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  1. Die Übersüchtige

Eure ersten 100 Kommentare habe ich ins Archiv verschoben. Zum Nachlesen hier lang »

  1. Pit
    Am 8. February 2009 um 21:24 Uhr |Bearbeiten

Hallo zusammen

Lasst mich, bevor ich die versprochene Liste der bei meiner Frau angesetzten Therapien veröffentliche, bitte noch einen Hinweis zur PML geben.

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Was man häufig liest, z.B. auf wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Progressive_multifokale_Leukenzephalopathie
Vorallem die sehr schlechte Prognose lässt einem natürlich erst mal den Atem stocken. Ist mir nicht anders gegangen.

Allerdings gibt es kaum Literatur über PML im Zusammenhang mit MS. Wie auch, es gibt gerade mal 5 Fälle bzw. 8, wenn man die alten dazu rechnet.
Was am meisten veröffentlicht wurde sind PML-Fälle in Verbindung mit HIV. Hier ist das Immunsystem derart geschwächt, dass dieses gegen den Virus nicht ankommt. Die Überlebenschancen sind bei HIV gering wurden aber in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Fakt ist:
Ein intaktes Immunsystem kommt sehr wohl damit zurecht. Etwa 80% von uns haben das JCV im Körper. Unser Immunsystem hält ihn aber locker in Schach.

Ein Tys-Patient hat ja von sich aus kein instabiles Immunsystem. Es wird gezielt immunsupremiert bzw. wurde es vorher durch andere Medikamente.

Die Gefahr, daran zu sterben ist also, vorausgesetzt man merkt es rechtzeitig und das Immunsystem springt wieder an, sehr gering.

Wobei aber auch gesagt werden muss, dass durch degenerierte Oligodentrozyten (Myelinscheiden) die Axone (Nervenfortsätze) absterben und diese dann vermutlich für immer futsch sind.
Aber auch da hat sich unser Hirn so einiges einfallen lassen und kann dann unter Umständen Informationen verlagern bzw. Nervenimpulse umleiten.

Bei meiner Frau haben sich, im Gegensatz zur schulmedizinischen Meinung, ihre Sehnerven wieder gebildet. Durch anfangs fortdauernde Opticus Neuritiden war der Sehnerv so kaputt, dass sie nur noch etwa 5% gesehen hat. Auch saß sie 2 Jahre im Rollstuhl. Heute sieht sie etwa 50% und kann einige Meter frei und sonst am Gehwagen laufen.
Ein guter Freund von uns war durch einen Motorradunfall querschnittgelähmt. Einige Jahre später konnte er problemlos ohne Hilfmittel laufen und ist wieder Motorrad gefahren. Das nur kurz zum Thema Nerven wachsen nicht wieder.

Ein Restriskio bleibt aber natürlich immer. Auch kann das Immunsystem wieder zu heftig hochfahren, dann hat man unter Umständen die nächste üble lebensbedrohliche Krankheit (IRIS) an der Backe.

Ich hoffe, das nimmt dem einen oder anderen jetzt etwas die Angst vor PML.

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So, nun zum eigentlichen Thema.

Folgende Therapien wuden durchgeführt:
10 Tage alle 8 Stunden Zovirax (Antivirenmittel)
3 x Plasmapherese (Tys wird aus dem Blut gewaschen)
Virenbindendes Mittel (Dosierung und Name sind mir nicht bekannt)
Absetzen aller blasenmodulierenden Mittel (ungehinderter Urinabfluss)

Das wars eigentlich schon. Viel mehr geht leider nicht.
Wobei das aber auch reicht. Nach den vielen Kortisonbehandlungen und der Chemo (Mitoxantron) sind eh nur noch wenige Venen verwendbar. Unter diesen Ümständen jeden Tag drei zu finden ist nicht einfach. Aber hat geklappt.
Für die Plasmapherese wird ein extra Zugang in die Halsvene gelegt und festgenäht. Dieser sogenannte Sheldon-Katheter ist ziemlich unanagenehm. Nicht weil er weh tut sondern er stört halt einfach an der Seite (reibt beim Drehen des Kopfes und drückt nachts beim Liegen). Ist nicht gerade klein das Teil. Der Plasmaaustausch kann auf den Kreislauf gehen, ist aber nicht schmerzhaft. Meine Frau hats ohne Komplikationen vertragen.

Nachdem das Tys aus dem Blut gewaschen ist heißt es warten.
Immer wieder MRT zur Kontrolle und weitere Liquoruntersuchungen, ob sich die Virenanzahl verringert hat.

Momentan schauts ganz gut aus. Im letzten MRT haben sich keine weiteren Herde ergeben, die kein Kontrastmittel aufnehmen. In diesem Fall positiv, denn PML-Herde nehmen kein Kontrastmittel auf.

Das Krankheitsbild hat sich wesentlich gebessert. Viele Symptome haben sich von signifikant bis deutlich gebessert oder sind gar zurückgegangen.

Nun bleibt zu hoffen, dass das Immunsystem nicht abhebt und sich keine IRIS (immune reconstitution inflammatory syndrome) entwickelt und es weiter Berg auf geht.

Sie wird noch 1-2 Wochen zur Beobachtung in der Klinik bleiben. nach insgesamt 4-5 Wochen wird sie dann froh sein, wieder nach Hause zu dürfen.
Drückt die Daumen.

Grüße und schönen Abend
Pit

  1. Pit
    Am 13. February 2009 um 01:24 Uhr |Bearbeiten

Hallo zusammen,
komme aus Zeitgründen gerade mal dazu, die Beiträge nur zu überfliegen.

Kurz zu den letzten vier Beiträgen, da ich das für ein sehr wichtiges Thema halte.

Genau das ist ein Punkt, den ich für verantwortungslos halte. Theoretisch könnte ein Allgemeinmediziner auch ein Rezept ausstellen und er könnte Tys auch verabreichen. Hallo! Das ist kein Schnupfenmittel!
Der beste Neurologe der Welt kann die Symptome rein äußerlich nicht eindeutig der MS oder einer PML zuordnen. Er hat maximal die Vermuting einer PML, die er nur durch “Reingucken” ins Gehirn und labordiagnostisch ausschließen kann. Auch wenn ein Hausarzt sich intensiv mit der MS beschäftigt liegt doch auf der Hand, dass ein Neurologe mehr Ahnung hat – schließlich ist es ein Facharzt, hat in dieser Richtung studiert und seine Erfahrungen gemacht. Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, ein sich langjährig und intensiv für MS interessierter Laie hat mehr Ahnung von MS als ein Hausarzt, der kaum oder keine MS-Patienten hat.

Also ich denke, das ist der ganz falsche Weg. Der Neurologe ist der richtige Ansprechpartner. Allerdings sollte der sich auch seiner Verantwortung bewusst sein und sich mehr Zeit nehmen – zumindest für seine Tys-Patienten.

@ Jessy: Frag ihn bitte mal, wie er eine PML erkennen will, wenn er dich alle 3 Monate mal von außen anguckt. Auf die Antwort bin ich gespannt. Wenn er das nämlich kann, könnte man sich die Kosten fürs MRT sparen ;-)Und das ist halt der Knackpunkt. Die Kassen wehren sich gegen die hohen Kosten, dazu noch, wenn aus deren Sicht nicht mal ein Anlaß dazu besteht (es gibt ja keinen Hinweis) und diese Denke dann auch noch von manchen Ärzten unterstützt wird.

@ Thomas: Alle 6 Monate MRT halte ich persönlich für zu wenig. Alle 2 Monate, wie es in der Klinik gemacht wird, in der sich meine Frau befindet, halten manche Ärzte für zu viel. Die Mehrheit befürwortet wohl, wie ich es zumindest gelesen und erfahren habe, alle 3 Monate. Ich denke, das hat auch damit zu tun, ob ein eigener MRT zur Verfügung steht. Wenn man stationär im Krankenhaus ist, beinhaltet die Fallpauschale diese Kosten (vermute ich zumindest mal, kann es nicht mit Sicherheit sagen, da meine Frau privat versichert ist und da jeder Pups abgerechnet wird). Ambulant wird dagegen voll abgerechnet und das kostet die Kassen jedesmal um die 800 Euronen.
Alle 6 Monate Unetrsuchung ist aber auf jeden Fall zu wenig.

Fakt ist: O-Ton eines namhaften Prof: “Wir sehen Aktivitäten und evtl. Anzeichen einer PML im MRT bevor es der Patient überhaupt bemerken kann.” Da gibts nichts hinzuzufügen.

@ Erdmuthe: Auch hier kann ich nur fragen, ob sich der Hausarzt in der Lage sieht, PML-spezifische (neurologische) Merkmale zu erkennen, wenn du alle vier Wochen mal kurz zu einer Infusion vorbei kommst. Das halte ich für sehr gewagt.

@ Doris: Der Neuro hat Recht – dass er dich nicht sehen will ist wiederum bedenklich. Und ums liebe Geld kanns hier nicht gehen. Unser Neuro, übrigens auch eine sogenannte Schwerpunktpraxis, verlangt für die Infusion um die 30 Öre, zzgl. Material natürlich. Wenn ich überlege, was er dafür für eine Veantwortung trägt, ist das der Witz. Also reich wird er damit nicht.

Wir haben auch den Fehler gemacht, der Umstände wegen eine Praxis aufzusuchen. Die ersten drei Tys-Infusionen hat meine Frau in einer Neuro-Klinik bekommen. Dafür sind wir 30 KM gefahren, da es eine gute Klinik mit einem super Chefarzt ist. Die 1. und 2. Tys wurde stationär durchgeführt. Die 3. Gabe mehr oder weniger ambulant. Ein Krankenhaus ist auf sowas nicht eingerichtet. Langes Warten, kein Essen, etxra ein Zimmer dafür herrichten, …
Das war beium niedergelassenen Neuro anders. Man kam relativ rasch dran, noch eine Stunde rumsitzen und fertig. Dazu kommt, dass die Praxis 300 Meter von uns entfernt ist.

Heute weiß ich, dass ich das so nicht wieder machen würde.

Meine persönlichen Forderungen wären ganz klar:
– Vor Tys-Gabe ein persönliches Aufklärungsgespräch des Facharztes mit einem oder mehreren Angehörigen oder Personen, die viel Zeit mit dem Patienten verbringen.
– Verordnung nur durch den Facharzt.
– Infusion nicht unbedingt durch den Facharzt. Aber wenn durch den Hausarzt, muss dieser die Risiken des Medikamentes während und nach der Infusion kennen und der Patient muss zusätzlich in engen Abständen vom Facharzt untersucht werden.
– Neurologische Untersuchung vom Facharzt mind. alle 4 Wochen. Das sollte auch ein psychiologisches Gespräch beinhalten.
– MRT alle 8-12 Wochen
– Blutuntersuchung (Leberwerte) alle 8 Wochen
– Teilnahme am Beobachtungsprogramm und Dokumentationspflicht
– Offenerer Umgang des Herstellers auch mit den Patienten. Ich würde eine weitere Sensibilisierung der Fachärzte sehr begrüßen. Der Hersteller tut schon sehr viel, ich habe die Briefe an die Ärzteschaft gelesen. Das scheint aber nicht zu reichen, wenn man die Meinungen der Fachärzte hört deren Verhalten sieht.

Realistisch gesehen wird das zwar eine Wunschvorstellung bleiben aber wenn das eine oder andere umgesetzt würde, wäre schon mal einen Schritt nach vorn.

Schönen Abend euch allen
Pit

  1. Pit
    Am 14. February 2009 um 01:22 Uhr |Bearbeiten

Wie hoch ist die Chance, PML zu bekommen?

Moin zusammen.
Ich will mal versuchen, auf die Frage von Erdmuthe eingehen, bevor sie sich Gedanken macht und womöglich nicht schlafen kann.

Die Aussage 1:1000 stammt aus dem Jahr 2005.
Als drei Tys Patienten an PML erkrankten und zwei davon starben wurden etwa 3.000 Patienten untersucht und die Droge vom Markt genommen. Zum Glück waren keine weiteren PML Fälle zu finden.
So ergab sich damals die Quote 1:1.000 (3 Fälle von 3000).

Heute schaut das eigentlich ganz anders aus, obwohl der Hersteller diese Quote heute noch angibt – warum auch immer.

Bis Ende 2008 gibt der Hersteller 37.600 behandelte Patienten bekannt.
Davon 20.200 in den und 16.900 außerhalb der USA und weitere 600 in klinischen Studien. Das ergibt zusammengezählt 37.700 – das sind irgendwie 100 mehr. Aber bei den Zahlen wird von ca. gesprochen, lassen wir es also mal so stehen.

Aber nun zu deiner Frage Erdmuthe:
Zum Glück hast du dich verrechnet ;-)1:4 wäre Obermist und nicht zu verantworten. Da müssten ja schon mind. 4 aus dem Blog hier PML haben.

Gehen wir von den aktuellen Zahlen unter Monotherapie aus, 37.600.
Unter diesen gab es bisher 5 PML-Fälle.
Das macht im Durchschnitt also eine Quote von 1:7.520.

Ob man das nun auf die einzelnen Gruppen bezogen so einfach berechnen kann, bin ich mir nicht sicher. Denn wer 24 Monate Tys bekommen hat, der hats natürlich auch 12 Monate bekommen. Somit wären das ganz andere Zahlen.
Haben wir einen Mathematiker unter uns?

Aber selbst wenn bei der einzelnen Gruppe mit 24 Monaten den einen PML Fall rechnen würde, wäre das eine Quote von 1:4.300 und damit 4 mal so niedrig wie die genannten 1:1000.

Warum allerdings keine neuen Quoten vom Hersteller benannt werden frage ich mich schon. Denn es ist doch eigentlich posiitiver als vor zwei Jahren.
Hat jemand ne Ahnung?

Grüße, schönes WE
Pit

  1. Angi
    Am 20. February 2009 um 07:55 Uhr |Bearbeiten

Hi,

falls du aus dem Ruhrgebiet kommst: Mein Neuro ist in Recklinghausen, er ist super gut, unheimliche viele MS Patienten ;-)

Für die Adresse mail mich an!

LG
Angi

  1. Jessy
    Am 20. February 2009 um 14:29 Uhr |Bearbeiten

Danke für die Anworten Trips und Angi.
Göttingen ist schon ne Ecke weg, da wäre Recklinghausen schon näher. Wobei es da darauf ankommt wo, von Witten nach Recklinghausen ist es ja schon noch ein Stückchen, keine 3 Stunden, aber immerhin. ;)

  1. Sandy
    Am 3. March 2009 um 14:47 Uhr |Bearbeiten

Um auf das eigentliche Thema zurückzukommen:

@Pit: Wie geht es Deiner Frau mittlerweile?????

  1. miriam
    Am 6. March 2009 um 21:08 Uhr |Bearbeiten

hallo,
bin auch nur durch zufall auf diese seite gestoßen.
fand es sehr interessant das alles zu lesen.
ich habe gestern meine 9.te tys infusion hinter mich gebracht. fahre dafür ca.30 km nach giessen in die ms-ambulanz.
was ich persönlich nicht verstehen kann ist, dass bei den (wohl) meisten nur alle 2 monate blut abgenommen wird… bei mir wollen die alle 4 wochen blut haben. dachte das es jedem so geht bzw. das es bei jedem so gemacht wird???

stehe mit meiner ms ziemlich allein da. ich habe das gefühl das keiner meiner familienangehörigen was damit zu tun haben möchte bzw. keiner will was darüber hören.
@ pit: wünsche dir und vor allem deiner frau alles gute. würde mich freuen zu hören/lesen wie es ihr mittlerweile geht.
ganz liebe grüsse miriam
(aus hessen)

  1. Alexander Otto
    Am 7. March 2009 um 17:06 Uhr |Bearbeiten

Hallo Leute,
zum Glück herrscht derzeit an der PML/Tys-Front Ruhe. Der Blog ist eigentlich nicht als Forum gedacht, sondern soll als registrierungs- und werbefreie Info-Quelle dienen. Trotzdem stört eine rege Diskussion natürlich nicht. Wer von euch ein Forum für etwas privateren Austausch sucht, dem kann ich die “Ehrlichen-Hamster” (Was für ein Name, lol.) empfehlen. Das Forum ist passwortgeschützt. Ihr müsst euch also registrieren (E-Mail-Adresse genügt). Die Foren-Betreiberin kenne ich persönlich und kann mich, was Datenschutz und Unabhängigkeit betrifft, absolut verbürgen. Übrigens ist der Diskussionsstil auch nicht so rüde wie bei der DMSG. ;)
Beste Grüße
Alex

  1. Pit
    Am 7. March 2009 um 18:58 Uhr |Bearbeiten

Hallo zusammen.

Hatte die letzten Wochen ne Menge um die Ohren und kam nicht zum Schreiben. Gelesen hab ich aber alles, das geht auch mal in der Mittagspause ;-)

Danke für die Nachfragen wegen meiner Frau. Ich will euch auch nicht länger auf die Folter spannen, viele möchten natürllich wissen, wie sich das alles weiter entwickelt hat.

Leider nicht so gut, wie es den Anschein hatte.

Die Klinik meiner Frau hatte sich weiter verbessert und Mitte Februar habe ich mit den Chefarzt noch darüber gesprochen, wie wir denn nach der Entlassung weiter verfahren sollen.

Leider wurde uns ein fetter Strich durch diese Rechnung gemacht.

