HRE-Insolvenz – was spricht eigentlich gegen eine Bankenpleite?

Bildquelle: Wikimedia Commons GNU 1.2Für einen Moment stand die Rettungsaktion für die Hypo Real Estate auf der Kippe. Aber die Finanzindustrie raufte sich über Nacht doch noch zusammen. Die kreative Zerstörung fällt vorerst aus. Der Bankrott hätte den Einstieg in die Domino-Vergesellschaftung geboten.

Eine Fiktion: Die HRE wird nicht verstaatlicht. Im Gegenteil, wir lassen den Münchner Konzern ganz privat kollabieren. Das Know-How und die Mitarbeiter werden dann in eine staatliche Bank übernommen. Dieses Unternehmen ist ausdrücklich nicht Rechtsnachfolgerin der HRE. Mit der Bonität der Republik wird lediglich ein der HRE ähnlicher Geschäftsbetrieb geführt. Zukünftige Gewinne kommen dem Staatshaushalt zugute.

Die Gläubiger müssen sich mit der Insolvenz-Masse begnügen. Vermutlich geraten so einige Banken in ähnliche Liquiditätsnot wie ihre Schuldnerin. Mit diesen Unternehmen verfahren wir wie zuvor mit der HRE. Domino-Day …

In der Konsequenz werden nur die gesündesten Privatbanken die Selektion überleben. Alle maroden Banken sind zerschlagen. Ihre Funktion übernehmen liquide Staatsbanken. Große Teile unseres Finanzsystems sind sozialisiert. Die verbliebenen Privatbanken sorgen für genügend Wettbewerb, um die Effizienz des Systems zu gewährleisten.

Teure Realität: Die HRE wird mit unserem Geld flüssig gehalten, ohne dass wir Aktien und damit Einfluss auf die Geschäftsführung erhalten. Wir bleiben weiter zahlende Zuschauer. Unsere Volksvertreter können weder Kapitalismus noch Demokratie.

[Bildnachweis: Wikimedia Commons; GNU-Lizenz für freie Dokumentation]

7 Gedanken zu „HRE-Insolvenz – was spricht eigentlich gegen eine Bankenpleite?

  1. Ernst-Albrecht Bremer

    Ist doch alles gaaanz einfach: da lade ich meinen ebenfalls schwerbehinderten freund steinbrück (kein scherz, der heißt wirklich so!) und bekommt auch so eine minimalstrente wie ich (weniger geht nicht) ins einkaufsnetz meines rollstuhls und dann schleppen wir unsere millionen nach Liechtenstein- davon sangen einst insterburg & co: „wanderer kommst du nach Liechtenstein, tritt nicht daneben, tritt mitten rein!

  2. menschlein

    Was passiert, wenn Montagfrüh die Eigentümer von 3 Bil. Euro, in Fom von Pfandbriefen vor der Bank HRE stehen und um Ihr Geld quengeln?

    Ist der Staat dann pleite? Kommt das dann im Fernsehn?

    Warum soll ich als Steuerzahler, der ich nie mit Profit diesen Staat finanzieren wollte, nun plötzlich doch dafür zahlen?

    Nein, nein, nein diese Suppe ess ich nicht!

    Lieb grüßt ein menschlein. 🙂

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