Kreative Krisen-Refinanzierung: 500-Euro-Scheine ersatzlos entwerten

Am liebsten bezahlt frau ihre Zeche mit dem Geld anderer Leute. Vater Staat geht das genauso. Damit ihr (die Landeskinder) und ich (die Chefarztfrau) die megalomanischen Zahlungsversprechen von Peer und Angela nicht in toto selbst erfüllen müssen, hier ein Finanzierungsvorschlag aus meinem Küchenkabinett: Offensive Geldpolitik per selektiver Zahlungsmittel-Anhilation.

Allein In Deutschland wird die Schwarzgeldmenge auf 350 Milliarden Euro geschätzt. Das ist eine Menge Asche. In den anderen Staaten des Euro-Raums wird’s nicht viel anders aussehen. Für die Befüllung der wirklich großen Schwarzgeldkoffer wird der 500 Euro-Schein präferiert (hohe Übersichtlichkeit/niedrige Frachtkosten).

Die 500-Euro-Banknote erfüllt offensichtlich keine gesellschaftlich wünschenswerte Funktion. Nein, das genaue Gegenteil ist der Fall: Solches Papiergeld zirkuliert unter Zuhältern, Autoschiebern, Drogen-, Waffen- und Menschhändlern, Schmiergeldzahlern/-empfängern und Schwarzgeldkurieren.

An der Tankstelle oder im Discounter kann frau jedenfalls nicht damit bezahlen. Die 500er-Note ist im legalen Geldbesitz und Zahlungsverkehr ungebräuchlich.

Trotzdem existieren 434 Millionen Stück dieser 500-Euro-Scheine. Ihr Gesamtwert beträgt 217 Milliarden Euro. Das ist viel „Geld anderer Leute“ und die sind, diplomatisch ausgedrückt, keine wirklich netten Leute. Oder verfügt ihr über nennenswerte Mengen von 500-Euro-Scheinen? Eben.

Was liegt also näher, als die Dinger ersatzlos zu entwerten. Patsch, verschwinden 217 Milliarden Euro Bargeld aus sozial unproduktiven Kanälen. Einfach so – Strafe muss sein.

Damit die Geldmenge M1 nicht abnimmt, bilden wir bei der EZB eine Sichteinlage in gleicher Höhe. So haben wir ohne inflationäre Geldmengenerweiterung per Umbuchung (Bank an Kasse) 217 Milliarden Euro „geschöpft“. Die sind für die UnionsbürgerInnen dann frei verfügbar.

Ob wir mit der Kohle einen weiteren Garantiefonds für europäische Banken auflegen oder sie doch lieber in Gesundheit, Bildung oder sonst was Sinnvolles investieren, darüber können wir gerne streiten. Hauptsache, wir nehmen das Geld ausnahmsweise mal nicht von Kindern, Rentnern und Kranken. So einfach ist das, frau muss nur wollen.

3 Gedanken zu „Kreative Krisen-Refinanzierung: 500-Euro-Scheine ersatzlos entwerten

  1. Alexander Otto Beitragsautor

    Genau, recht haste Schildkröte

    Bush meint, das US-Rettungspaket wird in «zweieinhalb Wochen» spürbar. Hat er laut dpa in einem Telefonat dem brasilieanischen Staatspräsidenten Lula da Silva versprochen. Und wenn der das sagt … 😉

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