Archiv der Kategorie: blog:wars

Peinliche Kriegspropaganda via Zeit

«Elitetruppen der US-Streitkräfte gehen forciert gegen die radikalislamischen Gotteskrieger in Afghanistan vor.»* Ja verdammte Scheiße, was haben die denn die letzten neun Jahre da gemacht?
Na egal, jährlich erreichen knapp 500.000 afghanische Knaben das kriegsfähige Alter. Sieg oder Heldentod gelten als noble Karriere-Optionen, einzig Arbeitslosigkeit gehört nicht zum Konzept archaischer Stammeskultur. Zumindest nicht, solange stetig Beschäftigungsmaterial nachgereicht wird.
* Serviervorschlag: Laut Vorlesen und dabei mit den ‘R’s rollen, bis dass die Gräfin Dönhoff aus dem Sarge rollt
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Close Bild-Report Kunduz

Hatte ich erst kürzlich meinen Dank an den unbekannten Digital-Deserteur erklärt, zeigt sich jetzt auch der Kriegsminister, allerdings undankbar: Die Jagd auf die Whistleblower ist eröffnet; via spon.
[Womöglich hat die Feldpolizei ihre Aufgabe einfach nur staatsbürgerlich interpretiert?]

Bild-Leserreporter beim KSK?

Wieder ist ein unerwünschtes Video vom Tanklasterbombardement in der Bild-Redaktion aufgetaucht. Diesmal gefilmt von der nichtvorhandenen Bodenaufklärung eines abwesenden Bundeswehrspähtrupps. Unmittelbar vor den Explosionen fliehen zwei Pickup-Trucks – vermutlich mit den „hochrangigen“ Ziel-Talibanen. Wurden die von BND-Informanten per Handy gewarnt? Mein herzliches Dankeschön an den Digitaldeserteur, weiter so.

Eskalationsstufe Merkel

In militärisch gebotener Kürze destilliert Herr Spreng das deutsche Kriegsmotiv: «Es gibt nur noch einen Grund, warum deutsche Soldaten weiter ihren Kopf hinhalten müssen: weil es einmal so beschlossen wurde und weil kein deutscher Politiker weiß, wie man gesichtswahrend wieder aus Afghanistan herauskommt …» [Lesebefehl, Ausführung!]
Mein Fazit: Große Siegesparade und schneller Abzug. Den Rest erledigt die PR-Abteilung.

Von wegen „Neuste Erkenntnisse“

Für zu Guttenberg und den SpOn ganz neue Erkenntnisse: «US-Kampfpiloten warnten schärfer vor Luftangriff als bisher bekannt.»
In der Mitteldeutschen Zeitung war’s trotzdem schon am 4. November zu lesen: «In dem NATO-Bericht werden schwere Vorwürfe erhoben. So sollen sich die US-Piloten der angeforderten Kampfflugzeuge fünf Mal versichert haben, ob sie die Tanklastzüge bombardieren sollen, obwohl wichtige Einsatzregeln nicht eingehalten würden
Alle relevanten Fakten liegen also seit mindestens vier Wochen vor. Der Rest ist Gelaber.
By the way: Sogar tranige ChefarztfrauenleserInnen wussten das bereits am 5. November.