Mittwoch vor zwei Wochen wurde meine Frau von der Nachtschwester im Bad am Boden liegend gefunden. Da nicht klar war, was genau passiert war und ob sie innere Kopfverletzungen hatte also das große Programm:
Notarzt in die nächste Unfallklinik auf die Intensivstation.
Kurz zur Erklärung: Die Klinik, in der sie sich momentan befindet, ist ein neurologisches Fachkrankenhaus aber keine Unfallklinik. Das heißt, die Diagnostik wie MRT etc. sind nachts nicht besetzt.

Zum Glück stellte sich nach dem MRT heraus, dass keine Verletzungen vorhanden waren. Sie wurde am nächsten Tag wieder in ihre Klinik zurück verlegt.

Allerdings hatte sie einen epileptischen Anfall erlitten, der zum Sturz führte. Es war kein kleiner Anfall, sie war körperlich ziemlich am Ende und wurde entsprechend sediert. Ein Antiepileptikum wurde eingeschlichen und ein anderes Medikament in entprechend hoher Dosis gegeben, damit die Krämpfe aufhörten, die sie nach wie vor plagten. Zu sehen waren diese im EEG (die Kurven sahen aus wie die bei einem Erdbeben) und äußerlich an ihrem einen Arm, der nicht aufhören wollte zu zucken.

Durch ein zum Valuim gehörendes Mittel war sie so müde, das sie fast immer durchschlief und wenn sie mal einigermaßen wach war, lallte sie, als wenn sie zu tief ins Glas geschaut hatte. Aber immerhin konnte sie wieder sprechen.

Die Situation vebesserte sich, die Medikamente konnten abgesetzt bzw. reduziert werden und sie konnte sich Ende letzter Woche wieder außerhalb des Bettes bewegen.

Letztes WE sprachen wir wieder von einer Entlassung in den nächsten Wochen und wie wir dann weiter machen. Leider haben wir auch diesmal die Rechnung nicht ohne PML und deren Folgen gemacht.

Exakt zwei Wochen nach dem Anfall, also am Mittwoch, hat sie sich am Telefon mir gegenüber sehr merkwürdig verhalten und es gab eindeutige Parallelen zum ersten Anfall. Zu diesem Thema gehe ich am Schluß nochmals genauer ein. Ich habe sofort den Arzt informiert und er hat sich auch gleich darum gekümmert.

Eine Stunde später rief er mich an, dass ich mit meiner Vermutung wahrscheinlich recht hatte. Da aber zu diesem Zeitpunkt (17 Uhr) wieder keine Diagnostik gemacht werden konnte bekam sie profylaktisch den selben Cocktail verabreicht wie vor 14 Tagen.

Das war jetzt nun zum zweiten Mal ein voller Schlag ins Gesicht und die ganze Arbeit der letzten zwei Wochen war wieder im Eimer.

Zum Glück konnte man diesen Krampfanfall aber sozusagen im Keim ersticken, die Folgen merkt man deutlich, wenn diese auch viel geringer sind als beim letzten Mal.

Es geht ihr heute den Umständen entsprechend – so betrachtet relativ gut. Sie ist einigermaßen wach und spricht, von kleinen Aussetzern abgesehen, fast normal mit mir. Sie hat kognitiv noch etwas Probleme, verwechselt ab und zu manche Leute unter anderem auch mich ;-)aber insgesamt schauts ganz gut aus.

Prognosen wage ich momentan nicht zu machen und von einer Entlassung sind wir weit entfernt. Auch werde ich diesen Monat vermutlich nicht mehr diskutieren, wie wir nach der Entlassung weiter machen … das hat sich nicht bewährt.

Ab Montag ist der Prof. aus seinem Kurzurlaub zurück, dann werde ich mal hinfahren und mich eingehend mit ihm unterhalten.

So schauts also momentan aus. Ich hätte fast schreiben können, sie ist weider zuhause und es geht ihr gut. Diese Zeilen hebe ich mir aber mal für später auf.

Drückt die Daumen – mehr geht ja sowieso nicht.

Nun zu den Symptomen des Krampfanfalles.

Der erste kündigte sich folgendermaßen an:
Ich rief sie an, sie war total aufgelöst und konnte so nicht liegen und anders auch nicht. Im schwäbischen sagt man “gängelig”, wenn man mit nichts zufrieden ist und nicht so ist, wie man es sich vorstellt.

Beim 2. Anruf war unheimlich müde und sprach undeutlich. Das kann man nun auch auf die Müdigkeit schieben aber eine Sache war seltsam und das hat sie vorher auch noch nie gemacht.
Sie hat nach ein paar Sätzen Tschüß gesagt und einfach aufgelegt. Ich habe nochmals gewählt und wieder nach ein paar Worten Tschüß und aufgelegt.

Damals hatten wir alle das auf den Stress geschoben (sie hatte vorher einige Untersuchungen). es waren allerdings die Anzeichen eines Krampfanfalles, denn in der selben Nacht hat man sie ja dann im Bad gefunden.

Der zweite Anfall war folgendermaßen:
Ich telefonierte wieder mit ihr bzw. versuchte es. Sie war mehr als nur kurz angebunden. Auf die Frage, ob sie denn schon gegessen hätte antwortete sie nach relativ langer Zeit mit einem kurzen “weiß nicht”. Auf die nächste Frage, ob ihr Essen denn auf dem Tisch stünde, kam wieder nach langer Zeit ein kurzes “ja”. So ging das weiter, also nur ja, nein und weiß nicht nach einer relativ langen Antwortzeit von vielleicht 3-5 Sekunden.

Beim zweiten Anruf ein paar Stunden später reagierte sie dann exakt wie vor dem ersten Anfall. Diesmal konnte ich sie nicht nur schlecht verstehen sondern gar nicht. Sie sprach eine Sprache, die nicht von dieser Welt war. Nach ein paar Sätzen sagte sie Tschüß (das ging merkwürdiger weise) und legte auf. Bei einem sofortigen zweiten Anruf das selbe – Tschüß und aufgelegt.

Das mal so als Tipp, falls euch so was mal passieren sollte.

Epileptische Anfälle werden bei PML beschreiben. Das ist oft dann der Fall, wenn der entzündliche Prozess knapp unterhalb der Hirnrinde stattfindet. Ist eine größere Anzahl Zellen entzündet, kann es zu einem “Kurzschluss” kommen, der dann einen (epileptischen) Krampfanfall auslöst.
Das kann dan nur medikamentös eingedämmt werden. Nach Abklingen der Entzündung kann das Medikament ggf. wieder abgesetzt werden.

@ Miriam:
Freu dich, dass dein Arzt das alle 4 Wochen macht. Das spricht für ihn.
Es können unter Tys auch Leberschäden auftreten. Das kann man vorher u. U. im Blut erkennen.

Dass du mit deiner MS alleine gelassen wirst ist saudoof. Und das geht leider nicht nur dir so. Mit Familienzusammenhalt hat das wenig zu tun. Ich erwarte ja nicht von jedem, dass er sich gleich so intensiv, wie ich es tue, damit beschäftigt. Ein gewisses Maß jedoch wäre nicht schlecht, dann hätten einige eine andere Meinung dazu und würden vieles auch mehr verstehen. Schade …
Nicht umsonst heißt MS ja auch “Machs Selber”. Wenn man in dieser Situation allein gelassen wird ist das besonders hart.
Das tut mir für die Betroffenen sehr leid.

Trotzdem Kopf hoch und ein Tipp aus eigener Erfahrung:
Begrenze den Kontakt zu Leuten, die dich so hängen lassen oder breche ihn ganz ab (auch wenn es deine nächsten Verwandten sind) und kümmere dich in erster Linie um dich selbst. Du wirst dann vom einen oder anderen als arogant angesehen aber bleib da mal ganz ruhig. Es geht um dich und um dein Leben mit MS mit dem du in diesem Fall alleine klar kommen musst. Höre auf dich und mache knallhart das, was dir am besten bekommt – auch wenns anderswo dann weh tut.

Euch allen ein schönes WE. Alles Gute.
Grüße
Pit

  1. Pit
    Am 8. March 2009 um 14:15 Uhr |Bearbeiten

Hallo.

@ Trips:
Da sehe ich Parallelen zu meiner Frau. Sie hatte die ersten zwei Jahre (1996-97) ausschließlich Opticus Neuritiden. Der damalige Prof. wusste damit nicht so richtig was anzufangen und es war eine einzige Odyssee. MS, keine MS, Encephalomyelitis Disseminata ja aber MS nein, …
Das war schon krass. Die Prognosen waren auch nicht der Hit. Aus schulmedizinischer Sicht hieß es damals, wenn die Augennerven einmal futsch sind, tut sich da nicht mehr viel.
Zum Glück irrt ja die Schulmedizin auch immer mal wieder ;-)
Nach gemessenen gerade mal 10% Sehfähigkeit sieht sie nun wieder etwa 50% und nach 2 Jahren Rollstuhl geht sie ein paar Meter ohne Hilfmittel und längere Strecken am Rollator. Wenns mal ganz schnell gehen muss scheut sie sich auch nicht den Rollstuhl zu nehemen – geht einfach schneller.

@ oscmp:
Ich hatte es irgendwann ja schon mal geschrieben.
Es gibt bei keinem Medikament Sicherheit. Es sind schon Leute gestorben, weil sie Aspirin genommen haben oder allergisch auf ein Antibiotikum reagierten.
Man muss ganz klar den Nutzen-Risiko-Faktor abwägen. Das kann man nur selbst. Vielleicht in Absprache mit dem Arzt aber letztlich entscheidet man es selbst.
Wenn man wie hier bei Tys die Risiken ja bereits kennt, muss man sehr genau darauf achten.

Nehmen wir mal als Beispiel Kortison. Wenn es das nicht gäbe, hätte sehr viele Menschen einfach Probleme oder würden gar nicht mehr leben.
Bei meiner Frau haben wir nach 100 Gramm irgendwo aufgehört zu zählen, die sie bei ihren vielen Schüben erhalten hat.

Mitoxantron und Tys waren die einzigen Medikamente, worunter sie schubfrei war. Da nimmt man dann gerne ein kleines Risiko in Kauf. Mito ist auch kein Zuckerle un da hätte auch was passieren können. Im Vordergrund stand aber eben keinen weiteren Schub zu bekommen und das wurde erfüllt.

Der MS freien Lauf zu lassen halte ich nicht für günstig. Gar keine Medikamente zu nehmen hielte ich gar für fahrlässig. Hätte meine Frau das gemacht würde sie heute vermutlich nicht mehr leben. Dazu war ihre MS zu aggressiv.

Es meinen ja auch einige, MS könne man alternativ behandeln. Das ist bedingt richtig (kommt auf die Art der MS an) und sicher oft hilfreich. Ich persönlich würde solche Therapien nur begleitend zur Schulmedizin anwenden. Wenn ein akuter Schub da ist hilft halt nur Kortison, was soll ich da mit homöopathischen Mittelchen anfangen.

Wenn es deiner Frau ohne Tys momentan gut geht ist es ja auch ok, solange würde ich dann auch nichts unternehmen. Sollten wieder Schübe auftreten, würde ich mir auf jeden Fall wieder Gedanken machen, wie es weiter gehen soll. Jedes weitere Gramm Kortison ist, gerade bei Frauen, nicht wirklich der Hit und bereitet den Weg für andere Krankheiten … aber hilft halt. Von anderen bleibenden Schäden mal ganz zu schweigen.

Um es vielleicht noch mal auf den Punkt zu bringen:
Es werden jeden Tag eine Menge Menschen auf deutschen Straßen durch Verkehrsunfälle verletzt oder getötet. 2008 waren das etwa 412.000, 4500 davon starben. Das Risiko ist nicht so gering, wie man denkt. Immerhin werden jeden Tag 1130 Menschen verletzt und 12 sterben auf den Straßen. Trotzdem fahren die meisten von uns Auto oder bewegen sich im öffentlichen Verkehr als Fußgänger oder Fahrradfahrer. Wenn jemand schwer verletzt wird oder sterben muss ist das immer für den Betroffenen und seine Angehörigen sehr schlimm. Vermeiden können wir das alle jedoch nicht. Trotzdem nehmen wir das Risiko auf uns – in diesem Beispiel vielleicht etwas unbewusst.

Und vielleicht noch eine Sache, über die man nachdenken könnte:
Wie hätten wir alle vor 20 Jahren reagiert? Es gab kein Internet, keinerlei Möglichkeit, sich vom medizinischen Aspekt her zu informieren usw.
Was ich damit sagen will, viele Gedanken werden natürlich erst durch diese neuen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung in unseren Köpfen gebildet.

Alles Gute euch beiden, versuche sie vielleicht etwas umzustimmen.

Grüße und schönen Sonntag
Pit

  1. Doris
    Am 8. March 2009 um 15:51 Uhr |Bearbeiten

Hallo Pit,

die Nachrichtenvon Deiner Frau sind ja nicht gerade sehr erfreulich. Sie hat wirklich Glück, dass sie Dich hat. Solche Angehörige kann man mit der Lupe suchen.

Mir gehts da ähnlich wie Miriam. Nach langem Zögern habe ich genau das getan, was Du ihr rätst: “Begrenze den Kontakt zu Leuten, die dich so hängen lassen oder breche ihn ganz ab (auch wenn es deine nächsten Verwandten sind) und kümmere dich in erster Linie um dich selbst.” Das ist mir gut bekommen!

Ich drücke Deiner Frau weiter die Daumen und wünsche ihr sehr, dass sie nichts oder möglichst wenig von der PML zurückbehält!

Schöne Grüße
Doris

  1. Alexander Otto
    Am 10. March 2009 um 18:13 Uhr |Bearbeiten

Hallo Sandra,
lass Dich nicht zu sehr von den Tysabri-Infos hier verunsichern. Statistisch ist das PML-Risiko zurzeit ähnlich hoch wie etwa Aspirin als Todesursache. Wenn dir deine Tys-Newis trotzdem zu viel werden, ist Mitoxantron eine Alternative. Ich bin damit sehr gut klargekommen.
Grüße
Alex

  1. Jessy
    Am 10. March 2009 um 19:56 Uhr |Bearbeiten

Hallo Sandra,

bezüglich deinem Ohrendruck kann ich dir das grad nur zu gut nachvollziehen, da ich diesen auch seid einer knappen Woche habe, allerdings gehe ich davon aus, dass dies die Begleiterscheinungen von der starken Erkältung sind, die gerade erst im Abklingen ist.

Zu der starken Müdigkeit und den Kopfschmerzen nach den Tysabriinfusionen kann ich nur sagen, dass das bei mir sehr stark nachgelassen hat, nachdem ich angefangen habe die Infusionen seeehr seeehr langsam durchlaufen zu lassen. Also ich lasse die Tysabriinfusionen meist länger als eine Stunde laufen und lasse mir direkt danach noch ein Fläschchen mit Kochsalzlösung durchlaufen (die allerdings etwas schneller).

Mir ist aufgefallen umso länger ich die Infusion durchlaufen lasse, desto besser vertrag ich sie.

@Pit: ich hoffe deiner Frau geht es bald wieder besser!

Liebe Grüße
Jessy

  1. Pit
    Am 11. March 2009 um 01:29 Uhr |Bearbeiten

Hallo zusammen.

@ Doris + Jessy:
Danke fürs Daumendrücken und die guten Wünsche :-)

@ Sandra:
Hast du nach jeder Infusion diese Nebenwirkungen? Das wäre mir persönlich zu heftig und ich würde auf jeden Fall noch was anderes versuchen.

Alex hat es ja bereits angesprochen:
Hat dein Neuro denn nie über Mitoxantron (Novantron) gesprochen?
Das wäre meines Erachtens nach Rebif, Copax und Avonex die nächste Alternative gewesen.
Normalerweise wird es gut vertragen. Man muss sich halt im Klaren sein, dass es eine Höchst-Lebensdosis gibt und es irgendwann abgesetzt werden muss aber es hilft im Regelfall über zwei bis drei Jahre hinweg nahezu schubfrei zu sein.

Meine Frau hat es, nachdem Imurek und Betaferon nix halfen, ohne jegliche Nebenwirkungen vertragen, nicht mal nen Schnupfen oder so. Wir haben es wegen der Einfärbung das “Blaue Wunder” genannt ;-)(schaut aus wie Tinte)

Sie war während der Mito-Zeit bis auf ein oder zwei mal schubfrei.
Ihr Neuro, er hat als einer der ersten in Deutschland auf Mito gesetzt, hat sich auf Grund seiner Erfahrung relativ weit hoch mit der Dosis gewagt. Die empfohlene Gesamtdosis schwankte ja immer wieder mal rauf und runter. Wenn ich es noch richtig weiß war er mal bei 120, wurde dann vom Hersteller auf 100 zurück gestuft und der letzte empfohlene Wert lliegt jetzt bei 140 mg.
Meine Frau hatte, selbstverständlich nach sorgfältigen vorherigen Überprüfungen vorallem des Herzens, zum Schluss eine kumulative Gesamtdosis von 250 mg. Selbst da hätte man vermutlich noch weiter machen können. Aber das wäre ein zu heißes Eisen gewesen und der Prof hat damit schon sehr viel Verantwortung auf sich genommen.

Aber es ist auch hier wie mit jedem anderen Mittelchen auch: Der eine verträgt es wie einen Hustensaft und der andere hat 10 Nebenwirkungen auf einmal.

Einen Versuch wäre es aber Wert.

Kleiner Wermuthstropfen:
Solltest du es nicht vertragen, musst du mindestens ein halbes Jahr oder länger pausieren um mit Tys wieder anzufangen.

