Schlagwort-Archive: Angela Merkel

#Merkel fordert globale Verteilungsgerechtigkeit

DAVOS +++ Unsere geliebte und hochverehrte Mutter, die Führerin des neoliberalen Projekts Europa, Kanzlerin Angela Merkel, hat am 24.Januar 2013 auf dem World Economic Forum das Wort ergriffen. In gewohnt eloquenter Sprache und mit dem ihr eigenen ökonomischen Sachverstand hat sie den Kern der europäischen Misere herausdestilliert: «Europa hat heute noch etwa sieben Prozent der Weltbevölkerung. ( …) Gleichzeitig hat Europa annähernd 50 Prozent der Sozialausgaben der Welt.»
Im Sinne der planetaren Verteilungsgerechtigkeit müssen die Lebensbedingungen der globalen Nützlingspopulationen endlich angeglichen werden. Europas Anteil an den Weltsozialausgaben muss durch proaktive Reformen mit widerstandfähiger Dynamik auf ein faires Maß von sieben Prozent reduziert werden – damit wir auch morgen noch viel besser leben können.

#notmypresident: Gauckuschima – die politische Kernfusion

+++ Großer Konsenssport. Alle, aber wirklich alle sind begeistert vom Pfarrer Gauck: Die Linke, die Grüne Jugend, DDR-CDU-Blockflöten, Doktor Angela Merkel, Wikileaker, diverse Atheisten, rheinisch-katholische Christdemokraten, Hartz-IVler, Datenschützer, Pazifisten, das Internet, Fefe, Attac-Deutschland und die Nachdenkseiten, Herr Bosbach und Herr Ströbele, Occupy-Bewegte, Stuttgart-21-Gegner, Atomkraftgegner, Juden, Türken, Polen an der Oder-Neiße-Grenze, das Jerusalemer Simon Wiesenthal Center und mindestens eine verlassene Ehefrau. Danke Philipp, das wird ein Spaß.
By the way: Wo bleibt Frank Schirrmacher?
Sorry, die Ostdeutschen habe ich vergessen.

#Gauck/#Larve

+++ Wenn ihr euch noch fragt, aus welchem Amalgam dereinst das publizistische Geschoss gegossen sein könnte, mit dem sich der neoliberale Stasi-Christen-Dämon und Bundespräsident von Springers Gnaden Joachim Gauck ins Ehrensold-Walhalla befördern ließe, hier ein tauglicher Vorschlag: Pastor Gauck erklärte, das Gespräch mit Stasi-Hauptmann Terpe habe ihn angenehm überrascht, es habe ihm viel gegeben. Er glaube, «dass das MfS einen echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft einbringen wird.»
Wen wundert es, dass sich Pastorentochter Angela bei dieser BuPrä-Nominierung bis zuletzt heftig zierte. Sollte IM-Larve jemals schlüpfen, ein Schmetterling käme da nicht ans Licht. Das ist mal sicher.

#Eurokrise: Shock and awe mit Angela

+++ Erkannte die Chefarztfrau bereits Ende November 2011: Die weitverbreitete Vermutung, dass Angela Merkel deppert sei, geht von der irrtümlichen Annahme aus, ihre Motive seinen die selben wie die ihrer Kritiker, so bemerkt jetzt auch Der Freitag: Die Kanzlerin ist keine „Getriebene“ der Finanzmärkte – sie folgt ihrem Kalkül: per Eskalation der Krise ganz Europa eine Politik der Entsolidarisierung aufzuzwingen [Lesebefehl].
Frau sollte die Idee Europa nicht unterschätzen. Als realexistierender Rechts- und Sozialstaatsblock war der alte Kontinent bis zuletzt die hässliche Alternative zur globalisierten Plutokratie. Zeit, dass das geschäftsschädigende Experiment auf dem Müllhaufen der Geschichte landet.

#Euro-Krise: Tribut, sonst Brandschatzung!!!

