Optimismus sei ein Mangel an Information, befand Heiner Müller und verstarb.

Es ist nicht verantwortlich, dazu hier etwas zu sagen, meint dagegen Bundesbankpräsident Axel Weber und lebt noch immer.

Wenn Realismus derart tödliche Konsequenzen hat, müssen finanzielle Psycho-Aktiva in bewusstseinsverfremdender Dosierung konsumiert werden. Geld ist zum Glück ein fiktionales Gut und verdirbt den Charakter. Somit ist es wie Religion unbegrenzt verfügbar:

Die Bank von Japan hat heute 13,3 Milliarden Euro in den Geldmarkt injiziert. Das macht sie seit zehn Tagen so – ganz ohne Druckerpresse. Die Staatsanleihen sind volldigitalisiert.

Die Regierungen von Belgien, Frankreich und Luxemburg stellen zur Rettung der an- geschlagenen Dexia-Bank eine Liquiditätshilfe von 6,4 Milliarden Euro bereit.

Gleitzeitig kaufen sich Belgien und Luxemburg gemeinsam mit den Niederlanden für 11,2 Milliarden Euro in den Finanzkonzern Fortis ein.

In Großbritannien soll die Pleite der Hypothekenbank Bradford & Bingley durch staatliche Garantien in Höhe von 63 Milliarden Euro abgewendet werden.

Die Iren halten sich nicht mit solchen Petitessen auf. Die Regierung bürgt in den nächsten zwei Jahren einfach für alle Guthaben und Verbindlichkeiten der in Irland registrierten Banken. Insgesamt umfasst die Staatsgarantie 400 Milliarden Euro.

Das sind doch gute Nachrichten! Das notwendige Vertrauen muss allerdings eigenverantwortlich erbracht werden – dafür gibt es aber Pillen oder meinetwegen auch Weihrauch. Was soll also die Aufregung?

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