Zu deinen momentanen Beschwerden:

Das passt eigentlich alles für Nebenwirkungen von Tys.

Das mit den Ohren kann natürlich mehrere Ursachen haben.
Eine kannst du aber schon mal ausschließen. Dein HNO sagt, es ist alles in Ordnung. Somit fallen Fremdkörper, ne Mittelohrentzündung oder so flach.

Bleibt einmal ein Hörsturz.
Das hatte ich bereits drei mal. Beschreibung passt perfekt. Mir half am besten 14 Tage lang täglich eine Infusion mit blutverdünnenden Mitteln plus hochdisiertes Kortison. Alerdings muss relativ rasch (innerhalb weniger Stunden bis Tage) damit begonnen werden, sonst bringt das meistens nichts mehr.

Und zum anderen kommt natürlich auch ein Schub in Frage, wenn die Entzündung an der richtigen Stelle sitzt.

Letzteres würde ich gleich mal abklären lassen. Lass doch ein MRT machen, dann schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Einmal obs ein Schub ist und zum anderen, ob es Hinweise einer PML gibt. Ein erfahrener Neuro sieht das normalerweise auf dem Bild. Danach kannst du sicher ruhiger schlafen ;-)

Das wären erst mal die Tipps, die ich dir in Kürze von meiner Seite aus geben kann.

Zur Sicherheit wiederhol mich aber hier aber auch gern mal wieder:
Ich bin kein Arzt sondern”neurologisch interessierter Laie” ;-)
Die Aussagen beruhen auf eigenen Erfahrungen oder sind aus verschiedenen Publikationen zitiert.

In welcher geografischen Ecke bist du denn?

Grüße
Pit

  1. Sandra
    Am 11. March 2009 um 12:28 Uhr |Bearbeiten

Ich werde das Tysabri erstmal weiter nehemn, ich mein sonst bekommt es mir ja ganz gur und wenn es mir zu viel wird kann ich es mir immernoch anders überlegen. Ich finds nur etwas traurig, dass man so etwas wie hier nicht beim Arzt erfährt…. Naja, ich arbeite beim Arzt, ich weiß wie die sind… ;-)
@Jessi: ich lasse die Infusion auch naja mal eine mal etwas mehr als eine stunde laufen und hinter kochsalz, so wurde es mir und meiner Kollegin erklärt, meine Kollegin macht die Infusion, wie gesagt ich bin Arzthelferin…. Ich denke das mit der Müdigkeit und dem Schnupfen ist auch nicht das schlimmste, ich denk damit kann/muss ich leben…
@Pit: Nee, mein Arzt hat noch nie Mitoxantron erwähnt, ich kenne aus unserer Praxis, aber mein Neurologe hat es bisher noch nie in betracht gezogen…. Ich war heute nochnal beim HNO und auch beim Neurologen, die haben beide gesagt sie wüssten jetzt auch nicht was das ist und es wäre alles in Ordnung, aber naja, im April (21…!!) könnte ich ja nochmal zum MRT, da sieht man ja dann ob es ein Schub ist/war und auch wegen einer Verlaufsuntersuchung wegen PML und so… und der HNO würde es mit 10 Haes-Infusionen versuchen und mich dann melden… Ich denke das werde ich jetzt auch machen, aber es macht mich wahnsinnig das irgendwie keiner weiß was das ist und woher es kommt und so tun als würde ich mich wahnsinnig anstellen!! Das mache ich wirklcih nicht! Ach man, ist halt alles etwas blöd! Naja, wie die Ärzte schon sagen, abwarten….

Allen anderen alles Gute!

  1. Eva M. Schön
    Am 11. March 2009 um 14:01 Uhr |Bearbeiten

Hallo,
ich verfolge immer noch aufmerksam diese Seite, jetzt will ich mich doch mal wieder melden.
Müdigkeit (aber bei mir leichte) und erhöhtes Erkältungsrisiko hatte ich nur das erste Halbe Jahr. Aber natürlich reagiert jeder Patient anderst.
Ich habe seitdem gar keine Nebenwirkungen mehr.
Dank den guten Informationen auf dieser Seite habe ich meine Angst vor PML im Griff und freue mich, wenn im Mai die Pause die ich mir selbst verordnet habe vorbei ist und es wieder weiter geht.
Sehr betroffen hat es mich allerdings gemacht, Pit, dass deine Frau sich doch noch nicht so gut erholt hat. Aber wer weiß schon, wie lange die Therapie braucht, bis man die PML bei ihr wieder im Griff hat. So viele Fälle kennt man ja nicht.
Es wäre schön, wenn mehr den Mut hätten, darüber zu berichten. Wobei das ja wohl nur die Angehörigen könnten.
Pit, ich drücke weiterhin deiner Frau die Daumen und wünsche ihr, dass die Therapie noch besser anschlägt, die Lage sich bald verbessert und sie wieder stabil ist.
Viele gute Wüsnche
Eva

  1. Eva M. Schön
    Am 11. March 2009 um 14:02 Uhr |Bearbeiten

und sie wieder stabil ist.
Viele gute WüsncheHallo,
ich verfolge immer noch aufmerksam diese Seite, jetzt will ich mich doch mal wieder melden.
Müdigkeit (aber bei mir leichte) und erhöhtes Erkältungsrisiko hatte ich nur das erste Halbe Jahr. Aber natürlich reagiert jeder Patient anderst.
Ich habe seitdem gar keine Nebenwirkungen mehr.
Dank den guten Informationen auf dieser Seite habe ich meine Angst vor PML im Griff und freue mich, wenn im Mai die Pause die ich mir selbst verordnet habe vorbei ist und es wieder weiter geht.
Sehr betroffen hat es mich allerdings gemacht, Pit, dass deine Frau sich doch noch nicht so gut erholt hat. Aber wer weiß schon, wie lange die Therapie braucht, bis man die PML bei ihr wieder im Griff hat. So viele Fälle kennt man ja nicht.
Es wäre schön, wenn mehr den Mut hätten, darüber zu berichten. Wobei das ja wohl nur die Angehörigen könnten.
Pit, ich drücke weiterhin deiner Frau die Daumen und wünsche ihr, dass die Therapie noch besser anschlägt, die Lage sich bald verbessert
Eva

  1. Erdmuthe
    Am 19. March 2009 um 16:40 Uhr |Bearbeiten

Hallo Pit und alle anderen!

Ich war jetzt länger nicht auf der Seite und wollte mal heute sozusagen ‘nachlesen’.
Wow – und dann so eine Meldung, was für ein Hammer.
Pit wie geht es denn Deiner Frau jetzt und vor allen Dingen auch Dir? Dein Leben ist ja wohl auch so ziemlich auf den Kopf gestellt.
Leider wohnt Ihr 2 zu weit weg (ich wohn im Taunus), sonst könnt man Euch Hilfe anbieten.
Ich hoffe, Du hast jemanden, mit dem Du quatschen kannst und der auch zuhört und Dich nicht zutextet.
Ich wünsch Euch alles alles Liebe und Gute
Erdmuthe
PS mittlerweile hatte ich infu 27 und es geht gut, außer das ich einen Virus nach dem anderen einfange.

  1. Klaus
    Am 26. March 2009 um 14:10 Uhr |Bearbeiten

Hallo Pit und alle anderen,

aufgrund dieses Blogs habe ich mich nach langem hin und her Nachlesen im Internet, Gesprächen bei meiner Ini und im MS-Chat dazu entschieden,
auch mit Tysabri anzufangen und bekam letzten Do. in der neurolog. Tagesklinik
meine erste Infusion und hab siebestens vertragen. Von den Ärzten war ich sehr angetan, die haben sich Zeit genommen und meine Fragen ausführlichst beantwortet. Sie freuten sich auch, wie sie mehrfach sagten, dass da mal ein Patient da sei, der sich vorab etwas informiert habe. Das ist wohl eher nicht so
die Regel, stellte ich auch im Gespräch mit anderen Pats im warteraum fest und
war echt froh, diese Seite gefunden zu haben, die mir die Angst vor unberechen-
barer PML genommen hat, hin zu einem überschaubaren Restrisiko. Die Seite mit
den von Pit geschilderten Anzeichen der PML bei seiner Frau habe ich Kopiert und mit Erklärungen im Freundeskreis und bei KGlern verteilt. Jetzt bin ich recht
gelassen und warte entspannter auf die 2. Hürde, die 2. Gabe, wo es jaanscheinend häufiger zu allergischen Reaktionen kommt, wenn denn über-
haupt, was zum Absetzen des Medikaments führen kann.
Falls du es nicht schon weißt, Pit, epileptische Anfälle können auch während
eines MS-Geschehens auftreten, kann vorkommen. Wie häufig weiß ich aller-
dings auch nicht, da ich selber auch nur betroffener Laie bin.
Pit, ich wünsche deiner Frau gute Besserung und euch beiden viel Kraft zum
Durchhalten.
Allen Anderen wünsche ich auch alles Gute und laßt uns in Verbindung blei-
ben.
Liebe Grüße
Klaus

  1. Thomas B.
    Am 29. March 2009 um 15:20 Uhr |Bearbeiten

Hallo Klaus,
die einen lesen diesen Blog und den 5. PML-Fall, der dank Pit ein “Gesicht” bekommen und viel zur objektiven Aufklärung beigetragen hat und hinterfragen aufgrund dieser Ausführungen ihre Tysabri-Entscheidung sowie insbesondere auch die Qualität der begleitenden ärztlichen Untersuchungen mehr denn je.
Und glauben die Tücke zu erkennen, dass die PML (leider noch viel zu oft) erst in einem Staduim erkannt wird wenn sie sich bereits im Körper “festgefressen” hat und möglicherweise dann auch nicht mehr vollständig zurückzudrängen ist.
Und die anderen lesen diesen Blog und sind dankbar, dass er ihnen die “Angst” vor diesem Medikament genommen hat.
Ob nun so oder so, Pit hat auf jeden Fall mit seinen Informationen die Meinungsbildung zum umgang mit dem Medikament massgeblich beeinflusst. Vielen Dank dafür Pit!!!
Es ist schade dass es meines Wissens keine ähnlichen so offenen Informationen aus erster Hand zu den anderen 4 Fällen gibt.
Ich denke wir alle hoffen sehr dass es Deiner Frau zwischenzeitlich wieder deutlich besser geht und ihre Genesung uns allen Mut machen kann.

Thomas

  1. Thomas B.
    Am 29. March 2009 um 15:37 Uhr |Bearbeiten

Nachtrag:

wenn ich oben von der Qualität der begleitenden ärztlichen Untersuchungen spreche:
Die ist in meinem eigenen Fall z.B. super, die Ärzte nehmen sich sehr viel Zeit für eine kompetente Beratung.
Ich denke da dann eher an die Häufigkeit / Möglichkeit von regelmäßigen begleitenden prophylaktischen MRTs bzw. Liquor-Untersuchungen.

  1. Trips
    Am 4. April 2009 um 21:14 Uhr |Bearbeiten

Hallo Leute,

wie gehtt´s, wie steh`t`s??

PIt, wie läuft`s bei euch beiden? Ist Deine Frau zuhaus?
Wie geht`s Dir? Und wie ist so der Stand der Dinge?
Welche Probleme haben Deine Frau und Du momentan zu bewältigen?
Klinkt etwas neugierig, aber ich denke ich schreib hier für viele, die Euch auf Ihre Weise versuchen möchten zu helfen und Euch Mut zu zusprechen, weil wir alle Betroffen sind. Entweder durch Euer Schiksal, oder “einfach nur” als MS`ler.
Diese Seite, find ich ebenso wie Thomas, ist eine ganz besondere Art über PML zu erfahren und Ängste zu bekämpfen.
Vielen lieben Dank dafür Pit und alles erdenklich Liebe für Dich und Deine Frau

Schönes Wochenende an Alle
Trips

  1. Klaus
    Am 5. April 2009 um 19:53 Uhr |Bearbeiten

Hallo ihr Blogger,

mich würde interessieren, ob ihr privat oder in einer gesetztlichen Kranken-
versicherung seid, die vielleicht mehr MRTs pro Jahr bezahlt, oder normale
Kassenleistung. Ich fände es eh gut, wenn die Tys Pats besser vernetzt wären
deshalb gebe ich euch meine Mail Adresse: dadonik5@gmx.de.
Da könnte man sich persönlicher austauschen, das erhoffe ich mir davon und
denke, es wäre im Interesse von allen, mehr Infos auszutauschen, das stärkt
uns, finde ich.
Also, ich hoffe, es geht euch gut und ihr findet Gefallen an meinem Vorschlag und Zeit zu mailen :-)
Liebe Grüße
Klaus

  1. Thomas B.
    Am 6. April 2009 um 21:18 Uhr |Bearbeiten

Hallo Klaus,
die Idee Informationen auszutauschen ist klasse und der Blog von Alex (vielen Dank dafür) sowie die Beiträge von Pit haben hier sogar für eine gewisse Zeit eine interessante Eigendynamik entwickelt.
Wäre doch schade wenn die “Vernetzung” jetzt in Deinem privaten email-Account stattfinden würde…
Alex hat mal auf http://www.ehrliche-hamster.de hingewiesen.
Ein Thread dort wäre doch auch ne Alternative zu Deinem privaten email-Account, bei dem ich die von Dir angesprochene Vernetzung der Tysabri-Gemeinde auf den ersten Blick nicht so recht erkennen kann ;-)

Thomas

  1. Pit
    Am 8. April 2009 um 08:42 Uhr |Bearbeiten

Hallo nach TysLand.

Auf Grund der vielen Anfragen hier ganz kurz und knapp Info zu meiner Frau:
Es geht ihr den Umständen entsprechend ganz gut. Es ist alles etwas anders als erwartet – physisch doch nun besser als es sich anbahnte, dafür psychisch noch nicht so, wie ich es mir wünschte. Aber wir arbeiten daran ;-)

Mehr dazu schreibe ich über Ostern, da hab ich bissle Zeit dafür.
Auch hatte ich ein nettes Gespräch mit Vertretern des Herstellers von Tys.
Ich war angenehm überrascht – mehr dazu ebenfalls die nächsten Tage.

Euch allen schöne Feiertage, macht kein Stress mit Verwandte einladen und so. Erholt euch lieber- jetzt ist Zeit dazu.

Grüße
Pit

  1. Pit
    Am 12. April 2009 um 15:34 Uhr |Bearbeiten

Hallo zusammen.

Wenn auch das Wetter eher dazu einlädt auf die Terrasse zu sitzen, hier schon mal ein Teil der versprochenen Infos.

Nochmals ganz herzlichen Dank für all die lieben Wünsche.
Habe sie alle weitergetragen und Anja hat sich sehr über die Anteilnahme gefreut.

Sie ist seit 28.3. wieder zuhause. Ihr geht es so weit ganz gut. Rein physisch gesehen besser als gedacht dafür psychisch schlechter als ich vermutet habe.
Ganz so viel kann ich momentan leider nicht schreiben, denn der Besuch vom MDK wegen der Einstufung in die Pflegestufe steht vermutlich nächste Woche an.

Die lassen sich auch Zeit ohne Ende. Den ersten Termin einen Tag vor ihrer Entlassung mussten wir verschieben, der hätte im Krankenhaus ja auch nicht viel gebracht. Ein weiterer ist mir noch nicht bekannt, werde nach Ostern die Krankenkasse darüber informieren. Anja ist jetzt zwei Wochen zuhause und keiner will sich richtig um sie kümmern.

Ist schon merkwürdig, wir leben in einem der reichsten Länder, zugleich modern und zivilisiert, mit einem der besten Gesundheitssysteme weltweit.

Und in dieser Zeit, wo jemand
– eine schlimme Krankheit erleidet bzw. schon 13 Jahre damit lebt
– unverschuldet durch die Einnahme eines Medikaments massive Probleme mit der Gesundheit hat
– dem Tod vermutlich gleich zweimal von der Schippe gehüpft ist
– Hilfe bei der Nachsorge, Reha oder Wiedereingliederung ins Leben benötigt
– auf Hilfe angewiesen ist, wieder die alte Tagesstruktur zu erlernen
– dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist
da wird man so ziemlich allein im Regen stehen gelassen.

Keiner fühlt sich zuständig, der eine schiebt es dem anderen zu.
Die erforderlichen Kriterien sind nicht erfüllt oder nicht so, wie sie sein müssen.
Es gibt immer irgendwelche Ausflüchte, warum man dort nicht der richtige Ansprechpartner ist. Welcher allerdings der richtige ist kann einem auch keiner sagen.

Gleichzeitig bekommt man aber 2500 Euro für ein altes Auto geschenkt.

Schon krass, solche Dinge merkt man aber leider erst, wenn man mal selbst betroffen ist.

Da ich diese Situation nun aber von heute auf morgen auch nicht ändern kann und ich alleine schon gar nicht, bleibt halt nur der Weg, sich selbst um alles zu kümmern.

Momentan schauts halt so aus, dass ich alles alleine und parallel zur Arbeit machen muss – machen MUSS, was anderes bleibt mir derzeit leider nicht übrig.

Immerhin sind wir jetzt schon mal soweit, dass Anja eine Genesungskur von ihrer PKV bezahlt bekommt. Aber halt auch hier wieder nicht ohne Hürden.
Sie bekommt die ärztlichen Leistungen, alle physikalischen Anwedungen aber nicht die Unterkunft bezahlt. Viele Reha-Häuser rechnen pauschal ab – also wieder informieren, telefonieren, schreiben, … und die Zeit vergeht.

