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370 Euro Hartz-IV-Regelsatz?

… das wären ja über 10 Euro mehr. ZEHN EURO MEHR! Laut bild-zeitung, dem Fachperiodikum für soziokulturelle Exklusion, kündigt sich damit für Montag ein weiteres schwarz-gelbes Fiasko an. Die Kernkompetenz der Koalition wäre endgültig verloren.
Doch ein kleines Häuflein Aufrechter glaubt Abhilfe zu kennen: Im bisherigen Regelsatz sind fast 20 Euro für Alkohol und Nikotin vorgesehen. Weg damit, fordern der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, CDU-Wirtschaftsexperte Andreas Lämmel, CSU-Sozialexperte Max Straubinger und FDP-Wirtschaftsexperte Martin Lindner.
Ansonsten immer auf der Höhe der Zeitgeist-Demographie, muss den Herrn entgangen sein, dass verordnete Alltagsdrogenabstinenz die Lebenserwartung der Transferleistungsempfänger ungebührlich verlängern muss. Kurzfristige Einspareffekte führen hier also zu unabsehbaren Kosten für kommende Leistungsträgergenerationen. Pfui.

Die Revanche der Pariakaste

Beobachtet man die Lindners, Homburger oder Rösler – und zuvorderst selbstverständlich den talentierten Herrn Westerwelle bei der Ankündigung kompromissloser Ab- und Einschnitte ins deutsche Sozialsystem, dann entsteht der hässliche Eindruck kaum verhohlener Schadenfreude. Der Triumph des gekränkten Narziss, ausgetobt an der wehrlosen Klientel des geschlagenen Feindes: an Kindern, Alten, Kranken und den Glücklosen. Vae victis!
Aber sie meinen, ich sei kalt und ein Spötter in furchtbaren Späßen. Und nun blicken sie mich an und lachen: und indem sie lachen, hassen sie mich noch. Es ist Eis in ihrem Lachen.
(Friedrich Nietzsche, Zarathustra, Vorrede – Chefarztfrauliche Handbibliothek)

diskussionslos

BERLIN Zu Medienberichten über eine mögliche Absenkung der Hartz-IV-Regelsätze erklärt der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Heinrich Kolb: «Eine Absenkung der Regelsätze wird von den zuständigen Fachpolitikern der FDP-Bundestagsfraktion nicht diskutiert. Anregungen dieser Art entsprechen nicht der Fraktionsmeinung.» Es handelt sich also bloß um Medienberichte, wenn der amtierende Parteivorsitzende und ein Mitglied der Bundestagsfraktion das genaue Gegenteil in der Presse erklären. Wurde etwa geputscht? Nö, es bedeutet nur, dass bei den Liberalen in dieser Sache noch nie Diskussionsbedarf bestand.

Fremdfasten mit der FDP

HANNOVER Schon geht’s los: Der katholische FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Lindner ‘denkt darüber nach’, ob man nicht die Hartz-IV-Sätze absenken müsse, um den Hinzuverdienstdruck zu erhöhen. Auch die ersten römischen Christen waren schließlich Sklaven oder dekadent oder so irgendwas.
Tätige Nächstenliebe; via hannoversche-allgemeine.