Schlagwort-Archive: Emotionsarbeit

CO2-neutrales Arbeitsklima

WORCESTERSHIRE Vergesst Thilos kaltgeduschte Pullover. Ein britischer Schuster- meister vermied die Anschaffung von teuren Heizkörpern für seine frierenden Gesellen durch Hypnose. Die Arbeit geht den Nützlingen nun auch bei Minustemperaturen leicht von der Hand; via ärztezeitung.
«Glauben an die Realität der Außenwelt, ob mit Recht oder Unrecht, beweisen dieser Realität, ob genügend oder ungenügend, sie voraussetzen, ob ausdrücklich oder nicht, dergleichen Versuche setzen, ihres eigenen Bodens nicht in voller Durchsichtigkeit mächtig, ein zunächst weltloses bzw. seiner Welt nicht sicheres Subjekt voraus, das sich im Grunde erst einer Welt versichern muss.» (Martin Heidegger, Sein und Zeit)

Gorch Fock: Dekadentes Menschenmaterial auf großer Fahrt

Angehende Berufskillerkaste klagt über mangelnde Trauerarbeit. Scheiße, das ist ein Schulschiff der deutschen Kriegsmarine – was erwarten denn die Elitebücklinge da?
Ist doch hocherfreulich, wenn sich die vielgescholtene Jugend zunehmend als seekriegsunwillig erweist. Es handelt sich hierbei nämlich um die süßeste Frucht hochkultureller Dekadenz, die psychogene Kriegsdienstuntauglichkeit. Oder wollt ihr lieber die Leibstandarte Adolf Hitler zurück? Na also.

Devotismus I

Überanpassung ist der psychischen Gesundheit nicht förderlich: «Das hohe Antidepressiva- Volumen in Bayern ist vor allem vor dem Hintergrund erstaunlich, dass die Berufstätigen im Freistaat, neben Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt, die wenigsten psychisch bedingten Krankschreibungen haben.» TK-Expertin Wiebke Arps

Arbeit als eugenischer Optimierungsprozess

Das aus der Materialwissenschaft bekannte Stress-Phänomen wirkt auch auf das Humankapital: Die Anzahl der psychischen Erkrankungen ist unter den 9,7 Millionen aktivierten AOK-Nützlingen im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert angestiegen.
Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts entstand durch psychische Defekte bereits im Jahr 2006 ein Schaden von 26,7 Milliarden Euro. Aber keine Sorge, es handelt sich lediglich um die Anlaufkosten der gelenkten Artverbesserung. Weiterlesen

Lähmender Passivismus

BERLIN Rainer Brüderle behindert den Einstieg in die entstörte Produktivgesellschaft. Der Schoppen-Dynamiker stoppt den elektronischen Einkommensnachweis ELENA ohne Rücksicht auf die sozioökonomischen Konsequenzen; via handelsblatt.
Nach der erfolgreichen Etablierung der Elena-Struktur hätte die rasante Erosion der überkommenen Sozialsysteme bald die notwendige Akzeptanz für die privatwirtschaftliche Nutzung der Datensätze geschaffen und so enorme volkswirtschaftliche Reccourcen heben können (chefarztfraulicher:beobachter ¤ 14.12. 2009). Diese Chance ist nun vertan.
Nach der subventionsbedürftigen Autoindustrie fällt dem badensischen Phlegma nun auch noch die hochintegrierte Populations-Matrix zum Opfer. Steinzeitliberalismus.

exportindustriell gehirngewaschen

«Selbst wenn Deutschland die Binnennachfrage durch Lohnerhöhungen ankurbeln würde, wie von der französischen Finanzministerin Christine Lagarde gefordert, sei ihrem Land damit nicht geholfen.» Auf die minder originelle Idee, dass die Steigerung der Massenkaufkraft den eigenen Landsleuten nützlich sein könnte, kommen Herr Sarrazin et al. schon gar nicht mehr. Übrigens vermehren sich die einheimischen Nützlinge unter guten Aufzucht- bedingungen auch viel erfolgreicher als die privaten Rentenversicherer, ehrlich Thilo.
[Extinktion nennt man in den behavioristischen Lerntheorien einen Lernprozess, nach dem die bedingte bzw. instrumentelle Reaktion nicht mehr gezeigt wird. Dabei handelt es sich weder um Vergessen, noch um Verlernen, sondern um ein zusätzliches Lernen, das die Wirkung des bedingten Reizes vorübergehend und kontextabhängig außer Kraft setzt. Ach so.]

Leyen statt Hartzen

LANGENSCHEIDT Eine Reform des ALG-2 scheint nicht nur aus sprachpflegerischen Gründen dringend geboten. Kommunikationspsychologen weisen auf den im Begriff „Leyen“ implizierten Rückzahlungsanspruch hin. Dieser Terminus solle daher im kommenden Jahr in den aktiven Wortschatz der Wohnbevölkerung implementiert werden. Allein der Zusatz „von der“ bereitet den Sprachpflegern noch Sorge. Schließlich sei die Arbeitsministerin keineswegs gewillt, in private Vorleistung zu treten – nicht mal mit 30-prozentigem Abschlag.