Ich verbringe derzeit meine komplette freie Zeit im Internet und am Telefon. Es tut sich nach intensiven Recherchen so viel auf, das ja auch irgendwie verarbeitet werden muss.

Ich werde nun bissle auf meinen Balkon gehen, die letzten Sonnenstrahlen einfangen und etwas Energie tanken bevor ich auf die offenen Fragen bez. der Informationspolitik des Herstellers und zur Nachsorge und Beobachtung seitens der behandelnden Ärzte eingehe.

Immerhin hatte ein persönliches Gespräch mit hochrangigen Vertretern von biogen. Mehr dazu später.

Bis bald und Grüße
Pit

  1. Stef
    Am 12. April 2009 um 17:03 Uhr |Bearbeiten

Hi,

ich habe seit 8 Jahren MS und schon so ziemlich alles an Medikamenten bekommen wovon leider nichts stark genug war. Bekomme seit 12 Monaten Tysabri. Hatte die letzten beiden Infusionen Freitags bekommen und hatte Samstags die ersten Anzeichen für einen Schub. Einer davon war so stark, dass ich nicht mehr laufen konnte. Nun soll ich ein zweites Mal auf Antikörper getestet werden. Meine Frage, hatte schon einmal jemand so etwas ähnliches??? Wenn ja, könntet ihr mich bitte darüber informieren?

Vielen Dank und schöne Ostern.

  1. svenjalein
    Am 14. April 2009 um 15:01 Uhr |Bearbeiten

Hallo Stef,

ich habe seit 9 Jahren MS und auch schon ziemlich viel bekommen was es so auf dem Medikamentenmarkt gibt. Jetzt stellt sich bei mir eben die Frage nach dem Tys. Wie sind deine Erfahrungen mit dem Tysabri? Ich würde mich über eine Antwort, gerne auch per Email, von dir freuen.

Liebe Grüße,
Svenja

  1. Trips
    Am 14. April 2009 um 18:34 Uhr |Bearbeiten

Hi alles zusammen,

Pit,

vielen Dank für Deine neuen Infos, ich saug das förmlich auf.
Noch mehr Dank schon dafür, daß Du auch noch die wenige Freizeit, die Du ja hast mit Infos für uns verschwendest.
Lass Dich nicht unterkriegen und großen Respekt für Deine Fürsorge.
Aber vergiß Dich dabei nicht, wenn Du nicht ein bischen an Dich denkst, kannst Du keine Kraft tanken, die Du definitiv für Deine Frau UND Dich brauchst.
OH man, ich bin voll am rum schwafeln, aber ich mache mir nicht nur Gedanken um Deine Frau, sondern auch um Dich.
Ich wünsche Euch beiden die Kraft die Ihr braucht und noch einige Quentchen dabei, für Spaß und Freude, die dringend wieder in Euer Leben treten muß,
es hört sich leider alles nur nach Arbeit, Streß und Unverständnis seitens der Behörden.
Und was unser Gesundheitssystem angeht, da hab ich auch so meine Erfahrungen, die nicht wirklich toll waren.
Ich bin völlig an Ende bei meinem Psychotherapeuten aufgeschlagen und schaff es unter Krokodilstränen zu erzählen was los ist und der gute Mann schläft vor mir auf seinem Sessel ein. Als ich das der Krankenkasse melden wollte, denn sie bezahlen doch immerhin meine Therapie, sagten sie mir nur, interessiert uns nicht, wenn sie sich beschweren wollen, richten sie sich an die Ärztekammer.
Aber das ist auch eine ganz andere Geschichte und gehört hier nicht wirklich hin.

Stef,

ich bekomm jetzt schon fast 2 Jahre Tys, aber so etwas hatte ich noch nie.
Was ich allerdings nicht verstehe, wenn Du solch Probleme nach der Gabe bekommst, warum gibt Dir Dein Neuro das Medi dann am Freitsag, ein früherer Wochentag wäre doch wesentlich besser, um evtl. gleich eingreifen zu können und nicht noch ein ganzes Wochenende in der Luft zu hängen??

Allen noch eine wunderschöne Woche und viel Sonnenschein der bis in Eure Herzen reichen soll.
Trips

  1. danie
    Am 15. April 2009 um 18:47 Uhr |Bearbeiten

hi ihr lieben,
ich habe mit großen interesse eure seite und kommentare verfolgt, weil ich auch die letzte zeit vor der wahl stand mich für oder gegen tysabri entscheiden zu müssen, und die vielen zuschriften waren nicht nur äußerst interessant, sondern auch einmal wirklich eine kommunikation, die sehr informativ war! ich danke euch dafür!
wegen psychotherapie: ich bin angehende psychotherapeutin und freue mich auf den tag, an dem hoffentlich einmal soviele plätze für psychotherapeuten freigegeben werden, dass mehr plätze als wartelisten sein werden, sprich: man muss dann durch leistung sich die kundschaft halten, und kann nicht mehr aufgrund viel größerer nachfrage an therapie als freien plätzen im wahrsten sinne des wortes – auf seiner arbeit und seinem wissenstand schlafen!
viel gutes euch allen für die zukunft und ich werde weiter immer wieder bei euch reinlesen, es hat mir wirklich sehr geholfen!
lg
danie

  1. Pit
    Am 15. April 2009 um 20:20 Uhr |Bearbeiten

Hi Folks

Interessant:
Roche hat Raptiva (gegen Schuppenflechte) vom Markt genommen – wegen PML!

Die kleinen Scheißerchen von JCV und polyoma-Konsorten scheinen in Mode zu kommen …

In Zürich könnten Roche Holding in den Fokus rücken. Der Pharmahersteller und seine US-Tochter Genentech nehmen das Schuppenflechte-Medikament Raptiva in den USA vom Markt. Wie Roche am späten Mittwochabend mitteilte, steht der Rückzug in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko einer Krankheit des Nervensystems (PML, progressive multifocal leukoencephalopathy), bei der es in seltenen Fällen zum Tod kommen kann. Der Umsatz mit Raptiva in den USA lag 2008 bei rund 108 Millionen Dollar. Roche werde daher im ersten Halbjahr eine Abschreibung von etwa 125 Millionen Dollar vornehmen zu müssen. Der Einfluss auf den Reingewinn und den Gewinn pro Aktie (EPS) dürfte den Angaben zufolge aber “nicht signifikant” sein, so dass die Ziele für 2009 nicht betroffen sein dürften.

Quelle: http://moneycab.presscab.com/de/templates/?a=61954&z=7

  1. Pit
    Am 15. April 2009 um 20:56 Uhr |Bearbeiten

Kurz ein paar Sätze zu den postings zuvor:

@ Stef:
Wie lange liegt das letzte MRT zurück?

@ svenia:
Vielen hilfts sehr gut, einige müssen abbrechen (Antikörper oder andere Nebenwirkungen). Meine Frau hats super geholfen, 13 Monate tys, 13 Monate schubfrei, keinerlei Nebenwirkungen, nicht mal ne laufende Nase – ok, bis auf die eine halt ;-)
Die Entscheidung ja oder nein kann dir keiner abnehmen. besprech es doch mal ausführlich mit deinem Neuro.

@ trips:
Danke für deine Worte. Ich pass schon auf und nehme mir auch Auszeiten – ok, fällt grad bissle schwer aber geht schon.

Was hast du dem Psych denn erzählt?
Sehs positiv und mach ein Kinderbuch draus – das wird der Knaller, wenn das so wirkt wie du sagst.

Nen Titel hätte ich auch schon:
Schlaf, Psycho schlaf, und blök nicht wie ein Schaf

Spaß beiseite, für dich wars eine ernste Situation und in dem Moment war dir sicher nicht nach Lachen zumute. Dennoch kann ich aus eigener Erfahrung nur raten, das nicht zu ernst zu nehmen. Seh es mit Humor wenn es irgendwie geht. Lachen hilft so viel, auch in sehr ernsten Situationen.

Machen kannst du ja eh nix.
Die Krankenkasse interessiert sich nen Nuller für so was.
Die zahlen das und damit ist die sache für die erledigt.
Der Ärztekammer brauchst du auch nicht zu kommen, das sind alles auch nur Ärzte ;-)

Lösung:
Ist es ein guter Psych und du kommst mit ihm super zurecht, dann geb ihm ne 2. Chance.
Wenns auch nicht passieren sollte, es kann halt vorkommen. Du weißt ja auch nicht, was er grad mitmacht – frag ihn doch mal ;-)

Wenn er nur ne Labertasche, fachlich ne Pfeife ist und du nicht von ihm profitieren kannst, dann wechsle. Schaut halt der Kasse gegenüber immer bissle doof aus aber du musst mit dem Psych klarkommen, nicht die Kasse.

@ danie:
Freut mich, dass auch auch Fachleute hier vorbeischauen. Genau da scheint es nämlich bez. dem eigentlichen Thema zu hapern.

oops … ich moderiere hier schon, als wäre es mein Forum – sorry Alex, so ist es nicht gemeint. Bin nur ein kommunikativer Mensch und gebe halt zu allem meinen Senf dazu.

Zur Situation meiner Frau:
Wir sind endlich nen riesen Schritt weiter.
Am Freitag kommt der MDK und begutachtet sie wg. der Pflegeeinstufung.
Für mind. 4 Wochen bekommt Anja wohl ne Genesungskur.
Es sind nur noch Details zu klären wie es ausschaut. Ich will aber nicht rumunken, eine Zusage ist noch nicht auf dem Tisch.
Dann wären zwar die nächsten 4 Wochen geklärt und nicht die zukunft danach aber das wäre schon mal ein Erfolg und Zeit gewonnen.

Das sind erst mal die letzten Neuigkeiten.

Grüße an alle
Pit

  1. Trips
    Am 15. April 2009 um 22:05 Uhr |Bearbeiten

Hi Alles zusammen,

Pit. den Titel find ich nicht schlecht, aber das ist schon Jahre her und somit ne Menge Gras drüber, noch vor meiner MS-Zeit.
Hört sich witzig an MS-Zeit, Auszeit wäre mir lieber… ;o)
Egal, ich freu mich das es bei Euch weiter geht.

Bei mir ist auch alles klar, nach fast 2 Jahren Tys, komplett ohne Schub, was will man mehr…
naja, da fiele mir schon was ein, ein Pferd, Sonnenschein und Wind, ein Boot evtl., viel Zeit, immer n Groschen zuviel und vieleicht noch n Bordercollie… ;o), oder irgend sowas…

Gute Nacht, ich geh jetzt träumen
wenn man das nicht mehr kann, geht wahrscheinlich gar nix mehr…
Trips

  1. Eva M. Schön
    Am 16. April 2009 um 14:11 Uhr |Bearbeiten

Hi Pit,
habe mich riesig gefreut zu hören, dass es aufwärts geht.
Ich drücke deiner Frau die Daumen, dass es weiter aufwärts geht und sich die Lage stabiliesiert. Toi, toi, toi!!

Viele Grüße
Eva

  1. rdo
    Am 16. April 2009 um 15:28 Uhr |Bearbeiten

@Pit:

Bei Schuppenflechte ist natürlich das Verhältnis von Nutzen und Risiko ein ganz anderes. Sofern man nicht gerade die Variante mit Gelenkbefall hat, verursacht sie keine Behinderungen in dem Sinne, wie man sie bei der MS sieht.

Naja, und auch bei sehr entstellenden Fällen oder solchen mit Arthritis gibts noch weitere Behandlungsoptionen ohne dieses Risiko.

Dadurch ist Raptiva wohl völlig chancenlos geworden..

  1. sina
    Am 18. April 2009 um 21:34 Uhr |Bearbeiten

hallo euch allen,
ich bin durch zufall bei euch gelandet und das ist gut so,
bei euch habe ich infos bekommen die mir sehr helfen.

vor 9 monaten sollte ich schon tysabri bekommen, hatte aber angst wege der nw habe dann rebiff bekommen das ist auch vorbei, da meine leberwerte nicht ok waren.

also nun doch tysabri

dir pit möchte ich danken für die schilderung die du uns gegeben hast.
deiner frau wünsche ich das ihr besser geht.
ich finde toll wie du deiner frau hilfst und dich mit der ms beschäftigst,
hoffentlich schreibst du weiter deine berichte wie es euch in zukunft geht

toll das es solche leute wie dich gibt du hast uns allen mit deinem wissen und deinen erfahrungen geholfen.

danke und lg sina

  1. Pit
    Am 19. April 2009 um 02:40 Uhr |Bearbeiten

Hallo allerseits.

Seit 15.4. steht der 6. Fall im Tysabri-update. PML nach 31 Monaten tys.

Wieder außerhalb der USA und ich könnte wetten, wieder in Deutschland.
Das werde ich nächste Woche mal klären.
Gesetz dem ist so wären dann von 6 Fällen 4 aus Deutschland.
Leute, das ist kein Zufall, wie es und erzählt wird.

Der Bundesausschuss hat seit Mitte Oktober 2008 eine Arzneimittel-Richtlinie mit Therapiehinweis zu tys vorliegen.
http://www.g-ba.de/downloads/39-261-737/2008-10-16-AMR4-Natalizumab_BAnz.pdf
Diese wurde am 9.4. nun endlich veröffentlicht – nach 6 Monaten und weiteren 4 PML-Fällen!!
Warum dauert das so lange?

So eine Richtlinie des Bundesausschusses ist rechtlich ganz andere zu bewerten als z. B. Empfehlungen der DMSG. Allerdings ist nur von zwei weiteren PML-Fällen nach Wiederzulassung unter Monotherapie die Rede – die nach Oktober aufgetretenen 4 neuen Fälle stehen natürlich nicht drin :-((

Die ganzen Richtlinien aber auch der jetzt veröffentlichte Therapiehinweis des Bundesausschusses beinhalten allesamt wischi-waschi Aussagen.
Es ist nirgends etwas zu lesen wie z. B. :
Ein Kontroll-MRT muss alle 3 Monate durchgeführt werden.
Beim geringsten Verdacht muss ein MRT gemacht werden.

Weiter heißt es im Beschluss:
Die Teilnahme an einer der im Pharmakovigilanz-Plan der Europäischen
Zulassungsbehörde (EMEA) vorgesehenen Anwendungsbeobachtungen
zur Sicherheit von Natalizumab soll angestrebt werden.

Warum wird ein Überwachungsprogramm wie TYGRIS–ROW oder TOP wie in den USA nicht auch bei uns zur Pflicht gemacht?

Für mich sind das einfache Gleichungen:
(USA + Überwachungsprogramm) x infomierte Ärzte = 1 Fall
(Deutschland – Überwachungsprogramm) x nicht informierte Ärzte = 4 Fälle

Meiner Meinung nach hat das damit zu tun, dass einige Ärzte das ganze Thema nicht richtig ernst nehmen. biogen setzt tatsächlich viel daran, die Fachärzteschaft zu informieren. Die Briefe liegen mir vor. Auch werden wohl immer wieder Vorträge gemacht, zu denen die Neuros eingeladen und informiert werden. Die Pharmareferenten tun das ihrige dazu. Die DMSG gibt Ratschläge, wie tys verabreicht werden und wie die Nachsorge bzw. Überwachung stattfinden soll.

Aber auch hier müsste meiner Meinung nach ganz klar gelten:
Kann der Hersteller die so wichtigen Informationen über Gabe von tys sowie die anschliessende Übewachung nicht an die Neurologen herantragen, dass die diese anwenden und berücksichtigen, darf das Medikament nicht weiter auf dem Markt zugelassen sein.

Das wäre schade um so ein potentes Mittel aber letztlich büßen ein paar Patienten, es sind jetzt immerhin schon 6, das mit ihrer Gesundheit.
So etwas darf nicht sein.

Beim querlesen der verschiedensten Foren ist mir aufgfallen, dass sowohl Patienten als auch Neurologen mehr aufgeklärt werden müssen.

Patienten setzen sich oft nicht mit der Ernsthaftigkeit der eventuellen Folgen auseinander. Man liest von “Mich wird es schon nicht treffen” über “das beste Mittel überhaupt” bis “wenn ich PML bekomme habe ich halt Pech gehabt”.

Bezüglich der Neurologen lese ich immer wieder die umnöglichsten Stories, die so eigentlich nie stattfinden hätten dürfen.
Oft werden neue aufgetretene Anzeichen der MS zugeordnet und nicht der PML. So ja auch geschehen bei meiner Frau. Sie hat die Symptome bemerkt aber der MS zugeordnet. Es wurde nicht abgeklärt. Kein MRT, kein Liquor – nix.
1 Jahr lang kein einziges MRT – so ging es mehreren Patienten wie ich es lese.
Hätte man bei meiner Frau alle 3 oder 6 Monate ein MRT gemacht, wäre die PML sicher viel früher entdeckt worden.

Das krasseste, was mir zugetragen wurde war, dass eine Patientin zur Abklärung einer evtl. PML ins MRT ging. Der Radiologe fragte sie, warum sie denn zu ihm komme. Sie sagte, zum Ausschluss einer PML. Daraufhin der Radiologe: “Was ist PML.” Als ich das hörte ist mir der Atem gestockt und das Herz fast stehen geblieben.

Es besteht hier immens Aufklärungsbedarf und das kann eigentlich nur vom Hersteller aus kommen. Der ist interessiert, sein Medikament weiterhin zu verkaufen. biogen hat im 1. Quartal 2009 über 1 Milliarde umgesetzt und einen Nettogewinn von fast 250 Millionen Dollar erreicht. Die Aktionäre hatten mehr erwartet – also muss sich biogen anstrengen.

