Immer mehr fleißige Robote dank Neuro-Enhancement

Guten Nachrichten vom Humankapitalmarkt: Auspeitschen war gestern, heute wird freiwillig bis zum Ausbrand* geleistet und das ist gut so. Zurück in die Zukunft der Arbeit.

Laut DAK-Gesundheitsreport 2009 nehmen etwa 800.000 Beschäftigte regelmäßig und gezielt Psychopharmaka, um ihren Fron-Herren noch besser dienen zu können. Der Studie zufolge hält es jede fünfte Bioeinheit für vertretbar, ihre Leistungsfähigkeit mit Pharmazeutika zu optimieren. Eine überaus erfreuliche Entwicklung.

Die Daten legen nahe, dass abhängig Beschäftigte besonders folgende Pharmazeutika zwecks Effizienzsteigerung anfordern. In der Reihefolge ihrer Beliebtheit:

  1. Piracetam

  2. Methylphenidat

  3. Modafinil

  4. Fluoxetin

  5. Metoprolol

Das bleibt nicht ohne erfreuliche Nebenwirkungen: Funktionsausfälle durch Material- ermüdung (Stress) aufgrund von psychischen Problemen sind im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 um 7,9 Prozent gestiegen. Dieser Effekt ist unbedingt positiv zu bewerten. Finale Dysfunktion durch forcierte Arbeitsverdichtung hilft beim derzeit notwendigen Abbau von Überkapazitäten.

Sollte dennoch unerwarteter Bedarf auftreten, bietet der Markt genügend Nachschub an gutmotiviertem Menschenmaterial. Das Angebot wird mittelfristig sogar noch steigen (Käufermarkt). Ausgebrannte Einheiten lassen sich also, wenn denn notwendig, leicht und zu weiter sinkenden Kosten ersetzen.

Ich möchte an dieser Stelle daher nochmals die Gelenheit nutzen, um für die hervorragenden Leistungen unserer forschenden Pharma-Unternehmen zu danken.

Darüber hinaus will ich im Darwin-Jahr auch den evolutionären Aspekt eines offensiven Nützlings-Manegments nicht unerwähnt lassen. Durch Erhöhung des Evolutionsdrucks ist innerhalb weniger Mitarbeitergenerationen eine deutlich verbesserte Anpassung der Beschäftigten-Population zu erzielen. Jüngste Erkenntnisse der Epi-Genetik versprechen schnellen Optimierungserfolg – also bitte kein Gemüt am falschen Platze.

«Ob bei der Herstellung eines Produktes 10.000 Mitarbeiter eine Psychose entwickeln oder nicht, interessiert nur insoweit, als dass das Produkt für den Exportmarkt wettbewerbsfähig bleibt.» [sinngemäß …]

* hier irrt Rolf Froböse – wie so oft. Allein die brandschutz- und versicherungtechnischen Aspekte bleiben zu klären.

5 Gedanken zu „Immer mehr fleißige Robote dank Neuro-Enhancement

  1. Torsten

    und dann wundert man sich, dass die Kosten für Medikamente permanent steigen. Kein wunder dass die Krankenkassen mit ihrem Geld nicht auskommen.

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