Die stillen Produktivitäts-Gewinner

Überraschenderweise konnte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung die heimlichen Profiteure der Krise jetzt doch noch aufstöbern.

Die Gehälter von Geringverdienern, Jungen, Älteren und mittelalten Zeitarbeitern sinken nämlich immer weiter, so dass ihre Weiterbeschäftigung immer wahrscheinlicher wird. Fest steht jedoch auch, dass die Beschäftigungssituation dieser Nützlinge durch flankierende Maßnahmen noch weiter optimiert werden kann.
Der Münchner Ausnahmeökonom Hans-Werner Sinn schlägt dazu eine Anpassung der Hartz-IV-Sätze an das ostdeutsche Preisniveau vor. Es dürfe ja nicht sein, dass sich arbeitsfreie Job-Börsenspekulanten in Sachsen von Niedriglöhnern vorne wie hinten bedienen ließen, während er sich in München nicht mal mehr eine anständige Backenbarttrimmung beim Szene-Migranten leisten könne. So viel sozial müsse einfach sein.

2 Gedanken zu „Die stillen Produktivitäts-Gewinner

  1. KL

    Wer sich den Anordnungen widersetzt – oder auch manchmal nur einem Verdacht aussetzt (selbst erlebt) – dem wird sogar noch der Wohngeldzuschuß gestrichen. Es gibt Sachbearbeiterinnen (ja, eine Frau in diesem Falle), die schreiben tatsächlich, daß sie beschlossen haben, ab sofort gar keine Zahlung mehr zu leisten, weil der Delinquent eine Mitwirkung „verweigert“ habe (es war dann der Postverteiler im Amt, an dem es gelegen hatte, eine Kommunikationspanne).

    Man kann in Deutschlang im Amt angestellt sein und eben so mal schreiben: du kriegst erst mal nichts. Wahrscheinlich gibt’s dafür eine Belobigung vom Abteilungsleiter, wegen Einsparung von Mitteln.

    Wäre es nicht an der Zeit, endlich Lager einzurichten, damit solche ungeschickten Einzelfallbewältigungen ausfallen können? Dann hätte man doch vier Dinge sofort unter Kontrolle: Unterkunfts- und Heizkosten, Ernährung, Tagesablauf und Medienkonsum. Denkt nicht endlich mal jemand in der Regierung und den staatlichen Institutionen darüber nach? Gewartet und betreut werden könnten die Lager von einer Truppe für „Soziale Aufsicht“, genügend Arbeitswillige werden sich auftreiben lassen.
    Man muß sie ja nicht S. A. nennen.

    Gruß,
    KL

  2. LegalistIn Beitragsautor

    Heiner Geißler: Hartz IV verstößt gegen Grundgesetz

    Die Jobcenter legten die Gesetze grundsätzlich zum Nachteil der Betroffenen aus, sagte Geißler. Wer sich ihren Anordnungen widersetze, dem werde der Regelsatz, für einen volljährigen Haushaltsvorstand 359 Euro im Monat, gekürzt.

    Die Kürzung einer Leistung unter die Höhe des Existenzminimums sei eine derart schwere Strafe, wie sie in einem Strafprozess kaum verhängt werde. Eine Strafe dürfe nämlich die Existenzgrundlage nicht entziehen.

    Heiner Geißler

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