Ich war am 7.4. bei biogen in München eingeladen und hatte ein persönliches Gespräch mit drei hochrangigen Vertetern von biogen bei dem ich sie auf alle möglichen Missstände hingeweisen hatte.
Angefangen von den obigen Problemen über die Informationspolitik ihren Anwendern gegenüber bis hin zu unseren persönlichen Problemen nach der Erkrankung meiner Frau.

Viel rausgekommen ist nicht wirklich – ein Kaffee und ein Wasser habe ich bekommen. Keinerlei Erstattung meiner Spesen – ich war einen ganzen Tag unterwegs und habe dafür Urlaub genommen. Ich bin fast 500 Kilometer gefahren und habe einen Tank Benzin verbraten.

Bei 1 Milliarde Umsatz und fast 250 Millionen Reingewinn ist das natürlich verständlich, vorallem wenn die Aktionäre unzufrieden sind und mehr wollen.

Eine generelle finanzielle Unterstützung konnten sie mir auf Grund der Produkthaftung nicht zusagen.

Einen Kontakt zum MS-Service-Center in Berlin haben sie hergestellt. Die Dame hat sich ein einziges Mal bei mir gemeldet, seither nie wieder.

Ich habe alles ganz alleine klären dürfen. habe Stunden über Stunden, Tage über Tage im Internet recherchiert, telefoniert, geschrieben.

Falls also jemand mal in die unglückliche Lage kommt kann er sich gerne bei mir melden, ich weiß inzwischen, was man machen muss und wo es lang geht.

Inzwischen sind wir so weit, dass eine Genesungskur für meine Frau ansteht.
Aber auch das ist jetzt wackelt jetzt schon wieder wegen Bürokratie der Klinik.

Die Krankenkasse zahlt bei einer Genesungskur sämtliche privatärztlichen Leistungen, die Heil- und Verbandmittel sowie alle physikalischen Anwendungen nicht jedoch die Unterkunft.

Da der Quellenhof als spezialisierte MS-Rehaklinik den Betrag für die Unterkunft nicht extra auswerfen kann – das gibt das Abrechnungssystem nicht her – kann die Kasse das nicht bezahlen. Oder anders ausgedrückt, im Betrag für Unterkunft sind die Grundkosten für Arzt und Pflege enthalten, also zahlt die Kasse diesen Betrag nicht. Und dieser ist über doppelt so hoch ist wie eine reine Unterkunft in vergleichbaren Kliniken.

Da viele danach gefragt haben zum Schluss noch kurz, wie es meiner Frau geht:
Leider nicht gut. Die Genesung ist ganz gut vorangeschritten. Zwei mal die Woche KG und Ergo haben bereits Wirkung gezeigt. Heute früh hat sie über Schmerzen im Unterbauch geklagt. Sie bekam ihre Blase nicht leer, damit hatte sie sonst keine großen Probleme – saß zwar oft und lang auf der Toilette aber hat geklappt.

Also heute früh in die Notambulanz der urologischen Abteilung unseres Kreiskrankenhauses. Ich dachte, die könnten sie abkathetern und dann gehen wir wieder nach Hause. Falsch gedacht.
Die haben ihr weit über einen Liter Urin abgelassen. Da sich der Urin bereits in die Nieren zurück gestaut hatte musste sie nun stationär da bleiben. Bei diesen großen Mengen und Rückstau können die Nieren ausbluten oder sonstige Probleme machen. Nun hängt sie wieder mindestens zwei Tage und Nächte am Tropf.

Wenn sie nun schon mal stationär ist nutzen wir das gleich und machen nächste Woche eine urodynamische Untersuchung. Der ganze Mist muss ja zu irgend was gut sein.

Euch allen einen schönen Sonntag.
Ich berichte mal wieder, wenn sie zuhause ist.

Grüße
Pit

  1. CS
    Am 19. April 2009 um 06:42 Uhr |Bearbeiten

Moin,

es ist traurig, dass die Investoren eine eigene Infoseite haben und auf der Firmen eigenen MS-Website nicht ein Wort zum 6. Fall steht.

@ Pit
Vielen vielen Dank für deine ausführlichen Infos, mir gefror das Blut in den Adern als ich deine Symptombeschreibung gelesen habe. Ich wünsche deiner Frau gute Besserung und dir weniger unnötige Schererein.

Grüße
CS

  1. sina
    Am 19. April 2009 um 08:51 Uhr |Bearbeiten

guten morgen,

ich war gestern so von der seite beeindruckt, das ich heute früh gleich wieder am pc sitze

was mir so durch den kopf geht können wir als patienten die tysabri bekommen oder bekommen werden da nichts machen zb. eine petition ich glaube wir sind da ja nicht alleine???
hat wer von euch noch andere vorschläge???
wir könnten zb mrt in betimmten abstenden begehren

lg.sina

  1. Pit
    Am 19. April 2009 um 11:33 Uhr |Bearbeiten

Moin

Kurz zu den beiden letzten Beiträgen:

Danke für eure Aufmunterung.

Es gibt keinerlei Anlaufstellen.
Es fühlt sich kaum einer zuständig.
Der Ball wird von einem zum anderen weitergereicht.
Ein paar ganz wenige wollen helfen, können aber nicht, weil sie selber nicht weiter wissen.

Es sind halt einfach zu wenige Betroffene könnte man meinen.
Das glaube ich aber nicht, eher weil die keine Lobby haben.
Selbst wenn es so wäre muss man doch auch nur einem Betroffenen Hilfestellung geben.

Nun ja …

Sinas Gedanke geht schon in die richtige Richtung würde ich sagen.
Es gibt jede Menge Patienten-Organisationen, -Selbsthilfegruppen etc. aber halt keine für Tysabri-Anwender.

Genau da muss man ansetzen und halt seine eigene Lobby bilden. Nur gemeinsam hat man eine Chance, überhaupt mal was zu erreichen.

Irgendwann reagiert auch der größte Pharmakonzern.
Der öffentliche Druck muss nur groß genug sein.
Solange das ein paar Einträge in Foren und Blogs sind stört die das zwar aber halt nicht in dem Maße, dass sie reagieren müssten.

Bei diesen Umsätzen nehmen die nicht nur einige Anwender in Kauf, die
tys absetzen wollen, sondern auch eine bestimmte Zahl PML-Fälle. Diese Zahl wird von Fachleuten knallhart kalkuliert.

Aber irgendwann ist halt Schluss mit Lustig und dann wirds auf einmal eng.
Bis dahin ist es aber ein harter und steiniger Weg. Wir sind gerade mal ganz am Anfang und es gibt unendlich viele Möglichkeiten, hier Druck zu machen.
Das reicht vom Internet über Initiativen und Selbsthilfegruppen bis zur Politik.

Und wenn gar nichts richtig fruchtet gibts da immer noch die Medien.
Das Sommerloch steht bevor. Sowohl Printmedien als auch das Fernsehen brauchen Stoff.

Eines ist bei alledem Fakt:
In erster Linie die PML-Betroffenen aber auch alle tys Anwender- und das sind ja nicht gerade wenige – haben nichts aber auch gar nichts zu verlieren.

Der Hersteller hat sehr, sehr viel zu verlieren. Wenn die Umsätze zurückgehen stehen die Manager unter Druck. Da die wiederum meist an ihrem Posten hängen werden die schon irgendwann reagieren.

Man muss halt durchhalten und nicht zu schnell aufgeben.

Zu diesem Thema habe ich schon etwas vorgefühlt und ein paar tys-Anwender, MS-Patienten und Ärzte angesprochen. Finden die durchweg alle gut.
Ich habe mit der AMSEL geprochen. Die waren richtig begeistert.
Auch Forschungsgruppen stehen dem positiv gegenüber, denn die bekommen, wenn überhaupt, auch nur sehr schleppend an Informationen.
Ich bekomme immer wieder die Aussage, der Hersteller hält sich mit Informationen sehr bedeckt.

In zwei Wochen referiert auf einer MS-Info-Veranstaltung eine Juristin über MS und rechtliche Probleme. Sie ist selbst MS-betroffen.
Die werde ich auf jeden Fall auf das Thema ansprechen. Vielleicht hat sie ja noch ein paar wertvolle Tipps.

Wer Ideen hat, sollte sie hier publizieren. Wir picken uns die besten raus und machen was zusammen. biogen soll merken, dass sich da was tut.

Muss ja nicht gleich so wie in Frankreich sein, wo die Manager in ihren Büros festgesetzt wurden. Wobei die sich mit solchen Aktionen richtig Respekt verschafft haben, in der Öffentlichkeit stehen und zumindest redet man schon mal mit ihnen.

Hat jemand in letzter Zeit die US biogen website mal beobachtet?
http://www.biogenidec.com/site/tysabri-information-center.html

Ich meine, dass dieser Punkt neu aufgenommen ist.
Hier steht auch ein link zum tysabri update.

Ich bin gespannt, wann sich biogen meldet. Montag ist ja eine Woche rum, seit dem ich meine letzten mails geschrieben hatte. Aber vermutlich haben die durch den neusten PML-Fall wichtigere Probleme an der Backe.

Schönen Sonntag.
Pit

  1. gaby
    Am 19. April 2009 um 12:33 Uhr |Bearbeiten

Einen guten Tag
wünsche ich Pit, seiner Frau
und allen anderen, die diese Seite besuchen.

Da ich absolut geschockt bin, kann es sein, dass sich meine Gedanken, die ich versuche niederzuschreiben, überschlagen.

Ich habe am letzten Donnerstag meine 29ste T-Infusion bekommen. Als die ersten zwei PML-Fälle bekannt wurden, wünschte ich mir so sehr, dass uns Patienten mehr Infos über diese Krankheit erreichen. Gab´in meinem Freundeskreis an, sollte ich diese Gehirnentzündung bekommen und nicht mehr selber in der Lage sein, darüber zu berichten, möge bitte jemand den Verlauf im Internet veröffentlichen.

Und nun verfolge ich seit Beginn im Hintergrund, Pit, Deine (Eure) Kommentare.
Dass ich mit Dir, Pit, und Deiner Frau mitfühle, brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen, ich wünsche Euch genau dass, was ich mir und allen hier auch wünsche. GLÜCK!!!

Das für mich Unfassbare ist:
Vor drei Tagen gab meine Ärztin im Klinikum (die ich im Übrigen sehr schätze und für kompetent halte) die Info, dass es seit dem 4. Fall keine weiteren Fälle geben würde, wobei es dem einen Patienten bereits wieder so gut wie vor der PML gehen würde.
Ich habe diese gesamten Aussagen nicht revidiert, da ich meine Ärztin vom 4. Fall und dem verstorbenen Patienten um die Jahreswende beim Infusionstermin in Kenntnis gesetzt hatte (da ihr auch dies nicht bekannt war) und eine andere MS-Patientin sich schon über mich beschwert haben soll, dass ich auf Grund meines “angeblichen Wissens” Angst und Schrecken verbreiten würde.
Jetzt frage ich mich: “Verdammt nochmal, wie kann so etwas sein?”
Sind wir alle nur Versuchskaninchen? Das will ich nicht sein!!!

Möchte noch kurz erwähnen:
Bin 47, habe seit vier Jahren die Diagnose MS, bekam Avonex und später Rebif 44, saß aufgrund schwerer Schübe zwischendurch im Rolli und konnte nur noch den Kopf bewegen.
Seit Tysabri nur einen leichten Schub 3 Monate nach der ersten Infusion, seither keine negativen Veränderungen im MRT (letztmalig im Februar d. J.). Kann jetzt wieder kurze Strecken mit Gehilfe zurücklegen.
Bin aber seit ca. 3 Wochen ziemlich unsicher, was los ist, finde keine innerliche Ruhe, meine Knochen tun so weh und das Stromgefühl ist wieder stärker geworden.

So, und nun wünsche ich allen einen sonnigen Sonntag.

Alles Liebe Gaby

  1. Doris
    Am 19. April 2009 um 13:34 Uhr |Bearbeiten

Hallo sina,

Für Tysabri-Patiemten in bestimmten festgelegten Abständen eine NMR Untersuchung zu fordern oder wenigstens das Recht darauf, die Idee finde ich ja ganz toll. Bloß an wen wendet man sich da? An den Bundestag wohl nicht? An die Gesundheitsministerin? Aber bitte dann so öffentlichkeitswirksam, dass es einleuchtend ist, auch für Menschen, die keine MS haben und bestimmt nie mit Tysabri in Kontakt kommen. Sonst kann der Schuss leicht nach hinten losgehen. So dass man uns vorwirft, wir fordernnoch mehr uxusbehandlung, die wir mit dem teueren MEdikament eh schon kriegen, und wir sind Hypochonder. Solche Vorwürfe werde die meisten von uns eh kennen.
Das ist ja der “Nachteil” an der Tysabribehandlung. Es geht alles gut, es gibt keine Nebenwirkungen … bis eben die eine auftritt. Und die ist so selten, dass viele Neurologen dazu tendieren, sie ganz zu vernachlässigen. Deshalb habe ich inzwischen den Neuro gewechselt. Ich hoffe der Neue nimmt mich ernster. Aber auch wenn, dann hat er noch immer die Vorgaben der KK, dass er nur ganz selten ein NMR machen lassen darf.

Hm – also was tun??
Doris

  1. sina
    Am 19. April 2009 um 15:20 Uhr |Bearbeiten

ja das die politik da nicht der richtige ansprechpartner ist, ist klar und was ist mit der unabhängigen patientenberatung.

ich denke schon das etwas geschehen sollte oder wollen wir noch warten auf fall nr.7,8,9 usw

das ist nicht der sinn wenn die wissen das solche sch…. nw auftretten können sollen sie das risico für uns minimieren, das sollte drin sein oder sie verdienen ja auch an uns ihr geld

lg sina

  1. Chris (US)
    Am 19. April 2009 um 15:40 Uhr |Bearbeiten

Tysabri patient in the US for 2 years, 3 months

Prior to every infusion under the US TOUCH program I get asked the following questions

1. Do you have any new or worsening neurological symptoms?
2. Do you have a condition which weakens your immune system (HIV, etc)?
3. In the past month have you taken any drugs which could weaken your immune system?

If the answer is yes to any of these, the infusion will not be given. I also have the same infusion nurses each time and if they suspect a change in neurological symptoms they will not infuse the drug. Hope this helps you understand the safety program in the US.

  1. Chris (US)
    Am 19. April 2009 um 16:19 Uhr |Bearbeiten

Pit,

Thanks so much for sharing your/your wife’s experience with others in the MS World especially those of us on Tysabri. Information is power and you have added greatly to this information. My thoughts and prayers are with you and your wife that she makes as full a recovery as possible through her rehabilitation.

Chris

  1. Pit
    Am 19. April 2009 um 20:38 Uhr |Bearbeiten

Hi Chris.

Thanks well for this information and your gladly words and wishes.

We have 6 PML diseases now worldwide. 5 of those are in europe including 4 in germany and only 1 in US.

That’s exact the reason why I say that we have no mandatory safety program in germany. We only have non-mandatory recommendations they can be interpreted as a chewing gum.

I hope your translation from german is clear. If so please be so glad and post my amd my wifes experience to the appropriate blogs.

Thanks very well for reading and posting in this blog.
I’ll translate your article for the non eglish speaking people below.

Greetings to USA
Pit

——————————————-

Für die nicht englischsprachigen unter uns hier eine Übersetzung von Chris’ Beitrag:

Tysabri Patient in den USA seit 2 Jahren und 3 Monate

Vor jeder Infusion erhalte ich im Rahmen des US-TOUCH-Programm folgende Fragen gestellt:

1. Haben Sie irgendwelche neue oder sich verschlechternde neurologische Symptome?
2. Sind Sie in einem Zustand, der Ihr Immunsystem schwächt (HIV, usw.)?
3. Haben Sie im vergangenen Monat irgendwelche Medikamente genommen, die das Immunsystem schwächen?

Lautet die Antwort zu einer der drei Fragen “ja”, wird die Infusion nicht gegeben. Ich habe auch jedes Mal die selben Krankenschwestern und immer, wenn sie eine Änderung der neurologischen Symptome vermuten, wird das Medikament nicht verabreicht. Sie hoffe dies hilft, das Sicherheitsprogramm in den USA zu verstehen.

  1. Trips
    Am 19. April 2009 um 21:30 Uhr |Bearbeiten

Ich bekomme seit Jun. 2007 Tys. was mir wirklich Sorgen macht un d ich mich auch immer wieder frage, wie ist unser befinden nach, sagen wir mal, der 100 sten Gabe?
ist PML evtl. nuir eine Frage der Zeit??
Langsam bekomm ich doch etwaas Angst, hatte ich bisher nicht.
Trotzdem und ich denke gerade darum bin ich Dir Pit und allen anderen dankbar für all die offenen Worte.
Ich hoffe sehr das Deine Frau bald wieder aus der Klinik kann und sich ihr Zustand dann länger hält, oder schöner noch, sich verbessert.
Grüße an Alle
Trips

  1. Alexander Otto
    Am 20. April 2009 um 12:31 Uhr |Bearbeiten

Hallo Leute,

hat jemand schon weitere Infos zum 6. PML-Fall, also Land, Geschlecht etc.? Ich habe bisher im Netz nichts finden können.