+++ Oh ha, wieder das böse FAZ-Feuilleton (Wird Frank Schirrmacher eigentlich vom Verfassungsschutz observiert?). Diesmal erklärt Michael Hudson dem Bildungsbürgertum den dritten Weltkrieg – den, den die globale Finanzoligarchie gerade gegen die 99,99 Prozent der Restmenschheit gewinnt, den Krieg der Banken gegen das Volk.
Aktuell wird die überzivilisierte Festung Europa sturmreifgeschossen und die Belagerung macht beste Fortschritte – zumindest solange bis auch Deutschland begreift, dass es nur einen Weg gibt, wie Europa vor dem Ausverkauf in die Zinsknechtschaft gerettet werden kann: Man müsste nur der Europäischen Zentralbank erlauben, das zu tun, wofür Notenbanken gegründet worden sind: Geld drucken.
Aber nein, wir haben keine Alternative zur Appeasement-Politik, denn sonst werden uns die Meister des Universums gewiss per Bankencrash brandschatzen. Lasst uns also lieber unsere Kinder und Enkel in die Sklaverei verschenken.

#Euro-Krise als Chance: Deutscher Ausbeutungsmaschinenbau wird Exportschlager

+++ Während der makroökonomisch informiertere Teil der europäischen Nützlingspopulation noch über Frau Merkels Motive rätselt, forciert die eiserne Kanzlerin das neoliberale Projekt europaweit.

Die Umdeutung der privaten Finanz- zur öffentlichen Staatschuldenkrise transzendiert das Geschehen aus den Niederungen profaner Ökonomie in die höchsten Sphären des Politischen. Dort lässt sich dank der ruhigen Hand der freien Märkte die Transformation der europäischen Gesellschaften in effiziente Leistungsschutzressorts durch produktives Nichtstun realisieren:

Die Zinsschraube dreht sich von alleine – und schon zwingt die bloße Verweigerung von aktiver Zentralbankpolitik die ersten Länder der Euro-Zone unter die Aufsicht von Goldmann-Sachs-Expertenregierungen. Regime, die sodann die sozialistischen Staatenartefakte fachgerecht per probzyklischer Austerität demontieren. Die quartalsweise Auszahlung von Geldern aus den diversen „Rettungs-Fonds“ ist erfolgsabhängig und sorgt für die nötige Haushaltsdisziplin.

Am Ende dieses Prozesses steht eine zur privaten Profitmaximierungsmaschine integrierte EU. Dann gibt’s vielleicht sogar Eurobonds und frisches EZB-Geld, aber nur um die demnächst notwendigen Ressourcenkriege zu finanzieren. Madame No denkt eben von hinten.

By the way: Die weitverbreitete Vermutung, dass Angela Merkel deppert sei, geht von der irrtümlichen Annahme aus, ihre Motive seinen die selben wie die ihrer Kritiker. Doch ihr geht es eben nicht um das Wohlergehen möglichst vieler Mitbürger, sondern um die totale Befreiung, die Herrschaft der Starken. Der Staat schützt das Privateigentum gegen Plebs und Elendsflüchtlinge – noch mehr Solidarität wäre wettbewerbsfeindlich, geradezu konter-evolutionär.

#Konsistente Idiokratie LXIX (Merkeltantilismus)

ROM +++ Regierungswechsel, aber die Märkte reagieren nicht. Womöglich strafen die Anleger das europaweite Antikonjunkturprogramm und nicht die politische Personalie?
Abstruse Idee – schließlich verheißen nur schrumpfende Volkswirtschaften explodierende Umsätze und Gewinne bei wachsender Bonität der öffentlichen Haushalte.

[Idiokratie – die Doko-Soap]

Aufmerksamkeitswettbewerb

BERLIN +++ Bei der sanften Psychiatrisierung seines politischen Mentors beweist der niedliche Doktor Rösler das erwartete menschliche und politische Format. Bravo. Doch die Qualitäten der letztgültigen Leitlinienkompetenzinhaberin geraten derweil unangemessen weit aus dem Wahrnehmungsfokus der bürgerlichen Erregungsgemeinschaft. Bedauerlich. So ist der freie Markt.