Übersehen: Der Atompilz im tschechischen Frühstücksfernsehen

Screenshot Gerade mal 50.000 Zuschauer kamen im Juni 2007 in den zweifelhaften Genuss einer gefakten Nuklearexplosion.

Die Verursacher sollen nun auch genießen dürfen – nämlich drei Jahre Gefängnis, zumindest wenn es nach Dusan Ondracek, dem Staatsanwalt im nordböhmischen Trutnov ginge.

Sechs Mitglieder des Künstlergruppe Ztohoven hatten sich im Juni 2007 Zugang zu einer Wetterkamera des Fernsehsenders CT2 verschafft. Statt des gewohnten Bergpanoramas spielten die Leute dieses eigenwillige 30-Sekunden-Video ein >>

Das sorgte zunächst bei einigen sonntäglichen FrühfernseherInnen für Irritation und in der Folge zur Bestätigung meiner Befürchtung: Frühstücksfernsehen ist per se Mist, nicht bloß sonntags. Natürlich haben die TV-Guerilleros ihren Anschlag auch schön dokumentiert: How to stage a mock nuke blast on live TV
Nicht nur der Direktor der Tschechischen Nationalgalerie war von der Aktion angetan. Damit die Medienartisten ihre Anwaltskosten tragen können, erhielten sie sogleich den NG 33-Preis für junge Künstler. Womöglich lässt sich mit den 12.644 Euro Preisgeld eine Haftstrafe verhindern. Last year awarded, this year jailed? …

(PS: So sehen Blog-Posts aus, wenn der Chefarztfrau nichts einfällt …)

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