Grüße
Alex

  1. rdo
    Am 20. April 2009 um 13:46 Uhr |Bearbeiten

In nem US-Forum meinte jemand, es sei wieder in Deutschland. Eine Überraschung wärs nicht wirklich, aber woher die das hat, weiss ich auch nicht. Ich hab mal nach einer Quelle gefragt..

  1. Alexander Otto
    Am 20. April 2009 um 14:05 Uhr |Bearbeiten

Jeep rdo, ich hab’ dich gesehen ;)

  1. rdo
    Am 20. April 2009 um 14:59 Uhr |Bearbeiten

Also, dort wurde gesagt (aber das siehst Du dann ja auch selbst), dass es aufgrund der Therapiedauer nur in Deutschland sein kann, da es in anderen Ländern –ausserhalb der USA– noch gar nicht so lange verfügbar ist. In den anderen EU-Ländern schliesst sich an die Zulassung wohl noch ein weiteres Verfahren an.

  1. Pit
    Am 20. April 2009 um 15:53 Uhr |Bearbeiten

@ Alex:
Bin dran – kann aber noch bissle dauern.
Vermutet wird aber nicht D, sonst wären die Daten wohl bereits eingegangen.
Ist aber nicht sicher, sind vielleicht wieder irgendwelche Spielchen …

Grüße Pit

  1. sina
    Am 20. April 2009 um 17:39 Uhr |Bearbeiten

wenn ihr sichere infos habt wir warten, habe selber schon gesucht aber nichts gefunden

  1. 22to12 » Blog Archive » Deutschland ist PML-Weltmeister bei Tysabri®
    Am 20. April 2009 um 18:02 Uhr |Bearbeiten

[…] ist die Häufung der PML-Fälle unter der Tysabri®-Therapie in Deutschland: Von inzwischen (Stand April 2009) 6 nach der Zulassung des Medikaments an PML […]

  1. Martina
    Am 20. April 2009 um 18:27 Uhr |Bearbeiten

Hallo Pit und ihr lieben,
ich lese gerade die schlechte neue Nachricht über den 6. Fall und da ich immer noch überlege ob ich diese Tysabri-Infusionen weiter nehmen sollte ,also ich bin mir einfach nicht sicher .Ich habe einfach Angst vor PML .Heute hatte ich meine 4. Ifusion.
Seit dem Wochenende aber laufe ich nicht mehr richtig gut.????
Also ich weiß nicht ,aber die Angst ist ständig dabei und das ist nicht so gut.
Sorry.
Es geht ja nicht um mich. Also ich drücke dir für deine Frau die Daumen das sie bald sagen : ” es geht mir gut “.
Und allen anderen wünsche ich nat. das sie davor geschützt sind und es euch gut geht!!

liebe Grüße Danke!!!!!
Martina

  1. Pit
    Am 20. April 2009 um 20:10 Uhr |Bearbeiten

n’abend

@ sina:
Im Netz wirst du so schnell vermutlich nichts finden.
Da muss man an den Kern ran ;-)

@ Martina:
Das muss jetzt nicht am tys liegen und gleich eine PML sein.

Es war so tolles Wetter – für Gesunde :-(
Für MS-ler oft ein Drama einhergehend mit massiven Verschlechterungen der Symptome hauptsächlich bez. des Bewegungsapparats..

Ein guter Neuro, alle 2-3 Monate MRT und eine gute Beobachtungsgabe seitens der Betroffenen, deren Familie, Freunde etc. und du bist relativ sicher, eine PML rechtzeitig zu entdecken.

Verhindern wirst du sie nicht, darüber musst du dir im klaren sein.

Danke für den 22to12 Artikel, toll geschrieben.

Die regelmäßigen Punktionen finde ich persönlich allerdings zu heftig.
Zur Ausschlussdiagnose bei verändertem und auffälligen MRT ok, dann ist es Pflicht. Letztlich besteht auch bei der Punktion ein kleines Risiko einer Infektion. Bei nicht mal 5 von 100.000 sehr gering aber da.

Von dem her müsste man dem nebenwirkungsfreien und risikolosen MRT, wenn auch teurer, den Vorzug geben.

Warum werden MRT-Untersuchungen nicht in kaugummiregelmäßigenzuinterpretierenden Abständen sondern in festen Zyklen alle 2 Monate oder alle 3 Monate festgelegt.

Genau hier liegt doch der Knackpunkt.

Würde der Bundesausschuss das beschließen, pissen die sich ans eigene Bein, denn dann ist Ulla sauer. Das geht vor Wahlen natürlich nicht.

Außerdem werden die Kassen sauer, wenn ihnen die Kosten aufgehalst werden. Man kann über die denken wie man will aber in dem Fall irgendwo zu verstehen.

Die Ärzte können das nicht endlos verschreiben, geht bei niedergelassenen Neuros auf das Punktekonto denke ich mal. Die Klinik muss es in die Fallpauschale reinrechnen, also auch nicht wirlich wirtschftlich.

Die Kassen zahlen wohl nicht den tatsächlichen Satz, so bleibt der Betreiber des MRT drauf sitzen.
Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Magnetresonanztomografie#Kosten_f.C3.BCr_ein_Magnetresonanztomogramm_.28Deutschland.29

Mein Vorschlag wäre:
tys wurde unter Vorbehalten wieder am deutschen Markt zugelassen.
Wenn so ein Mist wie PML nachweislich nach der Einnahme einer bestimmten Droge auftritt, warum bitte sagt man denn dann nicht einfach:

Lieber Hersteller!
Dein Teufelszeug kannst du bei uns vermarkten, schließlich hilft es ja.
Da du aber nicht am Hungertuch nagst, Milliardenumsätze machst und ein Viertel davon als Reingewinn verzeichnest wirst du es sicher verstehen, wenn du für die Kosten der Überwachung der Anwender deiner Droge aufkommst.
Du kannst bei verschiedenen großen Zentren eine Flatrate buchen und die Kosten sicher auf ein paar hundert Euro reduzieren. Wenn du von den 2300 Euronen für dein Medi die 300-400 fürs MRT abziehst, bleibt immer noch was anständiges für deine Aktionäre übrig.

Oder anders ausgedrückt:
Für die momentan 40.000 Anwender wären das bei MRT alle 2 Monate aufs Jahr gerechnet nicht mal 10 Millionen. Die kannst du von deinen 1000 Millionen Umsatz steuerlich als Betriebsausgaben absetzen und dann blieben 5 Millionen übrig. Dann hast du halt keine 244 Millionen Reingewinn mehr sondern nur noch 239 Millionen. Das wäre gut angelegtes Geld!

(Im letzten Absatz wurden Dollar und Euronen bissle gemischt, mir wars zu doof, das umzurechnen, fürs Ergebnis ist das bei den Summen mehr oder weniger wurscht)

Meiner Frau gehts den Umständen entsprechend gut. Heute hat sie die etwas langwierige und unangenehme urodynamische Untersuchung hinter sich gebracht.
Ergebnis: neurogene Blase (hatte ich erwartet)
Was also heißt, die Blase ist noch ok, die Steuerung ist halt defekt.
Jetzt gucken wir mal, was für Medis sie nehmen kann.

Dank dem Tipp einer bloggerIn von hier versuchen es die Ärzte nicht gleich mit Botolinumtoxin sondern erst mal mit Tamsulosin und Emselex.
Daumen drücken, dass das klappt.

Schönen Abend.
Pit

  1. Pit
    Am 20. April 2009 um 20:16 Uhr |Bearbeiten

… und noch eine Reuters-Meldung von heute:
http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELK21692120090420

  1. doris
    Am 20. April 2009 um 21:23 Uhr |Bearbeiten

Richtig Pit, Du hast den einzig vernünftigen Vorschlag gemacht: Biogen verdient sich blöd an Tysabri. TYsabri kann PML verursachen. Regelmäßige MRT-Untersuchungen können die Folgen von PML abschwächen, also ist biogen verpflichtet, die MRT-Untersuchungen zu zahlen. Dummerweise ist diese Verpflichtung nur eine moralische und kein Konzern auf der Welt kommt moralischen Verpflichtungen nach, wenn er nicht dazu gezwungen wird.

Außer uns wird sich niemand bemüßigt fühlen, diesen Druck auszuüben und als Druckmittel haben wir im Moment gerade mal diesen Blog. Das ist ein bisschen wenig, aber immerhin genug weiter darüber zu beraten.

Ansonsten wünsche ich Deiner Frau natürlich nach wie vor gute Besserung. Ein Glück, dass nicht auch noch die Nieren geschädigt wurden, sie hat schon genug zu schleppen.

  1. rdo
    Am 20. April 2009 um 22:17 Uhr |Bearbeiten

Hallo,

@Pit: Ich gebe Dir völlig recht, das wäre ein sinnvoller Vorschlag. Wenn man dazu noch bedenkt, was Pharmafirmen im Marketingbereich ausgeben (und ausgeben können) trifft es da ganz sicher nicht den falschen.

Das mit der LP war nicht unbedingt als praktikabler Vorschlag gemeint. Es ist lediglich so, dass diese Studie (die die CAF ja auch hier gepostet und erlaeutert hat) nahe legt, dass sich im Liquor JC- und BK-Viren nachweisen lassen, ohne dass es (schon) zu einer PML gekommen wäre, und nach entsprechenden Therapiepausen der Nachweis nicht mehr möglich war. Ob sich dadurch eine zuverlässige Früherkennung realisieren liesse, ist natürlich unklar, aber angenommen es wäre so, hätte man eine Möglichkeit, etwas zu sehen, bevor das Kind überhaupt in den Brunnen fällt.

Damit wollte ich aber auch eigentlich nur noch mal verdeutlichen, dass die gängige Praxis in den USA auch keine Garantie dafür ist, dass man keine PML bekommt.

Dass eine LP keine angenehme Sache ist, und für die breite Anwendung in so einer Weise denkbar ungeeignet erscheint, weiss ich natürlich auch. ;)

  1. sina
    Am 21. April 2009 um 07:32 Uhr |Bearbeiten

guten morgen euch allen,
ich fahre gleich in die ms ambulanz, werde dort mal nach fall nr. 6 fragen, wenn ich infos bekomme werde ich die euch schreiben

  1. Lena B.
    Am 21. April 2009 um 07:52 Uhr |Bearbeiten

Hallo,

lese diese Seite seit einiger Zeit mit großem Interesse. Es ist ja ziemlich schwierig Infos bezüglich PML zu bekommen, irgendwie redet da jeder drum rum, sogar mein Neuro, den ich wirklich für gut halte, da er die Entscheidung für oder gegen eine Therapie immer zusammen mit seinen Patienten trifft und nicht über ihren Kopf hinweg. Trotzdem war nicht so richtig aus ihm rauszubekommen wie sich PML den äußert.

Ich bekomme Tysabri nun seit 24 Monaten und denke, dass jeder der Tysabri nimmt sein eigener Langzeitversuch ;-)ist und jeder für sich entscheiden muss wie er damit umgeht. Rein statistisch gesehen, muss man damit rechnen dass es noch mehr PML-Fälle werden, auch wenn jeder Fall einer zuviel ist! Deshalb finde ich es gut, dass es Blogs wie dieses gibt wo man sich austauschen kann.

Ich habe nun beschlossen eine Therapiepause zu machen (gestern war die letzte Infusion), um zu sehen was passiert. Zum Glück habe ich einen Neuro der mich ernst nimmt. Hatte erst vor einigen Wochen ein MRT zum Ausschluss einer PML weil neue/alte Symtome auftauchten. Als ich ihm mitteilte das ich pausieren will, war dass von seiner Seite kein Problem denn die Entscheidung liegt nun mal bei mir.

Ich wünsche Pit und seiner Frau, dass es wieder aufwärt geht und allen anderen “Tysabri-Jüngern” dass sie von den NW’s verschont bleiben.

  1. Alexander Otto
    Am 21. April 2009 um 16:25 Uhr |Bearbeiten

Die neue Informationsstrategie bei Biogen Idec …

  1. Mel
    Am 21. April 2009 um 18:10 Uhr |Bearbeiten

Hallo Blogger,

ich stehe vor der Entscheidung und habe eigentlich keine alternative zu Tys, weil sonst mein Rückenmark weiter zerschossen wird.

Ich danke euch für die Informationen, Beiträge, berichte, die ich per Zufall hier gefunden haben und die mir ein Stück weiterhelfen.
Danke sehr
und alles Gute an Pit und dessen Frau und an alle anderen Geplagten

Mel

  1. Pit
    Am 21. April 2009 um 21:31 Uhr |Bearbeiten

Hallo allerseits.

Alex, danke für den Artikel – du bringst es auf den Punkt.

Das sind ja interessante Neuigkeiten von biogen :-(

Man könnte beim Lesen des Reuters Artikel und diesem hier
http://www.pharmatimes.com/WorldNews/article.aspx?id=15714
den Eindruck gewinnen, die deutsche biogen GmbH versteckt sich hinter ihrer amerikanischen Mutter.

Ist vielleicht der 6. Fall wieder einer aus Deutschland und man will es derzeit nicht preisgeben? Das könnte daruf hindeuten, dass vielleicht doch ein Zusammenhang mit dem in D fehlenden Überwachungsprogramm besteht.

Wenn man versucht das alles richtig zu interpretieren könnte man zum Schluss kommen, dass biogen den Zeitpunkt der Veröffentlichung frei bestimmen möchte.
Z. B. wenn ein PML-Fall wieder mal zu einem äussert ungünstigen Zeitpunkt reinschneit – sagen wir mal so einen Tag vor Veröffentlichung der Quartalszahlen – dann schiebt man die Veröffentlichung halt um eine Woche.

Das update freitags zu machen ist natürlich clever. Übers WE hat die Börse dicht und es erscheinen sonntags keine Zeitungen ;-)
So ist wenigstens ein paar Millimeter Gras über die Sache gewachsen.

Im Fall meiner Frau kann ich sagen, dass das Ergebnis PML in Deutschland weit vor dem 6.2.09 vorlag. Ich müsste es nachfragen, aber es war gut eine bis zwei Wochen vorher bekannt.

Was auch immer biogen mit der neuen Strategie erreichen will – ich weiß auf jeden Fall, was ich tun werde:
Geht biogen einen Stufe weiter, klettere auch ich eine hoch.
Mal gucken, wie hoch die Leiter wird und wer zuerst runterfällt ;-)

Am kommenden Sonntag werde ich Gelegenheit haben, die Problematik der parlamentarischen Staatssekretärin unserer Bundesregierung Karin Roth kurz vorzutragen und ihr einige Unterlagen zu überreichen.

Ich durfte sie vor etwa 4 Jahren persönlich kennen lernen – wir saßen nebeneinander am Tisch und hatten einen leckeren Eintopf gegessen :-)
Damals hatte sie sich mit dem Problem eines Vereins, dessen Vorstand ich angehöre, wirklich schnell und unkompliziert auseinander gesetzt und sehr kurzfristig und schnell geholfen.

Ob das jetzt auch so schnell geht weiß ich natürlich nicht, denn damals war sie nur Mitglied des Bundestags, heute ist sie parl. Staatssekretärin.
Ich werde sie aber mit Sicherheit auf die Brisanz hinweisen.

Schau mer mal, hätt der Franz jetzt gsagt.

Schlaft gut.
Pit

  1. sina
    Am 22. April 2009 um 08:36 Uhr |Bearbeiten

hallo ihr lieben,

pit dir möchte ich viel glück wünschen für dein treffen und das es auch was bringt, denn wir hätten ja alle was davon.

gestern habe ich mit den schwestern der ms ambulanz über fall nr.6 gesprochen, dort sagten sie sie wissen darüber nichts aber de zahl der patienten die dort tysabri bekommen wird immer mehr.
nächste woche bin ich dran und mir geht es mit dm gedanken nicht gut.
mit anderen patienten die das zeug schon länger bekommen konnte ich mich dort auch unterhalten, die sagen mir immer ihnen gehts gut damit, hallo kann ich mir nicht wirklich vorstellen.
ich bekomme immer gesagt ich solle nicht soviel im internet lesen, aber wo bekommen wir sonst infos. mir wurde damals als ich meine diagnose bekomen habe gesagt ” sie haben MS” toll ich hatte null ahnung und verstehe bis heute nicht alles. wer hat schon di zeit für erklärungen

  1. Thomas
    Am 22. April 2009 um 09:29 Uhr |Bearbeiten

Hallo Sina,
auch ich sauge die Infos von Pit förmlich auf und bin ihm außererordentlich dankbar für seine Arbeit.
Und natürlich muss man mit dem Medikament sehr vorsichtig umgehen. Aber es hilft auch sehr vielen. Ich bekomme es nun seit Oktober 2006 und hatte bisher nicht einen einzigen Schub mehr (toi,toi,toi!!!). Bespreche alles mit Deinem Neuro und achte auf regelmässige MRT`s. Eigentlich musst Du Dich nur so verhalten wie Pit es vorschlägt. Zuvor allerdings überlege was es für Alternativen gibt und wie die Nebenwirkungen dort aussehen. Ich selbst bekam zuvor 2 Jahre Betaferon und hatte erhebliche Nebenwirkungen (Grippe ähnliche Zustände nach der Injektion die mit IBUPROFEN zu behandeln sind, viele Interferon Patienten werden auch depressiv, ich auch). Während meiner Betaferontherapie hatte ich in einem Jahr 5 tw. sehr heftige Schübe die mich fast in den Rolli gebracht haben. Wäge das Risiko ab, lass Dich allerdings nicht verückt machen.

