Bella Italia: Bloggen nur noch mit Genehmigung

Es soll Gegenden geben, da darf man dem Milchvieh nicht beim Aufstehen zuschauen. Klar, werdet ihr sagen, das ist eine vernünftige Regel. Ähnliches gilt für Italien.

«Italien» ist nämlich nicht nur in toto eine sinnvolle Regelung, es beinhaltet auch solche. So wurde kürzlich ein vom Vergessen bedrohtes Justizikum in Sizilien wiederentdeckt. Das Gesetz aus dem Jahr 1948 schreibt die amtliche Zulassung von Zeitungen zwingend vor. Was nicht genehmigt ist, gilt als «stampa clandestina». 2001 erweiterten die Italiener das Zulassungsgebot auf das Web. Blogger dürfen seitdem 250 Euro Strafe oder 2 Jahre Haft befürchten – wenn sie denn keine Presse-Zulassung hätten und einen Ankläger fänden.

Es brauchte freilich eine Weile, bis diese nützliche Anwendungsmöglichkeit in ihrer ganzen Tragweite von den Justizbehörden realisiert wurde. Im Mai 2008 war es endlich soweit. Wie The Register berichtet, wurde ein erster Täter der Gerechtigkeit zugeführt und damit ein wegweisender Präzedenzfall geschaffen: How an Italian judge made the internet illegl.

Experten rechnen damit, dass diese schöne alte Rechtspraxis zunehmend Anwendung finden wird.

Übrigens, in Deutschland gilt: Verfolgt ein Eigentümer seinen Bienenschwarm, so darf er bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten. (§961 f. BGB). Das hat doch Potential.

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