNOG ab 2013 als Wahlgeschenk zu bezeichnen.
Der Affront konnte selbstverständlich nicht ungestraft bleiben. Spezialexpertenhornbrillenträger Jens Spahn erklärt also dem Herrn Deh in einem netten Brief: «Wenn Ihre Äußerung so zu verstehen ist, dass Sie das Wegfallen der Begrenzung der Entwicklung der Verwaltungskosten (…) ab dem Jahr 2013 als ‚Geschenk an die Kassen‘ verstehen, das eigentlich nicht nötig wäre, sind wir gerne bereit, dies gesetzgeberisch aufzugreifen.»
Was sich zunächst wie eine Drohung liest, weist tatsächlich einen Weg aus der Konfrontation: CDU/CSU, FDP, Apotheker und Pharmas kriegen ihre Wahlgeschenke und die Kassenvorstände dürfen ihre Bezüge wieder erhöhen. Da freut sich dann auch Standard & Poors.

# UV-Strahlendoping – wie geht das denn? Glauben.

ERFURT +++ Vermutlich hat der Sportschamane Andreas Franke das Athletenblut nach angemessener Zuzahlung auch homöopathisch geschüttelt.
Detlef Thieme, Leiter des Dopingkontrolllabors in Kreischa via MDR Info: «Das ist mehr im Bereich des medizinischen Okkultismus angesiedelt.»
Vorschlag zur Ritualoptimierung: Um die verbotenen Eigenblutinfusionen (50 Milliliter!) zu vermeiden, könnte den Sportlern statt dessen ein autonomer UV-Led-Stent gesetzt werden. Die Therapie kann dann per Fernsteuerung initiiert werden.

#Homöopathie: Die neue Schwatzkunst bleibt die alte

+++ Nicht nur Diskussionen mit Hahnemann-Jüngern sind sinnlos bis zur Erstverschlechterung, auch der Wortwechsel mit Leuten, die nur ‚aufgeschlossen’ gegenüber gewerbsmäßiger Scharlatanerie sein wollen, ist problematisch.
Einmal mit den Memplexen und Begriffsverwindungen der pseudomedizinischen Esoterik kontaminiert, verliert auch ein stellvertretendes GEO-Chefredakteursgehirn deutlich an Kritikfähigkeit. Anatol Stefanowitsch hat die Sprach- und Geistesverletzungen des Homöopathie-Opfers Jens Schröder in den SciLogs dokumentiert – ein deprimierender Befund mit ungewisser Prognose.
Mentalhygiene ist so unerlässlich wie Zähneputzen. Bleibt achtsam!

#SPD: Beitragsvermessenheitsgrenzwertüberschreitung

WILLY-BRANDT-HAUS Wer Visionen habe, der solle doch zum Arzt gehen, riet dereinst Großkanzler Schmidt. Ob freilich Mediziner seinen Genossen überhaupt noch helfen könnten, erscheint bei  aktueller Befundlage mehr als fraglich.
Die SPD-Führung hat sich selbst als Klientel entdeckt. Durch ein Bürgerversicherung genanntes Halluzinat würden die Feudaldemokraten nämlich gerne ihre Krankenversicherungsbeiträge  deckeln, ihre Miet- und Kapitalerträge vor dem gierigen Zugriff der Versichertengemeinschaft retten und überhaupt eine Art Bestandsschutz für ihre ganz persönlichen PKV-Privilegien schaffen.
Zur Realisierung dieser Vision träumt die Selbsthilfeorganisation  SPD von einem Bündnis mit der Palliativpatienteninitiative um Herrn Doktor Rösler.
Auf die Irrealität solcher Fluchtphantasien – die parlamentarische Mehrheitsbemessungsgrenze – hingewiesen, reagieren die Kranken mit einem Hauptsymptom ihres Leidens, der fehlenden Krankheitseinsicht. Die Prognose ist infaustisch: ein quälendes Warten auf den Sterbehilfewähler.

#Fukushima – Molekulares Massaker

Bei DocCheck gibt’s aus gegebenem Anlass einen zweiteiligen Artikel über die verheerende Wirkung von Radioaktivität auf den menschlichen Körper: Strahlenkrankheit – DNA im Dauerfeueer (I), Isotope – Gefährliche Nummern (II)
[Update 16.03.11 – 9:05 Uhr] Nach Regierungsangaben hat die Strahlenbelastung in Fukushima mittlerweile Werte von bis zu 1000 Millisievert – also einem Sievert! – pro Stunde erreicht; viafaz.
Bei Belastungen zwischen einem und sechs Sievert kommt es zu Schäden des blutbildenden Systems. Bei einer sechsstündigen Exposition steigt die Mortalität der Kamikaze-Arbeiter bis auf 60 Prozent.

#NRW-Opposition: Demosphobie (ICD-10: F40 1)

DÜSSELDORF Kollektive psychogene Erkrankung legt konservative Leistungsethiker flach. Diagnose; via ruhrbarone.
Die Befürchtungen der Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Mandatsverlust oder sozioökonomische Kompetenzminderung beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor Reputations- und Kontrollverlust oder einfach dem Gefühl, wahnsinnig zu werden.