Die Schweinegrippe als Pandemie-Testlauf mit Nebenwirkung

Irgendwann wird sie kommen, die wirklich gefährliche Seuche. Nett von den Viren, dass wir vorher die Chance bekommen, unsere Katastrophenplanung zu optimieren. Und prompt zeigen sich gesellschaftsimmunologische Probleme:

Wie lässt sich eine prioritätsorientierte Impfkampagne organisieren? Es ist weder geklärt, wer die Impfungen durchführt (niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Gesundheitsämter?), noch wer den Spaß bezahlen darf (Bund, Länder, Krankenversicherungen, Patienten?).

So richtig brisant wird es allerdings bei der Selektion der Hochrisikogruppen. Nach den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums muss ein Impfanspruch per Kassen- bescheinigung nachgewiesen werden. Aufgrund des gesetzlichen Schutzes von Sozialdaten ist es aber für die KKs derzeit legal unmöglich, die Versicherten nach irgendeiner Impfverordnung der Bundesregierung zu sortieren. Wie mit unversicherten Menschen zu verfahren ist, weiß selbstverständlich auch niemand; via ddp /spon.

Unsere brillanten Fachpolitiker werden gewiss ein hocheffektives Procedere entwickeln und unter Mediengebrüll etablieren. Den Schutz der Patientendaten können wir dabei getrost vergessen. Bleibt die Frage, ob und wer uns vor den Datenmissbrauchern schützten wird? Eine rhetorische Frage. Niemand wird uns vor Irgendetwas schützen. Das ist vorerst die bitterste Konsequenz des H1N1-Virus.

Trotzdem bin ich keine ImpfkritikerIn. Allein vor dem Verfahren graust mir, Shock and Awe.

Ach so: Tamiflu® darf nur noch mit Blasenkatheter und Entsorgungsbeutel der Schutzklasse IV abgegeben werden; via taz.

4 Gedanken zu „Die Schweinegrippe als Pandemie-Testlauf mit Nebenwirkung

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