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#Mitfühlender Liberaldentismus

Laut GKV-Spitzenverband liegen die Jahreseinnahmen einer Zahnarztpraxis bei durchschnittlich 502.000 Euro (West) / 306.00 Euro (Ost). Abzüglich Betriebskosten bleiben davon dann etwa 172.000 Euro (West) / 110.000 Euro (Ost) als Ertrag vor Steuern und Schiffsbeteiligung übrig. Unvorstellbar! Bloß gut, dass es den Herrn Bahr gibt.
Und sollten dann 2013 tatsächlich alle 66.000 armutsbedrohten Dentisten dankbar die FDP wählen, so entspräche dies, je nach Wahlbeteiligung, immerhin einem Anteil von satten 0,1 bis 0,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Unter Geiern

BERLIN Beutelschneider feiern Honorarzuwachs. KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Köhler: «Unter den extrem schwierigen Bedingungen der Wirtschaftskrise haben wir es geschafft, dass das für die ambulante ärztliche Versorgung bundesweit zur Verfügung stehende Honorar von unter 26 Milliarden Euro im Jahr 2004 auf über 31 Milliarden Euro in diesem Jahr gestiegen ist. Im nächsten Jahr wird noch einmal eine Milliarde hinzukommen.» BA-WÜ Schubladenschubser ergehen sich in Selbstmitleid. LAV-Präsident Fritz Becker: «Verständlich, dass sich vielen Apothekerinnen und Apothekern der Schluss aufdrängt, dass die Politik Freiberuflichkeit, Mittelstand und Individualapotheken ohne Wimpernzucken opfern wolle.»
Wo bleibt denn da der Sozialausgleich, Herr Rösler? Unsere Innenstädte werden veröden, wenn erst der letzte Apotheker ausgewandert ist. Wohin eigentlich, doch nicht etwa den Ärzten hinterher?

Die Klage ist des Kaufmanns Gruß

… und dementsprechend sollte die deutsche Ärzteschaft in Zukunft auch behandelt werden. Wer nämlich meint, seine zahlenden Patienten nach elf Prozent Honorarsteigerung noch mit Streiks bedrohen zu müssen, der sollte vielleicht erst mal Gewerbesteuern bezahlen.
By the way: Wie wär’s denn, wenn die Arzthonorare an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt würden? Leistung muss sich schließlich wieder lohnen – aber so richtig fett
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