:-)

  1. sina
    Am 22. April 2009 um 11:53 Uhr |Bearbeiten

hallo thomas,

ich glaube ich habe keine wahl, noch gehts mir ich möchte sagen gut auch wenn ich meine rente bekomme,es könnte alles schlimmer sein, der mensch gewöhnt sich an alles auch an das, es geht halt nichts mehr so wie früher. wenn die neuro´s doch nur zeit hätten auf ängste einzugehen.

  1. Pit
    Am 22. April 2009 um 12:42 Uhr |Bearbeiten

Na also – geht doch !!!
Also Leute, dran bleiben.

Auszug Publikation “Der Nervvenarzt”

Online publiziert: 10. April 2009
Zusammenfassung Die kürzlich publizierten Fälle von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) unter Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper Natalizumab erfordern die erneute Auseinandersetzung mit den Vorteilen und Risiken einer äußerst wirksamen Immuntherapie. Auf Grundlage bisheriger Konzepte zur Pathogenese der PML unter Natalizumab-Therapie soll in dieser Übersichtsarbeit die Frage adressiert werden, welche praktischen Konsequenzen aus den neuen PML-Fällen für die Therapie der MS mit Natalizumab zu ziehen sind. Diskutiert werden dabei die kritische Selektion der Patienten auf Basis einer Risiko-Nutzen-Abwägung, zeitlich limitierte Therapieregime, die frühzeitige Diagnosestellung der PML auf Grundlage klinischer, MR-tomographischer und erregerdiagnostischer Kriterien sowie auch erste therapeutische Ansätze zur Behandlung der PML. Ärztliches Ziel muss es letztlich sein, die Risiken mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu minimieren, um einen individuell optimalen Therapieerfolg zu erzielen.

H.-P. Hartung1 Contact Information, C. Warnke1, R. Hohlfeld2 und B.C. Kieseier1
(1) Neurologische Klinik, Heinrich-Heine-Universität, Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf
(2) Institut für Klinische Neuroimmunologie, Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München

  1. Alexander Otto
    Am 22. April 2009 um 16:44 Uhr |Bearbeiten

Noch mal für alle etwas zu pml-verängstigten MS-Newbies ein Vorschlag abseits der Schwarz/Weiß-Denke. Meine alter Ega hatte es gerade ins WW-Forum gepostet:

Wir wär’s mit einem zeitlich limitiertem Therapieregime? (coole Formulierung, am besten im Bruno-Ganz-Hitler-Slang vorgetragen: „Leberrr Doktorrr …“)

Tys ist schließlich ein probates Mittel gegen aktive MS, warum also keinen begrenzten Einsatz? Seit Wiederzulassung ist noch keine PML innerhalb der ersten 12 Therapie-Monate aufgetreten. Das Risiko scheint begrenzt. Ich habe es genau so exerziert. Nach Erreichen meines Privat-Studienendpunktes sind jetzt mindestens 6 Monate Paus angesagt. Das ist mein Weg.

  1. Eva M. Schön
    Am 22. April 2009 um 16:51 Uhr |Bearbeiten

Hallo,
vielleicht ist das wirklich eine Idee.
Ich hatte ja jetzt auch 4 Monate Pause und fange im Mai Wieder an.
Mal sehen, vielleicht werde ich das wiederholen.
Diese 4 Monate verliefen jedenfalls problemlos.
Viele Grüße
Eva

  1. Alexander Otto
    Am 22. April 2009 um 17:02 Uhr |Bearbeiten

Ja Eva,

bei aller Kritik an der praktizierten Tysabrierung, sollten wir aus der Therapie-Entscheidung keinen weltanschaulichen Popanz machen. Chancen nutzen und den Risiken ausweichen. Dafür braucht’s die Infos, die wir hier sammeln.

Alex

  1. Pit
    Am 22. April 2009 um 18:47 Uhr |Bearbeiten

Ich denke, es geht hier nicht um Verängstigung von ein paar wenigen (ehemaligen, pausierenden oder zukünftigen) tys-Patienten.
Ich hab den blog mal kurz überflogen, hier posten gerade mal 30 Leute.

Es geht doch vielmehr um

– um die Verordnung; was ich bisher erfahren habe, wird hier manchmal leichtfertig gleich das eigentlich letzte Mittel der Wahl verordnet.

– den Umgang mir der Droge insgesamt; sowohl bei der Gabe als auch der Nachsorge.

– der Überwachung; die während der Anwendung nachweislich riesige Lücken aufweist.

– der Haltung des Herstellers; die moralisch und ethische Seite mal ganz weggelassen wünschte ich mir hier überhaupt mal Transparenz und eine bessere Einbindung der Patienten, immer wieder verabreichen Ärzte tys und wissen nicht mal richtig, was sie da geben.

– unsere Politiker; hier müssen Richtlinien verabschiedet werden, die auch rechtliche Konsequenzen haben. Worte wie sollte, könnte und empfehlen wir gehören aus diesen Schreiben getrichen.

Über 90% der Informationen hier im web gehen um ein Thema, wie auch heute wieder:
But sales of the drug in the first quarter fell short of analyst’s predictions, generating $227 million worldwide rather than the predicted $246 million. The drug is now being taken by about 40,000 patients, an increase of about 3,000 over the previous quarter.

Auf deutsch:
Der Verkauf von Medikamenten im ersten Quartal liegt hinter den Prognosen der Analysten. Erreicht wurden 227 Mio $ weltweit statt der prognostizierten 246 Mio $. Über 40.000 Patienten nehmen derzeit das Medikament, ein Anstieg von rund 3000 gegenüber dem Vorquartal.

Also wieder mal nur viel viel Kohle, Knete, Asche für die Aktionäre.
Die Gesundheit und das Risiko bleiben zu 100% beim Anwender bzw. Patienten hängen wobei das Risiko des Herstellers genau 0 % ist.

Und genau das kann und darf nicht sein.

Ich habe gestern die Antwort von biogen auf meine neuen mails erhalten. Für sie wurden alle Punkte erläutert und besprochen. Für meine neuen Kritiken und Anregungen haben sie sich bedankt, sind aber mit keinem Wort darauf eingegangen. Nicht ob sie diese teilen, ob sie das anders sehen, ob sie dran arbeiten, …
Und wieder hat man sich wegen der Informationspolitik unter dem Deckmäntelchen Werbung versteckt. Schade …

Diese schlichte Ignoranz und die 3-Affen-Politik mache ich zumindest nicht mit und setzte mich mit aller Kraft dagegen zur Wehr.
Anm.: Damit meine ich nicht die drei Herren, mit denen ich gesprochen hatte ;-)
Soll heißen: nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen

Ich muss jetzt leider weg, hab eine Besprechung – poste aber heute abend noch einige wichtige Passagen und neuen Infos, die mich erreicht haben.

Grüße bis dahin
Pit

  1. andrea
    Am 22. April 2009 um 20:28 Uhr |Bearbeiten

Hallo Alex, Pit und alle miteinander,

bin schon von Anfang an Mitleser… habe auch schon manchmal etwas an Alex oder Pit dazugesteuert…

@alex: dein letzter Artikel zur „neuesten Informationspolitik“ ist super!!!

Ansonsten schließe ich mich deiner Meinung an. Hier soll es nicht darum gehen, dass man die Therapie beeendet – sondern, dass viele, viele Fragen beantwortet werden müssen. Das entscheidet letztendlich, ob man „Vertrauen“ bzw. ein gutes Gefühl als Tys-Anwender hat oder nicht. Ob man für sich persönlich entscheidet, mit Tys anzufangen, zu pausieren, aufzuhören ist die eine Seite. Entscheidungen sind einfacher zu treffen, wenn man die relevanten, größtmöglichen Informationen für den jeweiligen Schritt hat. Diese fehlen definitv. Neuere Erkenntnisse zu gewinnen – könnte man den Eindruck gewinnen – werden entweder nicht forciert oder aber aus irgendwelchen Gründen zurückgehalten.

Das bewegt manche (mich eingeschlossen) erst mal von Tysabri Abstand zu nehmen. Allerdings habe ich nun doch gemerkt, dass ich eigentlich keine Alternative mehr habe und habe nach drei Monaten nun wieder begonnen. Meiner Verunsicherung ist gerade durch Pit´s Beiträge sehr geholfen worden und dafür werde ich ihm immer dankbar sein! Ich glaube, es ist vielen so gegangen, denn gerade diese Informationen waren sehr wichtig und wertvoll im Umgang mit Tysabri und den Ängsten, die entstanden sind.

Es könnte doch so viel einfacher sein, wenn Biogen endlich mal offenstehende Fragen beantworten bzw. dafür sorgen würde, dass eine größere Sicherheit in bezug auf die Behandlung mit diesem Medikament hergestellt wird. Das halte ich nach wie vor für eine moralische Verpflichtung! Hierbei kann ich bis heute nicht akzeptieren, dass Biogen einen Unterschied zwischen amerikanischen und nicht-amerikanischen Tys-Anwendern macht! Warum ist es Biogen nicht wichtig, dass dieses Touch-Programm für alle gelten muß! Wenigstens dafür müssten sie sich stark machen.

Ebenso sollte sich Biogen zusammen mit Ärzten, DMSG etc. für eine einheitliche, offene, jeweils aktualisierte Regelung in bezug auf den Informationsaustausch – auch gegenüber den Patienten! – bzw. eben den Sicherheits-Überwachung während der Therapie in bezug auf PML und letztendlich der Handlungsweise im Falle einer PML stark machen.

Mittlerweile wird selbst in amerikanischen MS-Foren gefragt, warum gerade in Deutschland bereits 3 PML-Erkrankungen vorgekommen sind….. und die Sicherheit hinterfragt.

Was Pit und seine Frau die letzten Monate durchmachen mussten – und auch noch müssen – ist für uns wohl kaum vorstellbar. Die Sorgen und Probleme mussten sie aus eigener Kraft bewältigen. Ich kann wirklich kaum glauben, dass noch nicht einmal hier Biogen helfend und stützend zur Seite steht. Das hatte ich für selbstverständlich vorausgesetzt und war sprachlos, dass dies nicht der Fall ist. Moral, Verantwortungsgefühl, Mitgefühl sind Fremdworte für diesen Konzern.

Ich wünsche Pit auf jeden Fall von ganzem Herzen, dass er noch lange genug die Kraft und Energie hat, für seine Frau da zu sein und all die Probleme und Sorgen bewältigen zu können. Ich würde auch gerne mithelfen – wenn es Biogen schon nicht tut…..

Viele Grüße, Andrea

  1. sina
    Am 22. April 2009 um 20:58 Uhr |Bearbeiten

hallo euch allen,

dir lieber pit möchte ich sagen, ich bin dir für deine arbeit sehr dankbar und bewundere die kraft mit der du dich daran machst uns allen wichtige infos zu geben und für uns zu kämpfen, danke dafür
bei mir geht nichts mehr ohne die seite jeden neuen beitrag verfolge ich,

vielen dank dafür ich wünsche dir weiter diese kraft von der wir alle profitieren

liebe grüße auch an deine frau und das es ihr bald wieder besser geht

  1. CS
    Am 22. April 2009 um 21:11 Uhr |Bearbeiten

Die Frage warum es TOUCH nicht in Deutschland gibt, ist einfach zu beantworten:

Die FDA hat Tysabri nur unter der Auflage zugelassen, dass ein spezielles Vertriebsprogramm entwickelt wird. Dieses Programm musste bestimmte Anforderungen erfüllen und somit ist TOCH, aus der Zusammenarbeit von Biogen und der FDA, entstanden.
http://www.fda.gov/cder/drug/infopage/natalizumab/RiskMAP.pdf

Die EU und auch Deutschland hat ein solches Programm nicht zur Pflicht gemacht.

Ohne Zwang kein TOUCH, ohne TOUCH mehr Geld…

  1. andrea
    Am 22. April 2009 um 22:43 Uhr |Bearbeiten

ich weiß….

Freiwilligkeit und Engagement wird nur in bezug auf „Gewinnmaximierung“ geleistet….

und die Zahl von 1:1000 PML-Kranken ist ja noch nicht erreicht – also besteht auch kein Handlungsbedarf…

Viele Grüße

  1. Pit
    Am 22. April 2009 um 22:46 Uhr |Bearbeiten

So, wieder da :-)

Zum Touch Programm:
Der Bundesausschuss hat schon was in der Richtung beschlossen.
Aber viel zu zaghaft und mit viel “sollte” und “könnte”.
Wie ja schon in meinem Vorbericht geschrieben, gehören da mehr verbindliche Bestimmungen rein die vorallem auch Konsequenzen haben, wenn diese nicht eingehalten werden.

Fakt ist aber, das ist eine Arzneimittel-Richtlinie zum Therapiehinweis zu Natalizumab und somit verbindlich seit 10.4.2009.

Site zum Bundesausschuss:
http://www.g-ba.de/

Hier gibts den Text der Richtlinie:
http://www.g-ba.de/downloads/39-261-737/2008-10-16-AMR4-Natalizumab_BAnz.pdf

Hier die Erläuterungen dazu:
http://www.g-ba.de/downloads/40-268-740/2008-10-16-AMR4-Natalizumab_Erl.pdf

Hier der Schrieb des Bundesministeriums für Gesundheit:
http://www.g-ba.de/downloads/40-268-757/2008-10-16-AMR4-Natalizumab_BMG.pdf

und sehr inetressant, die FAQ zum Thema Patientenbeteiligung im gemeinsamen Bundesausschuss:
http://www.g-ba.de/institution/sys/faq/zur-faq-kategorie/10/

Die Hinweise zur Wirtschaftlichkeit sind eine reine Empfehlung – klar.

Darunter auch dieser Satz:
Der Patient muss über mögliche Risiken aufgeklärt werden und
in der Lage sein, eine Entscheidung im Sinne des „informed
consent“ treffen zu können.

Kann mir jemand erklären, was das heißen soll?
Erst mal der Punkt, dass jemand in der Lage sein muss zu entscheiden.
Kann man entscheiden, wenn man über die Risiken falsch oder gar nicht aufgeklärt wird?
Kann man entscheiden, wenn man keinerlei Informationen bekommt und darauf angewiesen ist, was einem sein Neuro sagt?

“informed consent” heißt übersetzt “Einwilligung nach Aufklärung”.
Warum schreiben die Damen und Herren denn nicht einfach das in deutsch rein?
Ist es eine Aufklärung, wenn mir mein Neuro nur die Hälfte erzählt?

Nun wirds interessant:

Das sind alles MUSS-Bestimmungen:
Die Therapie muss von Fachärzten, die über ausreichende Erfahrung
in der Diagnostik und Behandlung von Multipler Sklerose
verfügen, eingeleitet und kontinuierlich überwacht werden (Fachärzte
für Neurologie oder Nervenärzte).
Der rasche Zugang zur kraniellen MRT muss gewährleistet sein.

und im nächsten Satz gleich wieder eine SOLL-Bestimmung:
Die Zusammenarbeit mit einem in der MRT-Diagnostik der MS erfahrenen Radiologen oder Neuroradiologen sollte angestrebt werden.

Ein ganz wichtiger Satz, den einige Ärzte nicht unterschreiben könnten:
Natalizumab anwendende Ärzte sind verpflichtet, sich regelmäßig
über aktuelle Studienergebnisse zu Natalizumab zu informieren.

Weiter gehts mit MUSS-Kontolluntersuchungen:
Die Symptome einer PML können denen eines MS-Schubs ähneln.
Bei neu auftretenden oder sich verschlechternden klinischen
Symptomen ist deshalb eine eingehende neurologische Kontrolluntersuchung
durch einen in der MS-Diagnostik und -Therapie
erfahrenen Facharzt erforderlich. Dabei ist besonders auf die Entwicklung
PML-assoziierter neurologischer Ausfallssymptome zu
achten, wie z.B. kognitive Störungen, Verhaltensänderungen,
Aphasie, Apraxie und kortikale Blindheit. Ergibt sich der Verdacht
auf eine sich entwickelnde PML, muss die Therapie mit
Natalizumab unterbrochen werden, bis eine PML ausgeschlossen
werden kann.

die wieder in einer Empfehlung enden:
Zur Diagnostik werden ein kranielles MRT und eine Liquorentnahme zum Nachweis von JCV-DNS mittels polymerase chain reaction (PCR) empfohlen.

Wie oft wird eure Leber eigentlich untersucht?
Nach Markteinführung wurden spontane schwere Nebenwirkungen
in Form von Leberschädigungen berichtet. Diese können
jederzeit während der Behandlung auftreten, sodass regelmäßige
Kontrollen der Leberfunktion erfolgen müssen. Bei signifikanter
Leberschädigung ist die Behandlung mit Natalizumab abzubrechen.

Aber auch hier keine festen Intervalle. “regelmäßig” heißt es.

Da gehört mal angesetzt und diese Richtlinien gehören eindeutiger formuliert.

Das wars mal für heute.

Grüße
Pit

  1. andrea
    Am 23. April 2009 um 08:45 Uhr |Bearbeiten

und wie verhält sich wohl Biogen mit Informationen zu PML-Erkrankungen nach dem 24.09.2009????………

zur Erinnerung:

http://www.reuters.com/article/pressRelease/idUS49836+12-Jan-2009+BW20090112

Diese Woche wurde ja bereits darauf hingewiesen, daß sie nicht jeden neuen PML-Fall melden würden, sondern nur in der wöchentlichen Liste…. die am 24.09.2009 wohl eingestellt wird…….

