5 Gedanken zu „Christliche Verachtung des geborenen Lebens

  1. Kathrin

    @ Saby:

    Hm, da kann man/ frau sich ausmalen, wie es wohl demnächst für die in Niedersachsen als LeiharbeiterInnen eingesetzten LehrerInnen werden wird.

    Oder für die PflegerInnen, die immer mehr als LeiharbeiterInnen, bei den Wohlfahrtsverbänden eingesetzt werden.

    Das sind oft auch Frauen, die sich nach meiner Kenntnis und Erfahrung per se gerne aufopfern … und wenn dann noch eine Festanstellung visioniert wird.
    Ich bin selber ein durchaus engagierter und fleißiger Mensch, nehme in meinem Umfeld jedoch wahr, dass viele freiwillig, durch Verführung oder durch Hoffnung bereit sind, sich bis zum Geht-Nicht-Mehr aufzuopfern. Der Preis ist dann nicht selten eine chronische Krankheit, immer mehr auch Krebs. Aber dann geht es ja -sofern man/ frau das überlebt- in die Rente mit 58. Alternativ werden immer mehr auch KollegInnen gemobbt.
    Wer lernt(e) denn früher wie heute noch ‚Neinsagen‘. Wir sind doch so erzogen, immer anderen gefallen zu wollen, selbst um den Preis der Selbstauf-gabe. Es fängt doch schon in der Schule an mit dem Gruppendenken und dem Gefallenwollen.

    Aber vermutlich müssen die Menschen da durch bis sie peilen, wie ihnen geschieht. Obwohl ich der Meinung bin, dass sie (also auch die der Verheißung folgenden genannten Leiharbeiter) das vorher hätten wissen bzw. ahnen können. Da aber immer alle -qua wie auch immer gearteter kirchlicher und schulischer Erziehung- nur hoffen (und damit nicht in der Gegenwart, sondern in der fernen Zukunft verweilen) und ihnen so der Realitätssinn und an anderer Stelle angezeigte Tatendrang in der Gegenwart abhanden kommt … .

    Man/ frau kann sich auch ausmalen, wie sich mittel- und langfristig Ein-Euro-Jobs oder ein geplantes Bürgereld auf die Gesundheit und das Durchhaltevermögen mangelernährter Menschen auswirken müssen, wenn -angesichts des körperlich und geistig bei Erwerbsarbeit mehr Gefordeten Leistens- bei den geringen Mehreinnahmen der Zusatzbedarf z. B. an Lebensmitteln steigt, dieser aber nicht gedeckt werden kann, weil das der Zusatzlohn dann immer noch nicht ausreicht.

    Das Grundübel des Ganzen ist m. E. das Prämiendenken bzw. die um sich greifenden Prämienzahlungen auf allen Ebenen in den Betrieben und Verwaltungen: JedeR sieht nur noch sein/ ihr ‚Mehr‘. In der Folge „müssen“ Kosten gedrückt werden, um die Prämien zu sichern. Deshalb auch die Leiharbeit bzw. die Ausbreitung des Niedriglohnsektors. Prämien führen zu Tunneldenken und -handeln in den Unternehmen und Verwaltungen (siehe z. B. Finanzbranche).
    Wenn z. B. in der Pflege nicht unanständige und angemessen Löhne gezahlt würden, würden sich sicher auch mehr, wenn auch natürlich! nicht alle, Menschen bzw. Deutsche dazu berufen fühlen, pflegersich tätig zu werden. Stattdessen wird allenortens der sog. Fachkräftemangel beschrien und über die Medien beworben und entsprechend die Leiharbeit & Co. gefördert. Prämiensicherung eben und Besitzstandswahrung.

    Und statt, dass UnternehmerInnen und PolitikerInnen endlich mal über Arbeitsbedingungen, Führungsverhalten und Betriebsklima nachdenken, sich sinnhaft weiterbilden, gar in Supervision gehen, werden stattdessen die menschlichen Ressourcen immer billiger gemacht, damit sich ja niemand in seinem Verhalten verändern muss. Nein, immer müssen sich die anderen verändern. Die können das aber nur bedingt, wenn sonst alles beim alten bleibt.

    Nein, nicht die Wirtschaftslage gibt es zur Zeit nicht her, sondern das beschränkte Prämiendenken und die nicht vorhandende eigene Lernbereitschaft.

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