Schlagwort-Archive: Frank Schirrmacher

#notmypresident: Gauckuschima – die politische Kernfusion

+++ Großer Konsenssport. Alle, aber wirklich alle sind begeistert vom Pfarrer Gauck: Die Linke, die Grüne Jugend, DDR-CDU-Blockflöten, Doktor Angela Merkel, Wikileaker, diverse Atheisten, rheinisch-katholische Christdemokraten, Hartz-IVler, Datenschützer, Pazifisten, das Internet, Fefe, Attac-Deutschland und die Nachdenkseiten, Herr Bosbach und Herr Ströbele, Occupy-Bewegte, Stuttgart-21-Gegner, Atomkraftgegner, Juden, Türken, Polen an der Oder-Neiße-Grenze, das Jerusalemer Simon Wiesenthal Center und mindestens eine verlassene Ehefrau. Danke Philipp, das wird ein Spaß.
By the way: Wo bleibt Frank Schirrmacher?
Sorry, die Ostdeutschen habe ich vergessen.

#Kapitalismusdebatte: Handelsblatt strikes back

+++ Jetzt ist Chefredakteur Garbor Steingart aber der Kragen geplatzt. Auf sechs Seiten verteidigt er seine freie Marktwirtschaft gegen eine halluzinierte Attacke aus dem FAZ-Feuilleton: Eine Treibjagd auf unsere Wirtschaftsordnung ist in Gang gekommen. Als Anführer der Jagdgesellschaft tritt der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher auf.
Und weil sogar ein echter Philosoph, nämlich Jürgen Habermas in Schirrmachers Horn blase (sic), lässt Garbor sich jetzt auch einen Philosophen blasen. Auf gleich zehn Seiten besorgt ihm das mit bekannter Raffinesse Peter Sloterdijk.
Den gescheiterten Revolutionär der gebenden Hände treibt derzeit besonders die Sozialdemokratisierung amerikanischer Milliardäre um.  Fazit des Geistestitanen, ein Piet-Klocke-Zitat: In jedem Chaos steckt stets ein Fünkchen Hoffnungslosigkeit.
Und in der Tat, der Hospitalismus mit dem die Jungs ihre leeren Worthülsen mittlerweile repetieren, lässt ihnen ein Fünkchen mehr Hoffnungslosigkeit als der feinen Jagdgesellschaft. In diesem Sinne Waidmannsheil.

#Euro-Krise: Tribut, sonst Brandschatzung!!!

+++ Oh ha, wieder das böse FAZ-Feuilleton (Wird Frank Schirrmacher eigentlich vom Verfassungsschutz observiert?). Diesmal erklärt Michael Hudson dem Bildungsbürgertum den dritten Weltkrieg – den, den die globale Finanzoligarchie gerade gegen die 99,99 Prozent der Restmenschheit gewinnt, den Krieg der Banken gegen das Volk.
Aktuell wird die überzivilisierte Festung Europa sturmreifgeschossen und die Belagerung macht beste Fortschritte – zumindest solange bis auch Deutschland begreift, dass es nur einen Weg gibt, wie Europa vor dem Ausverkauf in die Zinsknechtschaft gerettet werden kann: Man müsste nur der Europäischen Zentralbank erlauben, das zu tun, wofür Notenbanken gegründet worden sind: Geld drucken.
Aber nein, wir haben keine Alternative zur Appeasement-Politik, denn sonst werden uns die Meister des Universums gewiss per Bankencrash brandschatzen. Lasst uns also lieber unsere Kinder und Enkel in die Sklaverei verschenken.

#konservativ: Schluss mit dem Palaver, tätige Reue ist gefragt

+++ Von Onkel Schirrmacher bis zu Professor Kirchhof, die konservative Absetzbewegung vom Neoliberalismus ist unübersehbar. Die Herren suchen offenbar doch lieber schnell noch Sündenerlass, bevor der Götzendienst zum Ende kommt und Mammon seine Hohepriester frisst. Mit Palaver ist es da allerdings nicht mehr getan.
Doch glückhafterweise präsentiert just in der Stunde größter Seelenqual den Konvertiten ausgerechnet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ein steuerpolitisches Bußkonzept, dass – abgerundet durch gesetzlichen Mindestlohn und Bürgerversicherung – ihre Höllenfahrt  verhindern könnte. Sie müssten den Ablasshandel bloß kommentarlos zeichnen. [Lesebefehl!]
Kommentarlos? Das freilich ist zuviel verlangt. Die Absolution entfällt..

#KulturEvolution

FRANKFURT +++ Möglich, dass der bürgerliche Besinnungsaufsatz den Thatcher-Biograph Charles Moore im erzkonservativen Daily Telegraph ablieferte, nicht nur Constantin Seibt inspiriert hat. Jetzt fürchtet offenbar auch schon Frank Schirrmacher in der FAZ, dass die Linken recht haben könnten.

#Steinbrück vernascht Blogger

FAZ-FEUILLETON +++ In der Teeküche des neunmalklügsten Herrn Schirrmacher wurde der lumpen-bourgeoise Wunschkanzlerkandidat einer hochnotpeinlichen Elite-Blogger-Befragung unterzogen. Zu peinlich? Ja, definitiv. Um also meiner empathiebegabten Leser_Innenschaft unnötige Fremdscham zu ersparen: Im Destillat bestätigt der Verbalphalokrat dem bloggenden Buchautor Thomas Strobl, dem mitbloggenden Journalisten Frank Lübberding und einem gewissen Doktor Venus, «dass sich die Politik der Marktlogik zu häufig ergeben hat und daher für ihre eigene Impotenz mitverantwortlich ist.» Das aber immerhin, «das setzt Stehvermögen voraus.»