Viele Grüße

  1. Chris (US)
    Am 23. April 2009 um 12:00 Uhr |Bearbeiten

Hallo Pit,

Good to see some action from the German medical community regarding steps necessary to monitor for PML. Just to give you a reference for what is done in the US relative to the frequency of Neurologist monitoring – I have to see my neurologist every 6 months to get reauthorized to continue receiving my Tysabri.

Chris

  1. Pit
    Am 23. April 2009 um 12:35 Uhr |Bearbeiten

Hi Chris,
thanks lot for information.

If you mean article 38 – that’s great.
The author was the Professor and Chairman of Department of Neurology at the Heinrich-Heine-University in Duesseldorf.
That’s not only a neurological clinic they do many in research.

Can you tell me how often you make a MRI during taking tysabri please?
Also if they make MRI only if there is a suspicion in PML or if you get it in regular intervals.

That fact is very interesting for us because here in germany there is no time interval specified.

Thanks lot
Pit

  1. Chris (US)
    Am 23. April 2009 um 13:43 Uhr |Bearbeiten

My neurologist has me get an MRI every 12 months or so but I’ve only seen him 1 time since the PML cases started happening. I have a feeling that he’ll want to step up the MRI frequency to every 6 months but I don’t believe there is a requirement for him to do this. The US TOUCH program doesn’t mandate MRI frequency as part of the risk management program.

I believe that Biogen has provided guidance (in late 2008) to neurologists to treat new or worsening MS symptoms as potential PML (perform an MRI, withhold Tysabri) until PML can be ruled out. I don’t know how/when/if this guidance was disseminated in Germany. As you have mentioned, not all neurologists may have treated this information with the respect it deserved and shared it with their patients who are the first line in identifying new or worsening symptoms.

  1. Tini
    Am 23. April 2009 um 15:50 Uhr |Bearbeiten

Hallo,

ich war heut bei meinem Neurologen. Er hat mir gesagt, dass der 6. PML-Fall in Dresden ist.
Ich hoffe Pit, deiner Frau geht es besser.
Ich wünsche dir viel Kraft und ihr alles alles Gute.

LG Tini

  1. andrea
    Am 23. April 2009 um 17:25 Uhr |Bearbeiten

Hi Chris,

many thanks for your informations.

It would be helpfull if you contribute your experience to our discussion. In this way we could understand the different handling about Tys-Infusions or PML-risk and find perhaps find a regulary solution also for “outside-US-people”…

many greetings, Andrea

  1. Sandy
    Am 24. April 2009 um 13:36 Uhr |Bearbeiten

Hi zusammen,

je mehr ich die ganzen Ausführungen lese, umso mehr frage ich mich, warum wir Tys-Patienten bzw. deren Angehörige nicht gleich an die Öffentlichkeit gehen?! Alles andere scheint ja sowieso zum Scheitern verurteilt zu sein, also warum nicht gleich richtig??

TV-Magazine wie Stern-TV mit G. Jauch leben von solchen Reportagen und vor allem bleiben einige von denen auch länger am Ball! Ich erinnere mich an den Auftritt von Max Dorner (Der mti dem Dämon) vor etwa einem halben Jahr bei Jauch. Dort wurde auch exemplarisch eine Tysabri-Patientin gezeigt, natürlich ohne auf dei Nebenwirkungen hinzuweisen. Warum also nicht gleich ans Fernsehen gehen? Ein Sender wie RTL hat das Geld, die entsprechenden Stellen ausfindig zu machen und zur STellungnahme zu bringen (allein weil Firmen wie biogen letzten Endes die Publicity wichtig ist)…
Und was braucht man konkret für die Reportage? Das Thema, den Vorschlag von Pit (bessere Überwachung z.B. durch regelmßige MRT z.B. unter finanzieller Einbeziehung von biogen), einen Patienten, einen Angehörigen (wie beispielsweise Pit) und natürlich auch einen Neurologen, der das Ganze unterstützt (wird wohl das größte Problem sein). Idealerweise wäre auch noch jemand von der juristischen Seite dabei, aber das lassen wir mal außen vor…

Also: was spricht gegen diese Lösung?

  1. Pit
    Am 24. April 2009 um 14:58 Uhr |Bearbeiten

Hi zusammen

Habe meine Fühler mal in alle Richtungen ausgetreckt.
Und die reichen wirklich sehr weit von den bekanntesten Neurologen über Uni-Professoren bis zu Ärzten und Mitarbeitern aus Forschungsgruppen und -laboren.

Es weiß keiner was. Nix. sie wüssten es auch gerne bekomme ich zur Antwort :-(

biogen hält sich derart bedeckt momentan das ist nicht normal.
ok, der 6. Fall ist exakt in die Veröffentlichung der Quartalszahlen geplatzt.
Dumm gelaufen, ist aber halt so, das hat sich derjenige ja auch nicht rausgesucht.

Die Tatsache, dass es eine Sache der Zeit ist, wann diese Informationen öffentlich werden, scheint biogen nicht sonderlich zu stören – dann rücken sie halt wieder ins schlechte Licht. Man könnte doch auch due Flucht nach vorne anstreben, wäre in dem Fall sicher besser für biogen.

Wobei wir halt wieder bei den drei Affen sind.

zu Sandys Zeilen:
Dein Vorschlag ist schon gut und wird sicher das letzte Druckmittel sein.
Ich bin mir auch sicher, dass so etwas Wirkung zeigen würde.

Nun wollen wir aber alle nicht gleich das hochwirksame Mittelchen verdammen. Es ist ja potent und wirkt bei den meisten super. Das soll auch weiterhin so sein.

Wir wollen doch nur mehr Transparenz, bessere und eindeutigere Richtlinien bei der Verordnung sowie eine klare Nachsorge und Überwachung.

Die Vorschläge, die hier im Blog gemacht werden, kommen von Laien, das darf man nicht vergessen.
Ob diese, so wie sie vorgetragen und gewünscht, auch richtig sind wissen wir nicht. Die mögen alle logisch klingen und moralisch richtig sein – sind aber von der Realität dieser Welt noch weit entfernt.
Da spielen ganz andere Dinge und Faktoren wie Gesetze und Lobbies eine große Rolle.

Es müssten mehr Fachleute einbezogen werden. Dazu gehören Ärzte, Selbsthilfegruppen und auch Politiker.

Wir sind denke ich auf einem guten Weg. Ich habe einige Rückmeldungen von Personen aus verschiedenen Fachkreisen erhalten, die unsere Forderungen großteils genau so sehen oder zumindest unterstützen. Da müssen wir weiter machen und dran bleiben.

Es muss uns auch klar sein, dass es bei dem 6. Fall nicht bleiben wird. Während der ganzen Diskussionen wird es weitere PML-Fälle geben.
Umso wichtiger ist es jetzt wirklich so zügig wie nur möglich eine Krisengruppe zu bilden, wie man bei einer aufgetretenen PML am besten vorgeht.
Dazu gehört aber nicht nur die Medikamentöse akute Behandlung sondern auch die Nachsorge, die wie es meine Frau ja erleben durfte überhaupt nicht geklärt ist.

So was in der Richtung ist ja bereits in der Mache. Wobei das halt auch immer dauert ohne Ende. Bis man alle beisammen hat und die sich unterhalten und einen Konsens foinden vergehen Monate.

In einem, sagen wir mal PML-Notfall-Programm, muss festgehalten werden, wie Ärzte am besten dagegen vorzugehen haben und auch wie und vielleicht wo der Patient bei erfolgreicher Therapie weiter versorgt wird (Reha/Kur etc.).

Man muss sich Gedanken machen, wie man eine PML bereits vor Ausbruch mit bleibenden Schäden erfolgreich erkennen kann, ob ein Liquor-Screening evtl. das Richtige ist oder ein regelmäßiges MRT ausreicht.

Darüber müssen aber die Fachleute beraten, wir wissen das nicht.

Egal wie unpassend und zurückhaltend sich biogen momentan auch verhält.
Muss man dem Unetrnehmen schon offiziell die Möglichkeit geben, zu den ganzen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Das ist ja nur teilweise passiert.

Ich vermute zwar, dass dabei nicht sehr viel rüberkommen wird.
Auf den Inhalt meiner zwei emails an biogen wurde bis auf die Werbeaussage, von der bis zum Schluss nicht abgewichen wurde, nicht eingegangen.

Auch wenn ich weiß, dass biogen hier im Blog fleißig mitliest, muss man das alles mal sortieren, passend formulieren und biogen per Briefpost zustellen.
Dann haben sie die Möglichkeit, schriftlich dazu Stellung zu nehmen und auch nur dann haben wir etwas in der Hand, diese Aussagen dann in welcher Form auch immer zu verwerten.

Einen solchen Pharmagiganten, wobei die gar nicht so groß sind aber sehr hohe Gewinne abwerfen, kann man moralisch nicht kommen.
Dazu ist es eine Aktiengesellschaft und wie die geführt werden sehen wir täglich in den Nachrichten.

Meine nächsten Aktivitäten werden sein, biogen Amerika und Elan anzuschreiben um sie von der bisherigen Politik ihrer Schwester- bzw. Partnerfirma in Kenntnis zu setzen.
Ich vermute, dass dort nichts bekannt sein wird und das sollen die schon alles und genau wissen, was in Ismaning so alles passiert oder auch nicht.

Die Amis sind da wesentlich empfindlicher was Öffentlichkeit betrifft.
Wenn da mal einer klagt geht das meist um 3-stellige Millionenbeträge.
Nicht selten wird dort trotz vermutlicher Unterlegenheit ein Vergleich gemacht aus Angst vor einem fallenden Aktienkurs, der dann das zigfache kostet.

Wer spricht gut englisch und könnte übersetzen?
Bei meinem bisschen Schulenglisch komme ich da nicht weit.
Angebote bitte direkt an mich: tys(at)hallo(dot)ms

Schönes WE
Pit

  1. sina
    Am 24. April 2009 um 18:07 Uhr |Bearbeiten

hallo pit und allen anderen,

ich habe dein beitrag gelesen und finde es nicht schlecht was du vor hast, leider ist mein englisch nicht sehr gut, auch was sandy schreibt ist nicht schlecht, nach dem beitrag in stern tv habe ich eine mal geschickt, leider habe ich keine antwort bekommen. es kann nicht sein das tysabri als wundermedi bezeichnet wird und die patienten dann mit allem alleine gelassen werden was infos und nebenwirkungen angeht.

liebe grüße und ein schönes wochenende

  1. Pit
    Am 24. April 2009 um 19:07 Uhr |Bearbeiten

Danke sina.

Hab grad nach den Berichten gesucht und nur den bei mona lisa gefunden.
stern TV hat ihn leider nicht online – schade, oder sollte man fragen warum?
Weiß jemand, ob er tys in der Sendung genannt hat?

Bericht Maximilan Dorner im ZDF mona lisa:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/488030

Maximilian Dorner zu seinem Buch:
http://www.stern.de/tv/sterntv/:Multiple-Sklerose–Mein-D%E4mon-Stubenhocker/620106.html

Beim Recherchieren bin zufällig (oder auch nicht) auf diesen link hier gestoßen.
Mir war eigentlich klar, dass ich über die Machenschaften der Pharmaunternehmen Bescheid weiß – dachte ich :-(

Das ist echt krass und beim Lesen blieb sogar mir als ehrenapprobierten Laienarzt die Spucke weg – aber lest selbst:
http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Novartis-Freundlich,/604247.html

Pit

  1. svenjalein
    Am 24. April 2009 um 19:42 Uhr |Bearbeiten

Hallo Pit,

ich studiere zufälligerweise Englisch. Ich würde dir helfen.

Liebe Grüße,
Svenja

  1. Pit
    Am 24. April 2009 um 20:07 Uhr |Bearbeiten

@ svenjalein

Ganz lieben Dank.
Na wenn das kein Zufall ist ;-)

Kannst du mir bitte kurz deine Kontaktdaten posten?
Wäre lieb, danke.

PM bitte an: tys(at)hallo(dot)ms

Grüßle
Pit

  1. Chris (US)
    Am 25. April 2009 um 01:26 Uhr |Bearbeiten

Pit,

Don’t make fun of your English. Everything I’ve read is quite good.

My thoughts of where the problems lie:

I think there is good communication from BiogenIdec/Elan with the neurologists. The doctors get the recommendations that I have posted from Biogen. Biogen has every interest is preventing as many PML cases as they can and working to ensure those few who do get PML have the best outcomes possible. I see three problems with this communication with the doctors only – 1. Doctors may ignore this information or at least choose not to share it with their patients. 2. There’s a natural time lag in the doctor – patient communication as patients may only see their doctors every 6 months of so. 3. Patients are at the front-line in sensing any new or worsening symptoms which may be the early indicator of PML. Catching it early requires an informed patient who can demand an early MRI and stop future Tysabri infusions.

I have relayed the importance of sharing information directly with patients to both Biogen and Elan investor relations. Actually had a short conversation with Elan’s IR yesterday and hopefully he will pass my contact info to more appropriate folks within Elan to discuss this with. I’ll push what I can through this channel.

Biogen is working on tests to catch PML earlier and identify those at risk of PML. These unfortunately need to be validated with testing and do take some time.

Chris

  1. Pit
    Am 26. April 2009 um 16:21 Uhr |Bearbeiten

Hallo Leute.

Ein toller Sonntag :-)))

Komme eben zurück vom Treffen mit Frau Roth.
Sie hat sich sehr viel Zeit genommen, sich das alles genau angehört und meine “Pressemappe” mitgenommen.

Sie konnte bei manchen Aussagen auch nur mit dem Kopf schütteln und hat mir verprochen, sich persönlich um die Angelegenheit zu kümnern.
Da dies nicht ihr Ressort sei würde sie auf jeden Fall die Patientenbeauftragte der Bundesregierung mit ins Boot nehmen.

Sie melde sich bei mir.

So kann die Woche ruhig immer ausklingen :-)
Bzw. die nächste anfangen :-))

Schönen Sonntag euch allen.
Pit

  1. sina
    Am 27. April 2009 um 11:21 Uhr |Bearbeiten

hallo

ich wollte euch sagen wer es nicht gesehen hat auf you tube ist was tolles zu sehen einfach eingeben “Frontal 21, TEIL 1 die Pharmamafia-Selbstmord durch Antidepressiva”
mal ansehen und sich seine meinung bilden

  1. genevieve
    Am 27. April 2009 um 22:04 Uhr |Bearbeiten

hallo zusammen,

melde mich zu wort weil mein mann der sogenannte 4 fall ist, angeblich ist er in ambulanter behandlung !!!!!!
das war ganz am anfang, da dachte man, dass der pml auslösende jc-virus ganz im anfangsstadium erkannt wurde und er noch eine chance hätte.kurze zeit später hatte er einen anfall/schub und wurde wieder in die klinik eingewiesen seitdem (anfang januar)war er nicht mehr zuhause gewesen entweder auf der Normalstation oder Intensivstation, dann Reha im Quellenhof momentan nach neuem Anfall wieder Intensivstation.
ich würde mich gerne, wenn jemand gegen biogen klagt anschliessen !!!!!
habe gehört, dass wenn überhaupt nur eine sammelklage erfolgsversprechend, bei so einem pharmaunternehmen wie biogen, ist oder eventuell die chance besteht in amerika zu klagen.

liebe grüsse g

  1. Alexander Otto
    Am 27. April 2009 um 22:25 Uhr |Bearbeiten

Danke für die Info, genevieve! Ich habe es gleich “upgedatet”.

Beste Grüße
Alex

  1. Pit
    Am 27. April 2009 um 23:00 Uhr |Bearbeiten

Hallo Genevieve.

Vielen Dank für deinen Eintrag hier in Alex’ Blog und die Info über deinen Mann.
Es tut mir sehr leid, das lesen zu müssen.

Ich weiß nicht, in wie weit du den ganzen Blog bereits gelesen hast.
Mein Name ist Pit, der Ehemann von “Fall Nr. 5″

Es läge mir sehr daran, wenn wir uns vorerst privat telefonisch unterhalten könnten. Würdest du mir bitte deine Kontaktdaten mailen?

email bitte an tys/at)hallo(dot)ms

Ganz lieben Dank.

Grüße
Pit

  1. Chris (US)
    Am 28. April 2009 um 00:16 Uhr |Bearbeiten

Biogen presenting updated Tysabri utililization and safety info at the American Academy of Neurology tomorrow evening – US time.

  1. Chris (US)
    Am 28. April 2009 um 02:51 Uhr |Bearbeiten

Abstract at American Academy of Neurology – an example of how German Neurologists use Tysabri?

[P07.151] Efficacy and Safety of Natalizumab in Multiple Sclerosis Patients Pretreated with Immunomodulatory and Immunosuppressive Drugs
http://www.mult-sclerosis.org/news/Apr2003/AAN200355thAnnualMeetingSpeakersAbstracts.html

  1. Pit
    Am 28. April 2009 um 07:43 Uhr |Bearbeiten

tnx Chris.
Here another interesting article in english from
http://www.pharmafocus.com

Mixed news for Biogen Idec on Tysabri
Monday , April 27, 2009

Hi Volks, please don’t copy complete Aritcles like that! Here is the better way:

“… The company maintains that taking drug holidays is likely to decrease the benefit/risk profile of Tysabri, as there is evidence that – in the majority of patients – disease activity returns rapidly on cessation of the drug. However, to prove or disprove this risk reduction would require a two-year study with around 150,000 patients, it said recently” (… more)