Schlagwort-Archive: Peter Sloterdijk

#Kapitalismusdebatte: Handelsblatt strikes back

+++ Jetzt ist Chefredakteur Garbor Steingart aber der Kragen geplatzt. Auf sechs Seiten verteidigt er seine freie Marktwirtschaft gegen eine halluzinierte Attacke aus dem FAZ-Feuilleton: Eine Treibjagd auf unsere Wirtschaftsordnung ist in Gang gekommen. Als Anführer der Jagdgesellschaft tritt der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher auf.
Und weil sogar ein echter Philosoph, nämlich Jürgen Habermas in Schirrmachers Horn blase (sic), lässt Garbor sich jetzt auch einen Philosophen blasen. Auf gleich zehn Seiten besorgt ihm das mit bekannter Raffinesse Peter Sloterdijk.
Den gescheiterten Revolutionär der gebenden Hände treibt derzeit besonders die Sozialdemokratisierung amerikanischer Milliardäre um.  Fazit des Geistestitanen, ein Piet-Klocke-Zitat: In jedem Chaos steckt stets ein Fünkchen Hoffnungslosigkeit.
Und in der Tat, der Hospitalismus mit dem die Jungs ihre leeren Worthülsen mittlerweile repetieren, lässt ihnen ein Fünkchen mehr Hoffnungslosigkeit als der feinen Jagdgesellschaft. In diesem Sinne Waidmannsheil.

Homöopathischer Lackmustest zur Mentalstatusbestimmung I

Peter Sloterdijk preist die Homöopathie als «plausibel und unglaublich in einem, rätselhaft und wirkungsvoll». Diese Aussage ist doch sehr hilfreich bei der Einordnung der sloterdijkschen Faseleien von der thymiotischen Wende der gebenden Hände. Danke.
Renate Künast dagegen wagt im spon sogar eine Art Argumentation: «Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.» Was Homöopathie mit Natur zu tun haben könnte und wo sie dazu noch kostenlos erhältlich ist, das verrät uns die Frau Künast dann aber doch nicht. Schade.

Das Private ist das Politische

Die Revolution der gebenden Männerhände hat gerade erst begonnen. Ein einsamer Hand-Job mit harten Schwielen. Mit Schwielen, wie sie sich nur verbeamtete Universitäts- professoren und Wirtschaftsjournalisten am Schreibtisch verdienen können: In der FAZ dekuvrieren Rainer Hank und Georg Meck die matriachal-faschistische Alleinerziehenden- Verschwörung. Eine Infamie von der, laut Thomas Strobel, 0,8 Prozent der Bevölkerung ungemein profitieren. Pfui!

Sensation: Sloterdijk entlüftet den Quell der Herrenmoral

«Ich benutze das Fernsehen als Gleichgültigkeitsmaschine», berichtet der 62-Jährige heute im stern (print). So erreichte er, Sloterdijk, schließlich jenen bemitneidenswerten Zustand, in dem sein Gehirn sich endgültig von der Welt zurückgezogen habe.
[Explizit der Konsum vormittäglicher Talk-Runden steigerte die Misantrophie des Ausnahme- philosophen zu eben dieser ihrer vornehmsten Form, der Stoa neuronalis.]